RĂŒckenmarkstimulation, Schmerz

RĂŒckenmarkstimulation: Schmerz sinkt von 8 auf 2

Veröffentlicht am: 07.07.2026 um 01:49 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Personalisierte AnsÀtze mit digitalen Zwillingen und Biomarkern revolutionieren die Behandlung von Muskel- und Gelenkschmerzen.
Nahaufnahme des RĂŒckens eines Patienten mit leuchtenden Linien, die Nervenbahnen und eine Schmerzbehandlung mit WirbelsĂ€ulenstimulation andeuten. Illustration mit AI erstellt.

Digitale Zwillinge, neue Biomarker und angepasste Leitlinien treiben den Wandel voran.

RĂŒckenmarkstimulation: Schmerz von 8 auf 2

Im April 2026 setzte das Uniklinikum Erlangen erstmals ein System zur RĂŒckenmarkstimulation (SCS) bei einer Patientin mit diabetischer Polyneuropathie ein. Die SchmerzintensitĂ€t sank von 8 auf 2 auf einer zehnstufigen Skala. Rund 70 Prozent der Patienten profitieren von der Testphase.

Die Forschung konzentriert sich nun auf die ĂŒbrigen 30 Prozent. Das Bundesministerium fĂŒr Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert „digitale Zwillinge" – Modelle, die vorhersagen sollen, bei wem die Therapie anschlĂ€gt.

Biomarker: PrÀzisere Diagnosen dank Multi-Omics

Auf dem EULAR-Kongress 2026 stellten Forscher neue Marker-Kombinationen vor. Ein Trio aus urinÀrem CD163 sowie Serum-CD25 und Serum-CD206 erreichte bei der Diagnose der ANCA-Vaskulitis eine SensitivitÀt von 95,8 Prozent.

Multi-Omics-Analysen erlauben zudem die Einteilung der systemischen Sklerose in vier Stadien. Das ermöglicht eine zielgerichtetere Medikation.

ErnÀhrung als Therapie: 30 Gramm Ballaststoffe tÀglich

Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Rheumatologie (DGRh) veröffentlichte im Juni 2026 eine neue S3-Leitlinie. Sie empfiehlt Rheuma-Patienten tĂ€glich 30 Gramm Ballaststoffe – deutlich mehr als der deutsche Durchschnitt von 18 Gramm. Die Wirkung: Ballaststoffe stĂ€rken die Darmbarriere und beeinflussen das Mikrobiom.

Bei akuten Beschwerden wie Hexenschuss oder Arthrose setzen FachÀrzte weiterhin auf Bewegung und WÀrme. Ibuprofen oder Diclofenac sollen nur kurzfristig eingesetzt werden.

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Blankoverordnung: Physiotherapeuten entscheiden selbst

Seit November 2024 können Physiotherapeuten bei ĂŒber 100 Schulterdiagnosen eigenstĂ€ndig ĂŒber Therapiefrequenz und -art entscheiden. Die sogenannte Blankoverordnung zeigt Wirkung: Eine aktuelle Untersuchung belegt signifikante Verbesserungen der LebensqualitĂ€t bei hoher Sicherheit.

Merz investiert 100 Millionen in Botulinumtoxin

Der Pharmakonzern Merz baut seinen Standort Dessau-Roßlau aus. Bis 2028 fließen ĂŒber 100 Millionen Euro in die Produktion von Botulinumtoxin. Der Wirkstoff wird bei chronischer MigrĂ€ne, MuskelkrĂ€mpfen und Spastiken eingesetzt.

Das Unternehmen verzeichnet ein jÀhrliches Wachstum von rund 10 Prozent. Nach der Zulassung in China Ende 2025 rechnet Merz mit weiter steigender Nachfrage.

DocMorris: Aktie notiert bei 9,25 CHF

Die Versandapotheke DocMorris notierte Anfang Juli 2026 bei etwa 9,25 CHF. Im zweiten Quartal 2025 meldete das Unternehmen einen UmsatzrĂŒckgang von rund 7 Prozent und einen Verlust je Aktie. Analysten rechnen auch fĂŒr das Gesamtjahr 2026 mit negativem Ergebnis.

Apothekenreform: Sicherheitsinstanz oder Einsparpotenzial?

Die Rolle der Apotheken in der Schmerzmittelversorgung bleibt umstritten. Eine Apothekenreform des Bundestages aus dem Jahr 2026 stÀrkte die Kompetenzen bei Impfungen und Tests. Die KassenÀrztliche Vereinigung Hessen fordert dagegen Einsparungen durch weniger Apotheken.

Apothekervertreter widersprechen: Apotheken seien eine wichtige Sicherheitsinstanz, besonders bei komplexen MedikationsplÀnen und zur Vermeidung von Wechselwirkungen.

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Reisen mit Schmerzmitteln: FrĂŒhzeitig planen

Gesundheitsbehörden raten Patienten, die starke Schmerzmittel oder BetĂ€ubungsmittel benötigen, zu frĂŒhzeitiger Planung. FĂŒr den Schengen-Raum und DrittlĂ€nder sind spezifische Ă€rztliche Bescheinigungen erforderlich, die amtlich beglaubigt werden mĂŒssen.

Tiermedizin: Librela-Warnhinweise aktualisiert

Auch in der Tiermedizin werden Schmerztherapien neu bewertet. Britische Behörden passten 2026 die Beipackzettel fĂŒr das Arthrose-Medikament Librela an. Der Nutzen ĂŒberwiege weiterhin die Risiken, doch wurden seltene Nebenwirkungen wie Gelenkschwellungen und neurologische Symptome in die Warnhinweise aufgenommen. Bereits Ende 2024 hatte die US-Gesundheitsbehörde FDA vor neurologischen Komplikationen gewarnt.

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