Rückenschmerz-Behandlung, G-BA

Rückenschmerz-Behandlung: G-BA setzt auf Aktivität statt Schonung

20.06.2026 - 09:42:47 | boerse-global.de

Der Gemeinsame Bundesausschuss setzt auf Bewegung statt Schonhaltung bei chronischen Rückenschmerzen und aktualisiert die DMP-Vorgaben.

G-BA reformiert Rückenschmerz-Therapie: Aktivität statt Schonung
Rückenschmerz-Behandlung - Eine Person dehnt ihren Rücken in einem hellen Physiotherapieraum, um Bewegung und Erholung bei Rückenschmerzen zu symbolisieren. 20.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Am 18. Juni 2026 verabschiedete das Gremium neue Anforderungen für das Disease-Management-Programm (DMP). Grundlage ist eine Auswertung von 425 Empfehlungen aus elf Leitlinien durch das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Aktiv statt Schonung

Die Neuausrichtung zielt auf ein zentrales Problem: das Angst-Vermeidungs-Verhalten vieler Patienten. Statt Schonung steht künftig die Förderung körperlicher Aktivität im Vordergrund. Konkrete Verträge mit Krankenkassen und Angebote für Versicherte gibt es noch nicht. Der G-BA strebt eine Umsetzung noch im Laufe des Jahres 2026 an.

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Osteopathie: Nutzen bleibt unklar

Parallel zur Strukturreform bleibt die Wirksamkeit ergänzender Methoden umstritten. Der IGeL-Monitor des Medizinischen Dienstes Bund bewertete Osteopathie bei unspezifischen Kreuzschmerzen erneut mit „unklar“. Grundlage waren zehn randomisierte kontrollierte Studien mit 1.160 Teilnehmenden.

Die Experten fanden Hinweise auf mögliche Schmerzlinderung – die Evidenzqualität ist jedoch gering. Ein nennenswerter Nutzen ließ sich nicht zweifelsfrei belegen. Schäden durch die Behandlung wurden ebenfalls nicht festgestellt. Die Kosten pro Sitzung liegen zwischen 80 und 150 Euro. Patienten tragen sie in der Regel selbst, sofern die Krankenkasse keine freiwilligen Zuschüsse leistet.

Yoga und Training als Prävention

In der Vorbeugung setzen Fachorganisationen wie die Aktion Gesunder Rücken (AGR) auf spezialisierte Bewegungsformate. Besonders Hatha-, Yin- oder Restorative Yoga eignen sich gegen stressbedingte Verspannungen. Die Sphinx-Pose oder der herabschauende Hund gelten als effektiv. ZPP-zertifizierte Kurse sind zudem bezuschussungsfähig.

Für Menschen über 50 empfehlen Experten kurze, tägliche Trainingseinheiten von etwa zehn Minuten. Beckenkippen, die Katze-Kuh-Bewegung und Hüftheben stabilisieren die Wirbelsäule. Bei Vorerkrankungen wie Bandscheibenvorfall oder Spinalkanalstenose ist vorherige Rücksprache mit einem Arzt wichtig.

Regionale Angebote im Frühsommer

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Die praktische Umsetzung zeigt sich in zahlreichen lokalen Kursen:

  • Bernau bei Berlin: Ab 22. Juni starten Kurse für Pilates mit Faszientraining, sanfte Gymnastik und Beckenbodenübungen.
  • Heidelberg: Im Thermalbad beginnt am 24. Juni eine mehrwöchige Reihe kostenloser Wassergymnastik.
  • Saarlouis: Der TSC Rubin führt am 20. und 21. Juni die Solo Challenge Süd durch. Angeboten werden auch Tanzen für Parkinson-Patienten und Wirbelsäulengymnastik.
  • Wolfhagen: Ein zehnwöchiges Yoga-Programm startete am 19. Juni.

Ergänzend gibt es ganzheitliche Bildungsurlaube wie Basenfasten in Alsfeld Ende Juli. Sie kombinieren Bewegung und Stressmanagement zur Steigerung der allgemeinen Vitalität.

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