Rückenschmerzen: 12 Millionen Deutsche leiden regelmäßig
15.06.2026 - 05:18:08 | boerse-global.de
Die Behandlungsmöglichkeiten reichen von Medikamenten über Physiotherapie bis zu modernen Eingriffen.
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Apothekensterben: Neue Aufgaben für Pharmazeuten
Die Versorgung mit Schmerzmitteln steht vor einem Umbruch. In den letzten zehn Jahren schlossen über 3.600 Apotheken. Gesundheitsministerin Nina Warken plant daher eine Reform: Apotheker sollen künftig verschreibungspflichtige Medikamente ohne Rezept abgeben dürfen. Auch Impfungen und Schnelltests in der Apotheke sind im Gespräch. Ziel ist es, die flächendeckende Versorgung zu sichern.
Eine Statista-Studie von 2021 zeigt: Der Griff zu Schmerzmitteln ist weit verbreitet. Die Daten der Verbrauchs- und Medienanalyse (VuMA) von 2017 bis 2021 geben Einblick in das Konsumverhalten der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren.
Wirkstoffe im Check: Was hilft gegen akute Schmerzen?
Bei akuten Rücken-, Nacken- oder Muskelschmerzen setzen viele auf Diclofenac-Kalium. Das Mittel steckt etwa in Voltaren Dolo Liquid Weichkapseln. Die Höchstdosis liegt bei drei Kapseln pro Tag. Wichtig: Bei Schmerzen nicht länger als vier Tage einnehmen, bei Fieber maximal drei Tage.
Da nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) die Magenschleimhaut reizen, verschreiben Ärzte oft begleitend Protonenpumpenhemmer wie Pantoprazol. Präparate wie Nolpaza oder Panum senken die Magensäureproduktion. Die Wirkung ist belegt: Bei Zwölffingerdarmgeschwüren heilen 89 Prozent der Fälle binnen zwei Wochen, bei Magengeschwüren sind es nach vier Wochen 88 Prozent.
Warnsignale erkennen: Wann Rückenschmerzen gefährlich sind
Nicht jedes Kreuzweh ist harmlos. Dr. Neeraj Gupta, Experte für Wirbelsäulenchirurgie, warnt: Morgendliche Steifheit über 30 bis 45 Minuten ist ein Alarmzeichen. Das gilt auch für Schmerzen, die in die Beine ausstrahlen, mit Taubheitsgefühlen einhergehen oder sich bei Bewegung verschlimmern. Mögliche Ursachen: degenerative Bandscheiben, Spinalkanalstenosen oder entzündliche Erkrankungen wie Morbus Bechterew.
Ab 45 Jahren lässt die Elastizität der Bandscheiben nach. Prävention wird dann wichtiger. Der Osteopath Sascha Bade empfiehlt für Menschen ab 55 eine zehnminütige Abendroutine. Übungen wie Beckenkippungen, diagonale Streckung und Hüftbrücke stabilisieren das Rumpfkorsett und entlasten die Wirbelgelenke.
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Wenn nichts mehr hilft: Minimalinvasive Verfahren
Bei chronischen Verläufen reichen konservative Therapien oft nicht aus. In fast der Hälfte aller Fälle steckt die Ursache in den kleinen Wirbelgelenken. Seit über 20 Jahren setzen Spezialisten auf die Thermodenervierung. Bei dem ambulanten Verfahren unterbrechen sie die Schmerzleitung der Wirbelgelenksnerven mit Hitze – und das unter lokaler Betäubung. Das Ziel: Die Schmerzweiterleitung dauerhaft blockieren und den Patienten die Rückkehr in einen aktiven Alltag ermöglichen.
