Rückenschmerzen, Achtsamkeitstraining

Rückenschmerzen: Achtsamkeitstraining zeigt klinische Linderungseffekte

Veröffentlicht: 04.07.2026 um 09:54 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Mehrere deutsche Krankenhäuser erhalten im Juli 2026 erneut Zertifikate für ihre Schmerztherapie und Kardiologie.

Klinik-Rezertifizierungen: Qualitätssiegel für Schmerz- und Herzmedizin
Rückenschmerzen - Eine Nahaufnahme der Hände eines Arztes, die beruhigend die Hand eines Patienten auf einem Krankenhausbett halten. 04.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Mehrere Kliniken haben Anfang Juli erfolgreiche Rezertifizierungen gemeldet – vor allem in der Schmerztherapie und Kardiologie.

Rezertifizierungswelle in Bonn und Aachen

Das Gemeinschaftskrankenhaus Bonn erhielt vom TÜV Rheinland erneut die Bestätigung für seine Akutschmerztherapie. Das Haus war bereits im Frühjahr 2026 in mehreren Klinikrankings positiv aufgefallen – unter anderem im stern für Orthopädie und Schmerzmedizin sowie in der Newsweek-Liste der Top-Kliniken.

Das Marienhospital Aachen meldete gleich drei Rezertifizierungen durch die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Betroffen sind die Chest Pain Unit, die interventionelle Rhythmologie sowie die Device-Therapiestätte. Chefarzt Dr. Obayda Azizy betonte die Bedeutung hoher Versorgungsqualität für Patienten mit kardiologischen Akutereignissen.

Auch das Karolinen-Hospital Hüsten, Teil des Alexianer Klinikums Hochsauerland, gab den erfolgreichen Abschluss der Rezertifizierung seiner Brustschmerzeinheit durch die DGK bekannt.

Endoprothetikzentrum Xanten rezertifiziert

Im operativen Bereich wurde das Endoprothetikzentrum des Sankt Josef-Hospitals Xanten nach DGOOC-Vorgaben rezertifiziert. Mit jährlich über 1.100 Gelenkersatzoperationen an Hüfte und Knie gilt die Einrichtung als bedeutender Leistungserbringer am unteren Niederrhein.

Chefarzt Dr. Olaf Nosseir verwies auf spezielle Qualitätsmerkmale: eine niedrige Transfusionsrate sowie präventive Maßnahmen wie das MRSA-Screening für alle stationären Patienten.

Neue Praxis für Schmerztherapie in Grimma

Auch der ambulante Sektor entwickelt sich weiter. In Grimma nahm im Juni die Praxis „Schmerztherapie am Schwanenteich“ unter der Leitung von Sven Brauneck den Betrieb auf. Das Angebot umfasst die Behandlung chronischer Schmerzzustände, Akupunktur sowie die Kontrolle von Schmerzpumpen. Gesetzlich versicherte Patienten werden dort zunächst auf Selbstzahlerbasis behandelt.

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MBSR-Studie: Achtsamkeit gegen Rückenschmerzen

Wissenschaftliche Impulse lieferte eine 2026 in JAMA Internal Medicine veröffentlichte Studie zur achtsamkeitsbasierten Stressreduktion (MBSR) bei Kreuzschmerzen. Die Untersuchung deutet darauf hin, dass MBSR zur Linderung unterer Rückenschmerzen beitragen kann. Der klinische Effekt blieb jedoch hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Dennoch wird das Verfahren als mögliche Ergänzung zur medikamentösen Therapie diskutiert.

Diabetischer Fuß: Regensburger Klinik rettet Patienten

Das Caritas-Krankenhaus St. Josef in Regensburg unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. Lukas Prantl konnte einen Erfolg in der Behandlung des diabetischen Fußsyndroms verzeichnen. Durch eine Kombination aus mehreren Operationen und einer Muskeltransplantation blieb der Fuß eines Patienten erhalten. Er wurde Anfang Juli aus der Klinik entlassen.

Notfallreform: Integrierte Zentren geplant

Die klinische Versorgung steht vor weitreichenden regulatorischen Änderungen. Ein aktueller Gesetzentwurf (21/6808) der Bundesregierung sieht eine umfassende Reform der Notfallversorgung vor. Kernpunkte sind der Aufbau Integrierter Notfallzentren (INZ) aus Notaufnahme, KV-Notdienstpraxis und einer zentralen Ersteinschätzungsstelle.

Die Rufnummer 116 117 soll zur Akutleitstelle ausgebaut werden. Für die Digitalisierung sind zwischen 2027 und 2031 Mittel in Höhe von 225 Millionen Euro vorgesehen. Die Reform hat jährliche Einsparungen von 1,2 Milliarden Euro zum Ziel.

Kritik an Krankschreibungsplänen

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Kritik an weiteren gesundheitspolitischen Plänen kommt unter anderem vom Hausärzteverband Rheinland-Pfalz und Gesundheitsminister Clemens Hoch. Die verpflichtende Krankschreibung ab dem ersten Tag und die Abschaffung der telefonischen Krankschreibung sorgten für Diskussionen. Es bestehe die Sorge vor einer bürokratischen Überlastung der Praxen.

Bundeskanzler Merz verteidigte die Stoßrichtung der Maßnahmen. Krankenkassenvertreter warnten hingegen vor überfüllten Wartezimmern.

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