Rückenschmerzen, Reizdarm-Patienten

Rückenschmerzen: Bis zu 80% der Reizdarm-Patienten betroffen

29.05.2026 - 23:40:07 | boerse-global.de

Sensorbasierte Diagnostik, Darm-Hirn-Verbindung und Gentherapie prägen die moderne Schmerzbehandlung, während Akupunktur und Magnesium kritisch bewertet werden.

Rückenschmerzen: Bis zu 80% der Reizdarm-Patienten betroffen - Foto: über boerse-global.de
Rückenschmerzen: Bis zu 80% der Reizdarm-Patienten betroffen - Foto: über boerse-global.de

Sensorbasierte Diagnostik, neurologische Forschung und pflegerische Qualitätsstandards rücken in den Fokus – während umstrittene Methoden wie Akupunktur und Magnesium-Präparate kritisch hinterfragt werden.

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Sensoren erkennen Überlastung bei Künstlern

Ein zentraler Trend ist die sensorbasierte Funktionsdiagnostik. Prof. Dr. Dirk Möller referiert auf dem 41. GOTS Kongress im Juni 2026 in Osnabrück über den Einsatz dieser Technik bei Musikern und Tänzern. Ziel: Überlastungsverletzungen frühzeitig erkennen.

Das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Projekt „PA.H|LIFETIME.ai“ erforscht spezifische Risikoprofile. Präzise Bewegungsdaten sollen chronische Schäden verhindern. Die Hochschule Osnabrück unterstreicht den Trend mit der bundesweit ersten Professur für „Performing Arts Physiotherapy“.

Wenn der Darm den Rücken quält

Rückenschmerzen sind oft mehr als ein mechanisches Problem. Physiotherapeut Christian Vagn Uhre weist auf einen systemischen Zusammenhang hin: Bis zu 80 Prozent der Patienten mit Reizdarmsyndrom leiden auch unter Rückenschmerzen.

Die Verbindung läuft über das vegetative Nervensystem. Die Schmerzen manifestieren sich häufig an der Lendenwirbelsäule – und bessern sich oft nach dem Stuhlgang. Als Linderung empfehlen Experten Osteopathie, Yoga, die Low-FODMAP-Diät oder Probiotika.

Gentherapie: Hoffnung bei Quetschverletzungen

In der Grundlagenforschung gibt es Fortschritte. Wissenschaftler der Uniklinik Köln veröffentlichten Ende Mai 2026 eine Studie zur Gentherapie mit dem Designer-Molekül hIL-6. Bei Mäusen erzielte die Behandlung nach Quetschverletzungen des Rückenmarks funktionelle Verbesserungen.

Die Therapie reaktiviert bestehende neuronale Netzwerke. Eine Anwendung beim Menschen steht aber noch aus.

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Pflegekräfte fordern mehr Kompetenzen

Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) macht zum Aktionstag gegen den Schmerz am 2. Juni 2026 Druck. Er fordert eine verbindliche Einbindung speziell qualifizierter Pflegefachpersonen in die Schmerzversorgung.

Nötig sei eine Weiterbildung auf Niveau DQR-5. Nur so lasse sich die Versorgungsqualität in allen Settings nachhaltig sichern.

Magnesium-Präparate: Kritik von Öko-Test

Das Magazin Öko-Test hat am 28. Mai 2026 Magnesium-Präparate unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Von 28 getesteten Produkten überschritt die Hälfte die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung von 250 Milligramm pro Tag.

Experten betonen: Für gesunde Menschen entsteht oft kein zusätzlicher Nutzen durch solche Präparate. Sie warnen zudem vor unnötigen Zusatzstoffen.

Wenn der Schmerz zum Signal wird

In der praxisnahen Schmerztherapie gewinnen zielgruppenspezifische Ansätze an Bedeutung. Die Schmerztherapeutin Janina Fisch analysiert regelmäßig die Situation von Frauen ab 40 Jahren. Chronische Nacken- und Rückenschmerzen entstehen hier oft aus einer Kombination von körperlichen Fehlstellungen wie dem Hohlkreuz und psychischen Belastungsfaktoren.

Der Schmerz wird als Signal betrachtet, das eine tiefergehende Selbsterforschung erfordert. Dass auch Prominente betroffen sind, zeigt der Fall der Schlagersängerin Sonia Liebing. Ende Mai 2026 machte sie nach einer MRT-Untersuchung einen dreifachen Bandscheibenvorfall im Nackenbereich öffentlich.

Akupunktur: Kein klarer Nutzen nachgewiesen

Ein Abschlussbericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) von Ende Mai 2026 dämpft die Erwartungen an komplementärmedizinische Methoden. Für den Einsatz von Akupunktur als Prophylaxe bei bestimmten Schmerzbildern wie Migräne sei kein eindeutiger Nutzen gegenüber modernen Standardtherapien nachweisbar.

Stefan Sauerland vom IQWiG merkt an: Die Forschung in diesem Bereich habe teilweise den Anschluss an aktuelle Therapiestandards verloren.

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