Ruvonoflast, Adipositas

Ruvonoflast bei Adipositas: Entzündungsmarker hsCRP sinkt um 82,2 Prozent

Veröffentlicht am: 31.10.2026 um 15:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei Erwachsenen mit Adipositas verringerte Ruvonoflast hsCRP und IL-6; die vierwöchige Studie erfasste 63 Teilnehmende.
Laborausrüstung mit Glasgefäßen und einer Zentrifuge auf einem sauberen, weißen Labortisch in einer ruhigen Forschungsumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Chronische Entzündungsprozesse spielen bei metabolischen Erkrankungen eine zentrale Rolle. Neue klinische Daten geben nun vertiefte Einblicke in das Potenzial zielgerichteter Therapien: In einer doppelblinden, placebokontrollierten Phase-1b-Studie senkte der Wirkstoff Ruvonoflast das hochempfindliche C-reaktive Protein (hsCRP) bei Erwachsenen mit Adipositas und bestehenden Entzündungszeichen deutlich. Die Untersuchung mit der Kennung NCT06129409 umfasste insgesamt 63 Probanden über einen Behandlungszeitraum von 28 Tagen.

Deutlicher Rückgang von Entzündungsmarkern im Studienverlauf

In der Verumgruppe erhielten 40 Teilnehmende zweimal täglich eine Dosis von 225 mg Ruvonoflast. Unter dieser Medikation ging der hsCRP-Wert um 82,2 Prozent (95% CI 75,9–86,8) zurück. In der Placebogruppe mit 23 Teilnehmenden betrug der Rückgang -37,2 Prozent (95% CI 7,0–57,6).

Das Kollektiv wies zu Studienbeginn ein mittleres Alter von 53 Jahren auf. Der Frauenanteil lag bei 71 Prozent. Voraussetzung für den Einschluss war ein hsCRP-Wert von mindestens 2,5 mg/L, wobei der Median vor Beginn bei 5,7 mg/L lag.

Bereits an Tag 5 der Untersuchung sank das mediane hsCRP unter Ruvonoflast auf einen Wert von maximal 2 mg/L. Nach dem Ende der 28-tägigen Gabe kehrte der Parameter rund 7 Tage nach dem Absetzen wieder auf das Ausgangsniveau zurück.

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Verträglichkeit und weitere Biomarker im Fokus

Die von Ray et al. im Fachjournal JACC (2026;88(17)) publizierte Analyse untersuchte zudem weitere Entzündungsmediatoren. Für Interleukin-6 (IL-6) ergab sich im Median eine Reduktion um -37,5 Prozent unter Ruvonoflast, während der Wert in der Placebogruppe um +12,5 Prozent anstieg.

Auch das Fibrinogen wurde durch den Wirkstoff stärker gesenkt. Bei weiteren Markern wie IL-18, IL-1? sowie CXCL1 zeigten sich hingegen keine Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Das Körpergewicht verringerte sich während der Studienphase in beiden Studienarmen gleichmäßig um -3,6 Prozent.

Hinsichtlich der Sicherheit traten unerwünschte Ereignisse bei 50 Prozent der Patienten unter Ruvonoflast und bei 39 Prozent unter Placebo auf. Die aufgetretenen Reaktionen wurden größtenteils als mild eingestuft. Vier Probanden (10 Prozent) in der Verumgruppe brachen die Einnahme aufgrund vorübergehender Ereignisse ab. Schwere behandlungsbedingte Ereignisse wurden im Studienverlauf nicht verzeichnet.

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Methodische Einschränkungen und geplante Folgestudien

Die Autoren weisen auf mehrere Limitationen der Untersuchung hin. Neben der kurzen Dauer von vier Wochen und der relativ geringen Probandenzahl handelte es sich primär um die Messung von Biomarker-Endpunkten.

Zudem fand die Studie unter den Bedingungen einer kontrollierten stationären Diät statt, und das Teilnehmendenfeld bestand überwiegend aus Frauen ohne eine bereits etablierte koronare Herzkrankheit. Die Finanzierung der Phase-1b-Untersuchung erfolgte durch NodThera.

Weitere Erkenntnisse zur klinischen Relevanz sollen zwei laufende Phase-2-Studien liefern: Die Erhebungen RESOLVE-1 und RESOLVE-2 sollen plangemäß Mitte bis Ende 2026 enden und weitere Daten zur Wirkung des NLRP3-Inhibitors liefern.

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