Safari in iOS 27.2: Apple erfasst Googles Werbung für Chrome und Apps
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 07:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Apple entwickelt experimentellen Programmcode für seinen Webbrowser Safari, der erfasst und protokolliert, wenn Google auf Suchseiten Werbeeinblendungen für eigene Anwendungen an iPhone-Nutzer ausspielt. Die Erkennung zielt darauf ab, Promotions für den konkurrierenden Browser Google Chrome sowie für die offizielle Google-App nachzuvollziehen.
Analyse von Werbebannern direkt im Browser
Die entsprechende Funktionalität wurde erstmals in der Vorabversion iOS 27.2 beta 2 entdeckt und ist auch in der nachfolgenden iOS 27.2 beta 3 enthalten. In den offiziellen Versionshinweisen zu Safari 27.2 wird die Neuerung von Apple nicht öffentlich dokumentiert.
Technisch setzt Safari dabei auf die Injektion eines JavaScript-Codes, der sowohl auf der regulären Google-Startseite als auch auf den Suchergebnisseiten ausgeführt wird. Das Skript durchsucht die aufgerufenen Webseiten nach spezifischen Links, wobei es gezielt benutzerdefinierte URL-Schemata sowie App-Store-Identifikationsnummern abgleicht.
Auf dieser Basis zeichnet der Code auf, ob einem Nutzer ein Werbebanner für Chrome oder die Google-App angezeigt wurde. Zudem wird erfasst, ob die jeweilige Person zum Zeitpunkt des Seitenaufrufs in einem Google-Konto angemeldet war und ob eine Interaktion stattfand, indem auf die Promotion getippt wurde. Safari stuft das Nutzerverhalten anschließend systematisch ein und kategorisiert die Werbeinteraktion als angenommen oder abgelehnt.
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Regulatorischer Hintergrund und Marktsituation
Bislang ist unklar, zu welchem Zweck Apple diese Daten über die Werbemaßnahmen des Konkurrenten erhebt. Ebenso steht nicht fest, ob das experimentelle Verfahren in die finale Version von iOS 27.2 übernommen wird.
Die Erprobung des Codes fällt zeitlich mit einer intensivierten aufsichtsrechtlichen Überprüfung des Browserwettbewerbs zusammen. Sowohl in der Europäischen Union als auch in Großbritannien stehen die Marktverhältnisse und die Praktiken der führenden Technologiekonzerne im Fokus der Regulierungsbehörden. Vor allem das Wechselspiel zwischen vorinstallierten Standardbrowsern und nachträglich installierten Alternativen wird dabei genau beobachtet.
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Wie groß die Verbreitung alternativer Browser auf Apple-Geräten bereits ist, zeigen Erhebungen von Google: Demnach gaben in einer Umfrage des Unternehmens mehr als 50% der befragten iPhone-Nutzer in Großbritannien an, Chrome auf ihrem Smartphone installiert zu haben. Ob Apples Messungen zur Vorbereitung eigener regulatorischer Stellungnahmen dienen oder rein internen Produktanalysen vorbehalten bleiben, hat der Konzern nicht mitgeteilt.
