Samsung-Patent: Zentrale Steuerung für heterogene Roboterflotten
Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 05:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit einem umfassenden System zur zentralen Steuerung unterschiedlicher Robotertypen treibt Samsung Electronics die Automatisierung seiner Produktionsstätten voran.
Am 4. September 2026 veröffentlichte das koreanische Patentamt KIPRIS ein Patent des Konzerns für ein Verfahren und System zur Steuerung heterogener Roboter, das ursprünglich im Februar 2025 angemeldet worden war. Die Neuentwicklung zielt darauf ab, hochautomatisierte Produktionsstätten bis hin zum vollständig unbemannten Fabrikbetrieb technisch zu realisieren.
Zentrale Steuerung und Simulation über digitale Zwillinge
Das im Patent beschriebene Robotersteuerungssystem (Robot Control System) führt autonome mobile Roboter, kollaborierende Roboter und humanoide Einheiten auf einer gemeinsamen Plattform zusammen.
Neben der eigentlichen Bewegungssteuerung bindet das System die Roboterflotten direkt an übergeordnete Produktions- und Logistiksysteme an. Dazu zählen Fertigungsmanagementsysteme, Lagerverwaltungssysteme, Energiemanagementsysteme sowie die Ladeinfrastruktur.
Um Stillstände und Kollisionen in komplexen Werksumgebungen zu verhindern, verfügt die Software über Funktionen zur Vermeidung von Blockaden (Deadlocks). Zugleich ermöglicht die Anbindung an digitale Zwillinge eine fortlaufende Überwachung und Simulation der Produktionsabläufe in Echtzeit.
Ergänzend zu den Patentaktivitäten von Samsung Electronics bereitet auch die IT-Dienstleistungssparte des Konzerns eigene Softwarelösungen vor. Samsung SDS plant für das Jahr 2027 die Einführung einer eigenständigen Plattform zur Roboter-Orchestrierung.
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Strategische Neuausrichtung auf Künstliche Intelligenz und Robotik
Der Patentschritt fügt sich in die konzernweite Ausrichtung auf die Transformation durch Künstliche Intelligenz ein. Auf dem achten jährlichen Technikforum bei Samsung Research America in Mountain View, an dem am 18. September 2026 über 80 Entwickler und Führungskräfte internationaler IT-Unternehmen teilnahmen, rückte der Konzern die physische Robotik in den Mittelpunkt.
Der Leiter der Gerätesparte DX, Roh Tae-moon, erklärte auf der Veranstaltung, Künstliche Intelligenz sei eine unaufhaltsame Entwicklung, und formulierte den Anspruch, das Zeitalter der KI-Transformation anzuführen. Dabei solle KI über mobile Geräte hinaus den Alltag prägen, insbesondere durch das Zusammenspiel mit Robotiksystemen.
Technikchef Yoon Jang-hyun stellte in seiner Keynote die nächste Generation von KI und Robotik vor. Die Ausrichtung knüpft an die zu Jahresbeginn formulierte Vision personalisierter Begleitdienste an.
Bereits im Juli 2026 hatte Samsung Electronics das Büro zur Förderung des Roboter-Erlebnisgeschäfts eingerichtet, das direkt an die Spartenleitung berichtet. Im August 2026 berief das Unternehmen zudem Juan Carlos Niebles, den früheren Direktor des Stanford Vision and Learning Lab mit über 100 Fachpublikationen im Bereich der physischen KI, zum Executive Vice President und Leiter des nordamerikanischen KI-Zentrums von Samsung Research.
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Milliardeninvestitionen in Produktionscluster und Feststoffbatterien
Flankiert wird die Technologieentwicklung durch erhebliche finanzielle Mittel. Am 3. Juli 2026 kündigte die Samsung-Gruppe in Jinju ein Investitionspaket von 60 Billionen Won für einen Cluster in der Yeongnam-Region an, der auf humanoide Robotik und Batterien spezialisiert ist. Davon entfallen 19 Billionen Won auf Samsung Electronics und Samsung SDS für die Fertigung von Humanoiden und die KI-gestützte Fertigungstransformation in Gumi.
Weitere 16 Billionen Won investiert Samsung SDI in Ulsan für Feststoffbatterien, während Samsung Electro-Mechanics 15 Billionen Won in Busan für KI-Server-Substrate und Vielschicht-Keramikkondensatoren aufwendet. Samsung Heavy steuert 10 Billionen Won am Standort Geoje bei.
Samsung SDI setzt seine seit 1998 gefertigten 21700-Zylinderzellen bereits in humanoiden Robotern ein. Für die spezifischen Anforderungen künftiger Robotersysteme bereitet der Batteriehersteller zudem seine Feststoffbatteriemarke unter dem Namen Solid Stack vor, deren Massenproduktion für die zweite Hälfte des Jahres 2027 geplant ist.
Die entsprechende Pilotlinie befindet sich in der Evaluierung durch Kunden. Auf einem Wirtschaftsforum in Seoul Ende September 2026 stellt das Unternehmen seine Energiespeicherlösungen für physische KI-Systeme detailliert vor.
