Samsung-RoboterhÀnde, Finger

Samsung-RoboterhĂ€nde: FĂŒnf Finger und Sehnenmechanik fĂŒr Humanoide

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 01:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kabelgesteuerte Greifer sollen prÀzise Handgriffe ermöglichen; ein öffentlicher Auftritt des Humanoiden auf der CES 2027 ist noch offen.
Ein hochmodernes Industrielabor mit mechanischen Armaturen und prÀzisen technischen Bauteilen in einer Werkstattumgebung. Illustration mit AI erstellt.

Samsung Electronics forciert die Entwicklung von fĂŒnfgliedrigen RoboterhĂ€nden fĂŒr kĂŒnftige humanoide Systeme. Wie aus Berichten vom 27. Oktober 2026 hervorgeht, setzt der sĂŒdkoreanische Technologiekonzern auf kabelgesteuerte Mechanismen nach dem Vorbild menschlicher Sehnen, um eine prĂ€zise Feinmanipulation sowie den flexiblen Einsatz von Werkzeugen zu ermöglichen.

Die Entwicklungsarbeiten finden in der Sparte Robotics eXperience (RX) statt, die seit Juli 2026 organisatorisch direkt an den Vorstandsvorsitzenden berichtet.

Im Rahmen der jĂŒngsten strategischen Ausrichtung stattete Konzernchef Lee der Einheit RX Business Promotion Office einen ersten Besuch seit deren GrĂŒndung ab. Begleitet wurde die Inspektion von Roh Tae-moon, dem PrĂ€sidenten der Sparte Device eXperience (DX), welcher die Robotikeinheit untersteht.

Internes Speziallabor und bisherige Tests

Der Ursprung der aktuellen Greifertechnologie liegt im sogenannten „Hand Lab“, das Anfang 2026 innerhalb der Future Robotics Task Force ins Leben gerufen wurde. Hauptziel dieser Einheit ist die Bereitstellung sehnenbasierter Greifwerkzeuge fĂŒr Produktionslinien von Samsung und dessen Tochtergesellschaften.

Bereits im August 2026 demonstrierte das Unternehmen interne Fortschritte mit einem Prototyp: Dabei bediente ein humanoider Roboter eigenstĂ€ndig eine Kamera, fertigte Aufnahmen an und hob Spielkarten auf. Ob der Öffentlichkeit ein solcher Humanoid auf der Technologiemesse CES im Januar 2027 in Las Vegas prĂ€sentiert wird, soll im Oktober 2026 anhand vorab definierter Mindeststandards entschieden werden.

Anzeige

Der technologische Wandel durch Robotik und KI erfasst immer mehr Industriezweige und verĂ€ndert die globale Wirtschaft grundlegend. Wer verstehen möchte, welche Unternehmen diese Entwicklung anfĂŒhren, findet in diesem kostenlosen Report fundierte Einblicke. Robotik und KI: Profiteure der neuen IndustrieĂ€ra erkennen

FĂŒr die Leitung der Vorhaben rekrutierte der Konzern spezialisiertes Personal. Das Roboterstrategieteam fĂŒhrt Lee Dong-geon, der zuvor bei Boston Dynamics und Hyundai tĂ€tig war. Zudem wurden Kim Hyun-jin von der Seoul National University sowie Kim Eui-gyeom von der Ajou-UniversitĂ€t verpflichtet.

Zeitplan fĂŒr Produktions- und WerkseinsĂ€tze

Die eigenen FertigungsstĂ€tten sollen als Testumgebung fĂŒr die Systeme dienen, bevor ein breiterer Industrieeinsatz fĂŒr die Jahre 2027 oder 2028 ins Auge gefasst wird. Langfristig plant das Unternehmen auch Anwendungen im Servicebereich sowie in Privathaushalten. Chris Hauser, Direktor des RX Lab, erklĂ€rte diesbezĂŒglich, dass fĂŒr einen verlĂ€sslichen Einsatz in Fabrik und Haushalt eine Erfolgsquote von 99,99 Prozent notwendig sei.

Bis zum Jahr 2030 strebt Samsung an, alle in- und auslĂ€ndischen Produktionsstandorte in autonome KI-Fabriken zu ĂŒberfĂŒhren. Im Werk Gumi soll dafĂŒr eine spezielle Datenfabrik fĂŒr Trainingsdaten entstehen. Flankiert werden soll dies durch Forschungszentren in den USA, China und Japan.

Die mechanische Basis aus Roboterarmen und Aktuatoren liefert Rainbow Robotics. An dem Unternehmen sicherte sich Samsung Ende 2024 einen Anteil von 35 Prozent, womit der Konzern zum grĂ¶ĂŸten AktionĂ€r aufstieg und das Unternehmen als Tochtergesellschaft integrierte. Finanziell meldete Samsung fĂŒr das dritte Quartal einen Vorab-Betriebsgewinn von 107,4 Billionen Won, nach 10,852 Billionen Won im dritten Quartal 2022.

Anzeige

WĂ€hrend etablierte Industriestrukturen durch neue Technologien ins Wanken geraten, entstehen gleichzeitig massive Investitionschancen in den Bereichen Robotik und KI. Dieser Gratis-Report deckt auf, welche Namen hinter dem grĂ¶ĂŸten technologischen Umbruch der modernen Industrie stecken. Kostenlosen Report zur industriellen Revolution herunterladen

Technische Abgrenzung im Marktumfeld

Im Vergleich zum Wettbewerb unterscheidet sich die Konfiguration der ExtremitĂ€ten. WĂ€hrend der zweibeinige Roboter Atlas von Boston Dynamics ĂŒber vier Finger je Hand verfĂŒgt und ab 2028 in einem Automobilwerk im US-Bundesstaat Georgia eingesetzt werden soll, besitzen CLOiD von LG sowie der Optimus-Roboter von Tesla jeweils zehn Finger. LG plant zudem in Kooperation mit Nvidia, bis zum ersten Quartal 2027 einen zweibeinigen Humanoiden vorzustellen.

Park Hae-won, Professor am KAIST, merkte an, dass FĂŒnffingerhĂ€nde vor allem das Übertragen von menschlichen Bewegungsdaten in Trainingssysteme erleichtern. Branchenbeobachter verweisen jedoch darauf, dass die bloße Anzahl an Fingern noch keinen RĂŒckschluss auf die tatsĂ€chliche Geschicklichkeit zulasse; entscheidend seien vielmehr die Freiheitsgrade und verbaute Tastsensoren.

Die Komponentenfertigung bleibt zudem ein dominanter Kostenfaktor: Nach Angaben von TheElec aus dem MĂ€rz 2026 entfallen 60 Prozent der Gesamtkosten eines Humanoiden auf mechanische Reduzierer, wĂ€hrend PrĂ€zisions-RoboterhĂ€nde laut Seoul Economic Daily 31 Prozent ausmachen. Den Weltmarkt fĂŒr Reduzierer beherrschen laut TheElec mit 70 bis 80 Prozent maßgeblich die japanischen Hersteller Harmonic Drive Systems und Nabtesco.

Disclaimer...
de | wissenschaft | 70426524 |