Sandworm, Fake-CAPTCHAs

Sandworm nutzt Fake-CAPTCHAs: Zehn kompromittierte Websites entdeckt

Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 22:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Manipulierte Sicherheitsabfragen verleiten Nutzer zur AusfĂŒhrung von Schadcode, der Zugangsdaten, Zahlungsinformationen und Dateien ausspĂ€ht.
Ein dunkler, minimalistischer Serverraum mit leeren Metallregalen in einem industriellen GebÀude. Illustration mit AI erstellt.

Cyberkriminelle setzen Berichten zufolge verstĂ€rkt auf manipulierte Sicherheitsabfragen, um Schadsoftware auf die Computer von Internetnutzern zu schleusen. Bei dieser als ClickFix bekannten Angriffsmethode tĂ€uschen die TĂ€ter eine regulĂ€re SicherheitsĂŒberprĂŒfung vor und bringen die Betroffenen dazu, schĂ€dliche Befehle manuell auf dem eigenen Betriebssystem auszufĂŒhren.

Trick ĂŒber den Windows-AusfĂŒhren-Dialog

Der Angriffsablauf beginnt typischerweise mit einer vermeintlichen ÜberprĂŒfung durch etablierte Schutzsysteme wie ReCAPTCHA oder Cloudflare. Nach einem Klick auf die gefĂ€lschte Abfrage wird den Nutzern eine angebliche Fehlermeldung angezeigt. Diese weist die Opfer an, ĂŒber die Tastenkombination aus Windows-Taste und R das AusfĂŒhren-Fenster des Betriebssystems zu öffnen, anschließend den Inhalt der Zwischenablage mit der Tastenkombination Strg und V einzufĂŒgen und den Vorgang mit der Enter-Taste zu bestĂ€tigen.

Durch diesen Ablauf wird ein im Hintergrund unbemerkt in die Zwischenablage kopiertes Skript gestartet. Dieser Befehl aktiviert eine sogenannte Info-Stealer-Malware, die sich direkt auf dem System einnistet. Eine besondere Gefahr besteht darin, dass die eingesetzte Schadsoftware fĂŒr gĂ€ngige Antivirenprogramme hĂ€ufig unsichtbar bleibt und SicherheitsprĂŒfungen umgeht.

Weitreichender Diebstahl persönlicher Zugangsdaten

Ziel der Angreifer ist das unbemerkte AusspÀhen sensibler Informationen. Die Schadsoftware zielt auf gespeicherte Zugangsdaten in Webbrowsern ab und greift Online-Banking-Daten sowie Kredit- und Debitkartendaten ab.

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Ebenso entwenden die Programme Anmeldedaten fĂŒr Social-Media-Konten wie Facebook oder Dienste wie Gmail. Zudem haben es die Angreifer auf digitale Krypto-Wallets und persönliche Dateien abgesehen, die auf den kompromittierten Systemen abgelegt sind.

Einsatz durch Spionagegruppen und offizielle Warnungen

Die Methode wird nicht nur im Bereich der organisierten FinanzkriminalitĂ€t eingesetzt. Auch die russische Gruppierung Sandworm, die dem MilitĂ€rgeheimdienst GRU zugerechnet wird, nutzt gefĂ€lschte CAPTCHAs, um Anwender zum Kopieren und EinfĂŒgen von Textzeilen zu verleiten und so Schadprogramme zu installieren.

Zu den Zielen der Gruppe gehört unter anderem die Ukraine. Ukrainische Behörden konnten zehn kompromittierte Websites identifizieren, die einen PowerShell-Befehl in Form eines solchen gefĂ€lschten CAPTCHA-Tests anzeigten. Sandworm setzt dabei maßgeschneiderte Softwarepakete wie FreakyPoll ein, um infizierte Systeme aufzuklĂ€ren.

Vor der Bedrohung durch die ClickFix-Taktik warnen auch Ermittlungsbehörden wie die Jammu-Kashmir-Polizei, die Anwendern dringend dazu rĂ€t, keinerlei verdĂ€chtige Befehlsfolgen auf ihren GerĂ€ten auszufĂŒhren.

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Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen

Sicherheitsexperten weisen darauf hin, dass legitime CAPTCHA-Systeme niemals dazu auffordern, den Windows-AusfĂŒhren-Dialog zu öffnen, externen Code zu kopieren, Befehle einzufĂŒgen oder Software herunterzuladen. Tauchen derartige Anweisungen im Browser auf, handelt es sich stets um einen Angriffsversuch.

Besteht der Verdacht, dass eine solche Schadsoftware bereits ausgefĂŒhrt wurde, wird zu schnellem Handeln geraten: Die Internetverbindung des GerĂ€ts sollte umgehend getrennt und alle geöffneten Browser-Tabs sollten geschlossen werden. Danach empfiehlt sich ein vollstĂ€ndiger Suchlauf mit einem Antivirenprogramm. Betroffene sollten zudem sĂ€mtliche Passwörter Ă€ndern – dies muss zwingend ĂŒber ein separates, nachweislich sicheres GerĂ€t geschehen.

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