SAP drosselt Ausgaben: Milliarden-Umbau zur KI-Finanzierung
04.07.2026 - 21:55:15 | boerse-global.de
Um die milliardenschwere Transformation hin zur Künstlichen Intelligenz zu finanzieren, verhängt das Unternehmen strikte Kontrollen bei Einstellungen, Reisen und externen Ausgaben. Das geht aus internen Mitteilungen vom Anfang Juli 2026 hervor.
Strengere Ausgabenkontrolle für die KI-Infrastruktur
Die Kosten für die KI-Entwicklung explodieren. Steigende Token-Verbräuche und hohe Kapitalanforderungen für Rechenzentren zwingen SAP zum Umdenken. Konkret hat der Konzern interne Reisen gestoppt, die nicht direkt kundenbezogenen Aktivitäten oder kritischen KI-Projekten dienen. Zudem wurde ein sogenannter „Spend Council" wiederbelebt, der Beschaffung und Ausgaben Dritter streng überwacht.
Ziel ist es, durch mehr Disziplin bei den operativen Kosten die nötigen Mittel für Cloud-Kapazitäten, Modell-Lizenzen und spezialisierte KI-Experten freizusetzen. Ein Unternehmenssprecher bestätigte, dass SAP KI-bezogene Fähigkeiten priorisiere und gleichzeitig die Ausgaben in nicht essenziellen Bereichen reduziere.
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Kein Stellenabbau, aber ein neues Personalgefüge
Die Einstellungsbremse gilt vor allem für nicht-essenzielle Positionen. Für Kern-KI-Rollen wird weiter rekrutiert. CEO Christian Klein stellte klar, dass er nicht mit einer deutlich kleineren Belegschaft rechne, sondern mit einer, die anders strukturiert sei, um den neuen technologischen Anforderungen gerecht zu werden.
Dieser interne Umbau folgt auf ein Restrukturierungsprogramm, bei dem rund 10.000 Stellen gestrichen wurden. Seit 2023 hat SAP jedoch per Saldo mehr als 3.500 neue Stellen geschaffen. Die Mitarbeiter sind aufgefordert, sich durch die Schaffung neuer, KI-gestützter Rollen innerhalb der bestehenden Strukturen anzupassen.
Marktreaktion und strategische Partnerschaften
Die Kehrtwende kommt zu einem schwierigen Zeitpunkt für die SAP-Aktie. Mehrere Analysten haben ihre Kursziele gesenkt, einige reduzierten die faire Bewertung von 234,35 Euro auf 214,04 Euro. Der Aktienkurs ist in den letzten zwölf Monaten um 46 Prozent gefallen. Anleger wägen die schleppende KI-Adoption bei den Kunden gegen die hohen Investitionen ab.
Trotz der Volatilität baut SAP sein Partnernetzwerk aus. Anfang Juli gaben SAP und IBM bekannt, dass mehrere internationale Organisationen – darunter JYSK, GBM, die DIFARE Group und die Plastilene Group – SAP Cloud-ERP-Lösungen auf IBM-Infrastruktur ausgewählt haben, um ihre Betriebe zu modernisieren.
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Die Sparmaßnahmen von SAP spiegeln einen breiteren Trend in der Tech-Branche wider. Weltweit wurden in der ersten Jahreshälfte 2026 rund 154.000 Stellen in der Technologiebranche gestrichen, da Konzerne wie Amazon, Oracle und Microsoft ihre Strukturen zugunsten von KI umbauen.
