Sarkopenie, Molekül

Sarkopenie: Neues Molekül LASSS stoppt altersbedingten Muskelabbau

Veröffentlicht am: 26.07.2026 um 17:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forscher der Kyushu University entdecken, dass LASSS den Muskelabbau durch Aktivierung eines Wachstumsfaktors hemmt.

Molekül LASSS: Neuer Ansatz gegen altersbedingten Muskelschwund
Ein medizinisches Labor mit Mikroskop und biologischen Gewebeproben zur Erforschung von Muskelabbau. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der fortschreitende Verlust von Muskelmasse und -funktion im Alter, in der Fachwelt als Sarkopenie bekannt, stellt eine der zentralen Herausforderungen der modernen Altersmedizin dar. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen widmen sich verstärkt molekularen Mechanismen, um diesen Prozess zu verlangsamen oder gar aufzuhalten. In diesem Zusammenhang rückt das Molekül Liponsäure-Trisulfid (LASSS) als potenzieller Wirkstoff in den Fokus der Forschung.

Mechanismen der Erhaltung von Muskelgewebe

Wissenschaftler der Kyushu University unter der Leitung von Ryuichi Tatsumi haben neue Erkenntnisse zur Wirkweise von LASSS gewonnen. Eine im Fachjournal Scientific Reports veröffentlichte Studie vom 24. Juli 2026 (doi:10.1038/s41598-026-60835-w) detailliert den biochemischen Prozess, durch den das Molekül den Erhalt der Muskulatur unterstützen kann.

Demnach verhindert LASSS die sogenannte Nitrierung des Hepatocyte Growth Factor (HGF) an den spezifischen Positionen Y198 und Y250. Durch diesen Schutzmechanismus entsteht eine modifizierte Form des Wachstumsfaktors, die als „Super HGF“ bezeichnet wird. Diese Variante zeichnet sich laut den Untersuchungsergebnissen durch eine deutlich gesteigerte biologische Aktivität aus: Die Bindungsaffinität zum c-Met-Rezeptor ist mehr als doppelt so hoch wie bei herkömmlichem HGF. Die Forscher bezifferten das molare Verhältnis in diesem Prozess auf 1:8000.

Studienergebnisse und experimentelle Beobachtungen

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Ein neu entdecktes Molekül namens LASSS könnte den altersbedingten Muskelabbau stoppen. Die Forschung der Kyushu University zeigt: LASSS schützt den Wachstumsfaktor HGF vor schädlicher Nitrierung und steigert seine Aktivität um mehr als das Doppelte. In Tierversuchen hemmte es den Muskelschwund bei Inaktivität. Jetzt kostenlosen Report über LASSS anfordern

Die Wirksamkeit von LASSS wurde im Rahmen der Forschungsarbeit in Tierversuchen überprüft. In einem Modell zur Inaktivitätsatrophie, bei dem Mäuse mittels Schwebeaufhängung an der Nutzung ihrer Hinterläufe gehindert wurden, konnten die schützenden Effekte des Moleküls beobachtet werden. Die Anwendung von LASSS führte in diesen Versuchen zu einer signifikanten Reduktion der HGF-Nitrierung. In der Folge wurde der Abbau der Muskelmasse gehemmt, der üblicherweise mit längerer körperlicher Inaktivität einhergeht.

Zur Verifizierung der spezifischen Wirkung von LASSS untersuchte das Team um Ryuichi Tatsumi zudem das Molekül GSSSG als Kontrollsubstanz. Im Gegensatz zu LASSS zeigte GSSSG jedoch keinen Effekt auf die Nitrierung von HGF, was die besondere Rolle der Trisulfid-Struktur von LASSS für den therapeutischen Ansatz unterstreicht.

Perspektiven für Humanmedizin und Tiermedizin

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Die im Juli 2026 vorgestellten Ergebnisse eröffnen neue Möglichkeiten für die Behandlung verschiedener Formen des Muskelschwunds. Neben der altersbedingten Sarkopenie sehen die Forscher Anwendungspotenziale bei der Inaktivitätsatrophie, die beispielsweise nach längerer Bettlägerigkeit oder Verletzungen auftritt.

Dabei beschränkt sich das Anwendungsspektrum nicht allein auf die Humanmedizin. Auch in der Tiermedizin, insbesondere bei alternden Haustieren, könnte der Einsatz von LASSS künftig eine Rolle spielen, um die Mobilität und Lebensqualität zu erhalten. Als nächste Schritte in der wissenschaftlichen Aufarbeitung sind bereits weitere Studien an alternden Tieren geplant, um die Langzeitwirkung und Sicherheit des Wirkstoffs umfassender zu bewerten. Ob und wann LASSS als klinisch zugelassenes Präparat zur Verfügung stehen wird, hängt vom Verlauf dieser weiterführenden Untersuchungen ab.

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