SBMA: Phase-3-Studie ROMA-KD prĂŒft AJ201 bei rund 200 gehfĂ€higen Patienten
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 07:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Erforschung und Behandlung neuromuskulĂ€rer Erkrankungen bleibt ein anspruchsvolles Feld der pharmazeutischen Entwicklung. Bei der spinalen und bulbĂ€ren Muskelatrophie (SBMA), fĂŒr die es bislang keine von der US-Zulassungsbehörde FDA zugelassene Therapie gibt, zeichnet sich ein neuer Entwicklungsschritt ab.
Wie das Unternehmen AnnJi Pharmaceutical mitteilte, lĂ€uft der US-amerikanische Teil der globalen, randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Phase-3-Studie ROMA-KD. Die Untersuchung widmet sich dem oralen PrĂŒfprĂ€parat AJ201, auch bekannt als Rosolutamid beziehungsweise JM17, und richtet sich an gehfĂ€hige Personen mit symptomatischer Erkrankung.
Rekrutierung und regulatorischer Status von AJ201
FĂŒr die weltweite Studie ROMA-KD sollen voraussichtlich rund 200 gehfĂ€hige Patientinnen und Patienten rekrutiert werden. Nach der Einreichung des entsprechenden Studienprotokolls bei der FDA ist vorgesehen, die teilnehmenden US-Studienzentren zu aktivieren.
Das PrĂŒfprĂ€parat AJ201 zielt auf einen ungedeckten medizinischen Bedarf ab. Die Substanz verfĂŒgt ĂŒber den Status als Arzneimittel fĂŒr seltene Leiden (Orphan Drug) sowohl in den USA als auch in der EuropĂ€ischen Union. Zudem erteilte die FDA dem Entwicklungsprogramm den Fast-Track-Status, um die klinische ĂberprĂŒfung und potenzielle Zulassung zu beschleunigen.
Entwicklungen bei weiteren neuromuskulÀren Erkrankungen
Neben SBMA stehen auch andere degenerative Muskelleiden im Fokus der klinischen Forschung. Beim Kongress der World Muscle Society prÀsentierte Capricor Daten aus der offenen 24-Monats-VerlÀngerungsstudie HOPE-3 zu Deramiocel bei Duchenne-Muskeldystrophie.
Demnach verzeichneten Patienten, die nach einem anfĂ€nglichen Placebo-Jahr auf Deramiocel umgestellt wurden, einen um 76 Prozent geringeren Verlust der oberen GliedmaĂenfunktion im Behandlungsjahr im Vergleich zum Placebo-Zeitraum. Bei der Bewertung anhand der Skala Performance of Upper Limb 2.0 lag die LS-MittelwertĂ€nderung bei ?2,05 im Placebo-Jahr gegenĂŒber ?0,49 nach dem Wechsel.
FĂŒr SBMA gibt es bislang keine FDA-zugelassene Therapie â doch die Studienlandschaft bewegt sich: Ein oraler PrĂŒfkandidat befindet sich in der zulassungsrelevanten Phase 3, weltweit sind rund 200 gehfĂ€hige Patienten vorgesehen. Unser kostenloser Leitfaden fasst fĂŒr Sie zusammen, wie das Studiendesign aufgebaut ist, was Orphan-Drug- und Fast-Track-Status praktisch bedeuten und welche Schritte bei der Patientenidentifikation helfen. Kostenlosen SBMA-Leitfaden anfordern
Patienten, die von Beginn an durchgehend mit Deramiocel behandelt wurden, wiesen Werte von ?0,95 im ersten sowie ?0,89 im zweiten Jahr auf. An der ursprĂŒnglichen Untersuchung nahmen 106 randomisierte Patienten teil, von denen 98 in die VerlĂ€ngerung ĂŒbergingen. Die Ergebnisse wurden als ErgĂ€nzung zu einem Zulassungsantrag (BLA) bei der FDA eingereicht, wobei die Entscheidung im Rahmen des PDUFA fĂŒr den 22. November 2026 terminiert ist.
Ebenfalls beim World Muscle Society-Kongress stellte Ractigen erste Ergebnisse am Menschen zu RAG-18 aus einer laufenden Phase-I-Studie (NCT07282652) bei Duchenne-Muskeldystrophie vor.
In Kohorte 1, in der drei Teilnehmer monatlich 15 mg intravenös erhielten, stieg Utrophin an der Muskelzellmembran bis Tag 113 im Vergleich zum Ausgangswert um das 3,5- bis 5,3-Fache; bei regenerierenden Muskelfasern lag der Anstieg beim 4,1- bis 4,7-Fachen. Bis Tag 169 traten keine dosislimitierenden ToxizitÀten oder schwerwiegenden Nebenwirkungen ab Grad 3 auf.
Die funktionellen VerlÀufe zeigten sich gemischt: Bei der 6-Minuten-Gehstrecke ergaben sich VerÀnderungen von +36,5 Metern, ?1,0 Metern und ?62,5 Metern, wÀhrend der North Star Ambulatory Assessment bei allen drei Probanden um 3 Punkte sank. Die zweite Kohorte mit einer Dosierung von monatlich 30 mg ist vollstÀndig rekrutiert.
Grundlagenforschung zu Muskelschwund und hormonellen EinflĂŒssen
ErgĂ€nzend zu pharmazeutischen PrĂŒfkandidaten liefert die Grundlagenforschung Einblicke in Mechanismen des Muskelabbaus. Eine im Journal of Cachexia, Sarcopenia and Muscle publizierte Untersuchung befasste sich mit Muskelatrophie nach RĂŒckenmarksverletzungen.
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Bei zehn von zwölf Patienten mit chronischer traumatischer RĂŒckenmarksverletzung wurde ein Vitamin-D-Mangel oder eine Insuffizienz festgestellt. Die Vitamin-D-Werte und der Muskelindex korrelierten, wobei dieser Zusammenhang rund 65 Prozent der Unterschiede erklĂ€rte.
Im Tiermodell mit vollstĂ€ndiger RĂŒckenmarksdurchtrennung fĂŒhrte die Gabe von Calcitriol nach 28 Tagen zu einem besseren Erhalt der Muskelmasse. Zudem erhöhte sich TIGAR um das 1,68-Fache und FBP2 um das 1,79-Fache gegenĂŒber unbehandelten Kontrolltieren, was den Bedarf an weiteren KausalitĂ€tsprĂŒfungen unterstreicht.
