Schadsoftware, TinyRCT

Schadsoftware TinyRCT: Zehn Organisationen in Südostasien kompromittiert

26.06.2026 - 23:29:39 | boerse-global.de

Chinesische Hackergruppe nutzt TinyRCT-Trojaner für Angriffe auf Regierungs- und Energieziele in Südostasien.

CL-STA-1062: Neue Schadsoftware TinyRCT attackiert kritische Infrastruktur
Schadsoftware - Digitale Karte Südostasiens mit leuchtenden Datenflusslinien und einer schattenhaften Figur im Hintergrund. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Cybersicherheitsforscher haben eine chinesischsprachige Hackergruppe identifiziert, die gezielt Regierungsbehörden und Energieunternehmen angreift.

Die Gruppe mit der Bezeichnung CL-STA-1062 nutzt eine neuartige Hintertür namens TinyRCT, um in fremde Netzwerke einzudringen. Mindestens zehn Organisationen wurden zwischen September und Dezember 2025 kompromittiert, wie ein am Freitag veröffentlichter Bericht zeigt.

TinyRCT: Eine gefährliche Fernsteuerung

Bei TinyRCT handelt es sich um einen sogenannten Remote Access Trojan (RAT) auf .NET-Basis. Die Schadsoftware ermöglicht Angreifern die vollständige Kontrolle über befallene Systeme. Sie können beliebige Befehle ausführen, Dateien stehlen oder Bildschirminhalte abgreifen.

Um der Entdeckung zu entgehen, verschlüsselt TinyRCT seine Kommunikation mit einem Kommando-Server mittels AES-128-CBC. Die Verbindung wird alle zehn Sekunden aktualisiert. Zudem verfügt die Malware über einen Selbstzerstörungsmechanismus.

Die Infektionskette beginnt meist mit einer komprimierten Datei namens chrome_setup.zip. Über eine Technik namens AppDomainManager-Injection wird die Schadsoftware geladen – getarnt als legitime Datei PerfWatson2.exe.

Systematischer Angriff auf kritische Infrastruktur

Die Kampagne richtet sich speziell gegen Regierungseinrichtungen und Energieversorger in Südostasien. Obwohl CL-STA-1062 bereits seit März 2022 aktiv ist, verstärkte die Gruppe ihre Aktivitäten im Laufe des Jahres 2025 deutlich.

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Neben der eigenen Schadsoftware TinyRCT setzen die Hacker auf eine Reihe von Open-Source-Tools. Dazu gehören:

  • SoftEther VPN zur Verschleierung der Verbindungen
  • Mimikatz zum Diebstahl von Zugangsdaten
  • ASPX-Webshells zur dauerhaften Kontrolle
  • JuicyPotato zur Rechteausweitung

Die Persistenz in den angegriffenen Netzwerken sichern sich die Angreifer durch geplante Tasks, die legitime Google-Update-Dienste imitieren.

Verbindungen zu weiteren Angriffen

Die Forscher sehen Verbindungen zwischen CL-STA-1062 und einer weiteren Gruppe namens UAT-7237. Diese war bereits Mitte 2025 bei Angriffen auf Webhosting-Anbieter in Taiwan aktiv geworden.

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Die aktuellen Enthüllungen reihen sich ein in eine Serie von Cyberangriffen mit mutmaßlich chinesischem Hintergrund in der Region. Erst kürzlich wurde die GopherWhisper-Kampagne bekannt, die mongolische Regierungsinstitutionen mit Go-basierten Hintertüren angriff und legitime Dienste wie Slack und Discord für die Kommunikation missbrauchte.

Auch Japan bleibt nicht verschont: Ermittler deckten einen Vorfall aus dem Jahr 2024 auf, bei dem die japanischen Bodenselbstverteidigungsstreitkräfte mit manipulierten USB-Sticks infiziert wurden. Über 50 Computer waren betroffen – die Infektion blieb bis Februar 2025 unentdeckt.

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