Schaltschrankbau, PrÀventive

Schaltschrankbau: PrÀventive Wartung kann 30 Prozent Kosten einsparen

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der gemeinsame Systemansatz verbindet Engineering, Fertigung und Simulation; prÀventive Wartung kann laut Rittal Instandhaltungskosten um 30 Prozent senken.
Moderne industrielle Fertigungshalle mit automatisierten Maschinen in einer hellen, technisch prÀzisen Umgebung. Illustration mit AI erstellt.

Die klassische Optimierung isolierter Einzelschritte stĂ¶ĂŸt im Maschinen- und Schaltanlagenbau zunehmend an wirtschaftliche und technische Grenzen. Vor diesem Hintergrund rĂŒckt das Zusammenspiel von Engineering und Fertigung stĂ€rker in den Mittelpunkt.

Auf der Fachmesse SPS 2026 demonstrieren Rittal und Eplan einen gemeinsamen Systemansatz, der auf dem Konzept des digitalen Zwillings basiert und eine durchgĂ€ngige DatenkontinuitĂ€t ĂŒber den gesamten Entstehungsprozess hinweg anstrebt.

Wie Uwe Scharf von Rittal hervorhebt, genĂŒgt die punktuelle Verbesserung einzelner ArbeitsablĂ€ufe nicht mehr, um die ProduktivitĂ€t nachhaltig zu steigern; stattdessen sei ein unterbrechungsfreier Datenfluss zwingend erforderlich.

Automatisierte Planung und standardisierter Datenaustausch

Ein zentraler Baustein des gemeinsamen Konzepts ist die VerknĂŒpfung von Konstruktionsdaten mit Cloud-Diensten und standardisierten Modellen. Eplan stellt in diesem Kontext eine Lösung fĂŒr Benachrichtigungen ĂŒber ProduktĂ€nderungen vor, die in Kooperation mit Phoenix Contact entwickelt wurde.

Diese Umsetzung nutzt die Eplan Cloud und stĂŒtzt sich auf die Verwaltungsschale sowie ECLASS Advanced. Dr. Marco Litto von Eplan verweist darauf, dass die finale Umsetzung dieser Dateninfrastruktur mit ĂŒber zehn weiteren Herstellern geplant ist.

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Parallel dazu zielt die Softwareentwicklung darauf ab, manuelle Eingriffe im Entwurfsprozess weiter zu reduzieren. Die automatisierte Projekterstellung platziert Komponenten kĂŒnftig eigenstĂ€ndig im dreidimensionalen Modell der Software Eplan Pro Panel.

ErgĂ€nzend dazu stellt Rittal Werkzeuge wie den Tragarm-Konfigurator bereit, der direkt 3D- und CAD-Daten liefert. Zudem verzeichnet die hauseigene RiLineX-Plattform ein wachsendes Partner-Ökosystem, was die Einbindung modularer Komponenten in die Gesamtanlage erleichtern soll.

Kooperationen fĂŒr modulare Schaltschranktechnik und Simulation

Der Nutzen lĂŒckenloser DatensĂ€tze zeigt sich insbesondere an der Schnittstelle zwischen physischem Schaltschrankbau und digitaler FunktionsprĂŒfung. In Zusammenarbeit mit Rockwell Automation prĂ€sentieren die Unternehmen anwendungsbezogene Lösungen in Form von Prozess- und Motion-SchaltschrĂ€nken. Das gezeigte Motion-Cabinet steuert ĂŒber eine CompactLogix-Speicherprogrammierbare Steuerung einen Delta-Roboter von autonox.

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FĂŒr die Absicherung vor der realen Inbetriebnahme kommt dabei Emulate3D zum Einsatz, womit virtuelle Tests der Steuerungslogik ermöglicht werden. ErgĂ€nzt wird die AusrĂŒstung durch das Antriebssystem ArmorKinetix. Die lĂŒckenlose Dokumentation und Überwachung wirkt sich laut Rittal auch auf den spĂ€teren Betrieb der Schaltanlagen aus: Durch prĂ€ventive WartungsansĂ€tze lassen sich demnach 30 Prozent der Instandhaltungskosten einsparen.

Die vorgestellten Systeme verdeutlichen den Wandel in der Branche weg von Insellösungen hin zu integrierten Wertschöpfungsketten, in denen Engineering-Daten, Simulationen und modulare Hardwareplattformen fest ineinandergreifen.

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