MĂ€nnliche BreitfuĂ-BeutelmĂ€use - Weniger Schlaf, mehr Sex
25.01.2024 - 17:13:05Um wĂ€hrend der Paarungszeit mehr Zeit fĂŒr Sex zu haben, opfern mĂ€nnliche BreitfuĂ-BeutelmĂ€use teils mehrere Stunden Schlaf pro Nacht. Zu diesem Ergebnis kommt eine internationale Studie, die in der Fachzeitschrift «Current Biology» veröffentlicht wurde.
Dabei wurden die Bewegungen und der Schlaf von nur in Australien lebenden Swainson- und Grauen BreitfuĂ-BeutelmĂ€usen (Antechinus swainsonii und A. agilis) gemessen. Den Forschern zufolge ist es die erste Studie, die direkte Beweise fĂŒr diese Art der SchlafeinschrĂ€nkung bei einem landlebenden SĂ€ugetier liefert.
«Mit einer Kombination von Techniken haben wir gezeigt, dass die MĂ€nnchen wĂ€hrend der Paarungszeit weniger schlafen», sagte Erstautorin Erika Zaid von der La Trobe UniversitĂ€t in Melbourne, Australien. Ein MĂ€nnchen habe seinen Schlaf dabei sogar um die HĂ€lfte reduziert. «Bei Menschen und anderen Tieren fĂŒhrt eine EinschrĂ€nkung der normalen Schlafmenge zu schlechteren Leistungen im Wachzustand - ein Effekt, der sich Nacht fĂŒr Nacht verstĂ€rkt. Und doch taten die BreitfuĂ-BeutelmĂ€use genau das: Sie schliefen drei Stunden weniger pro Nacht, jede Nacht, drei Wochen lang.» Bei den Weibchen blieb die Schlafzeit unverĂ€ndert.
Tod nach der Paarungszeit
FĂŒr die kleinen Beuteltiere ist es eine AbwĂ€gung zwischen Schlaf und Fortpflanzung, die wahrscheinlich auf eine starke sexuelle Selektion zurĂŒckzufĂŒhren ist, wie es in der Studie heiĂt: MĂ€nnliche BreitfuĂ-BeutelmĂ€use erleben nur eine Paarungszeit, danach sterben sie. Diese seltene Fortpflanzungsstrategie wird auch SemelparitĂ€t genannt.
In ihrer ersten und einzigen Paarungszeit konkurrieren die MÀnnchen um den Kontakt zu so vielen Weibchen wie möglich, um ihre Chancen auf eine erfolgreiche Fortpflanzung zu maximieren, so die Studienautoren.
«Es ist eigentlich ein wenig ĂŒberraschend, dass die Tiere wĂ€hrend der Paarungszeit nicht noch mehr Schlaf opfern, da sie ohnehin bald sterben werden», sagte Zaid. «Auf diese Weise bleibt ein GroĂteil ihres Schlafes erhalten, was die grundlegenden Funktionen des Schlafes deutlich macht.»
Warum die MÀnnchen nach der dreiwöchigen Paarungszeit im Alter von nur etwa einem Jahr sterben, bleibt der Studie zufolge unklar. Der Schlafmangel sei vermutlich keine entscheidende Ursache - Tiere mit weniger Schlaf waren nicht in schlechterer Verfassung als solche mit mehr Schlaf.


