Schlafapnoe-Risiko, Studie

Schlafapnoe-Risiko: Studie findet rund 40 Prozent höhere Odds für psychische Probleme

Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 11:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine kanadische Langzeitstudie fand bei erhöhtem Schlafapnoe-Risiko rund 40 Prozent höhere Odds für psychische Probleme, ohne einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zu belegen.
Ein ruhiges, in sanftes Morgenlicht getauchtes Schlafzimmer mit einem ungemachten Bett, das eine friedliche Atmosphäre vermittelt. Illustration mit AI erstellt.

Eine obstruktive Schlafapnoe kann das Wohlbefinden im Alter spürbar belasten. Welche Zusammenhänge zwischen nächtlichen Atemaussetzern und der seelischen Verfassung bestehen, veranschaulicht eine kanadische Kohortenstudie auf Basis der Canadian Longitudinal Study on Aging.

Die in der Fachzeitschrift JAMA Network Open (2025;8(12):e2549137) veröffentlichte Untersuchung zeigt eine deutliche Verbindung auf, wie das Fachportal pharmanow.at in einem Bericht vom 20.10.2026 darlegte.

Demnach hatten Menschen im Alter von 45–85 Jahren mit einem erhöhten Risiko für obstruktive Schlafapnoe sowohl zu Studienbeginn als auch bei einer Nachuntersuchung nach knapp 3 Jahren rund 40% höhere Odds für psychische Probleme.

Depressionen und neu auftretende Beschwerden im Fokus

Die Auswertung der Kohortenstudie macht deutlich, dass das Phänomen in der untersuchten Gruppe weit verbreitet war: Knapp ein Viertel der Teilnehmenden im Alter von 45–85 Jahren wies zu Studienbeginn ein erhöhtes Risiko für die nächtlichen Atemaussetzer auf. Diese Risikokonstellation ging mit einer signifikant höheren Anfälligkeit für psychische Belastungen einher.

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Innerhalb des erfassten Spektrums waren vor allem Depressionen und affektive Störungen betroffen. Neben bereits bestehenden Leiden wirkte sich die Atemstörung offenbar auch auf die mittelfristige Entwicklung aus: Auch neu auftretende psychische Beschwerden traten bei Menschen mit Schlafapnoe-Risiko im Verlauf des Beobachtungszeitraums häufiger auf als bei Personen ohne diese Atembeschwerden. Die Daten spiegeln damit eine anhaltende Assoziation wider, die über den Zeitraum von knapp 3 Jahren stabil blieb.

Fehlende Kausalität und methodische Grenzen

Trotz der statistischen Signifikanz verweisen die Studienverantwortlichen auf zentrale methodische Einschränkungen der Erhebung. Aus den Daten lässt sich kein Kausalitätsnachweis ableiten. Es bleibt somit wissenschaftlich offen, ob die Atemaussetzer zu den psychischen Problemen führen, ob psychische Belastungen Schlafstörungen begünstigen oder ob gemeinsame Vorerkrankungen und Lebensumstände beiden Erscheinungen zugrunde liegen.

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Ein weiterer limitierender Faktor liegt in der Erfassungsmethode: Das Schlafapnoe-Risiko der teilnehmenden Personen wurde in der Canadian Longitudinal Study on Aging ausschließlich per Fragebogen ermittelt.

Eine Bestätigung durch eine schlafmedizinische Diagnostik erfolgte im Rahmen der Untersuchung nicht. Fragebögen bieten in epidemiologischen Großstudien zwar wertvolle Anhaltspunkte für Risikogruppen, ersetzen in der klinischen Praxis jedoch keine apparative Schlaflaboruntersuchung.

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