SchlafqualitÀt des Partners: Studie zeigt Einfluss auf ErnÀhrung
Veröffentlicht am: 22.09.2026 um 07:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das ErnÀhrungsverhalten von Paaren hÀngt eng mit der nÀchtlichen Ruhe zusammen. Eine Untersuchung der Concordia-UniversitÀt im kanadischen Montreal legt dar, dass sich die SchlafqualitÀt einer Person messbar auf die ErnÀhrungsentscheidungen des Partners auswirkt.
Die in der Fachzeitschrift Annals of Behavioral Medicine veröffentlichte Beobachtungsstudie verdeutlicht, dass BemĂŒhungen um eine gesĂŒndere Lebensweise nicht isoliert betrachtet werden können.
Beobachtung von Paaren ĂŒber drei Monate
FĂŒr die Erhebung untersuchten Forschende um den Psychologen und Studienleiter Professor Jean-Philippe Gouin insgesamt 204 zusammenlebende Paare, was einer Gruppe von 408 Erwachsenen entspricht. Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden lag bei 42,4 Jahren, und rund 92 Prozent der Partnerschaften waren heterosexuell.
Voraussetzung fĂŒr die Teilnahme war, dass mindestens eine Person pro Paar ĂŒbergewichtig oder fettleibig war und aktiv versuchte, die eigene ErnĂ€hrung oder körperliche AktivitĂ€t zu verbessern. Bei 95,8 Prozent der Befragten bestand das Ziel, die bestehenden ErnĂ€hrungsgewohnheiten anzupassen.
Die Datenerhebung erstreckte sich ĂŒber drei Monate hinweg. Befragungen fanden zu Studienbeginn sowie im ersten und dritten Monat statt, ergĂ€nzt durch ein 14-tĂ€giges Tagebuch. Als reine Beobachtungsstudie zeigt die Untersuchung statistische ZusammenhĂ€nge auf, liefert jedoch keinen Nachweis fĂŒr eine direkte KausalitĂ€t.
Schlafmangel schwÀcht Selbstregulation und Motivation
Die Auswertung der Daten ergab, dass ein schlechterer Schlaf eines Partners mit einer verminderten DiÀtqualitÀt der betreffenden Person (Koeffizient 0,07) und zugleich mit einer schlechteren DiÀtqualitÀt des Partners (Koeffizient 0,10) einherging.
Die Studie mit 204 Paaren zeigt: Schlechter Schlaf wirkt sich nicht nur auf den SchlĂ€fer aus, sondern auch auf die ErnĂ€hrungsentscheidungen des Partners â selbst wenn dieser gut geschlafen hat. Wer gemeinsam gesĂŒnder essen will, sollte deshalb nicht nur den Einkaufszettel, sondern auch die Nachtruhe besprechen. Kostenlosen Paar-ErnĂ€hrungsplan anfordern
Dieser Effekt blieb auch nach statistischer Kontrolle des eigenen Schlafs bestehen. Selbst gut schlafende Personen berichteten bei schlechter Nachtruhe des Partners von vergleichbaren Schwierigkeiten, ihre gesundheitsbezogenen ErnÀhrungsziele einzuhalten.
Partner von Personen mit schlechtem Schlaf wiesen schwĂ€chere Absichten, ein geringeres Vertrauen in das eigene Vorhaben sowie weniger Anstrengung fĂŒr eine gesunde ErnĂ€hrung auf.
Die statistische Vermittlung dieses Effekts lief zu rund 18,9 Prozent ĂŒber die Anstrengung zur Selbstregulation und zu rund 17,7 Prozent ĂŒber die wahrgenommene Selbstwirksamkeit. Forschende vermuten hinter diesem Mechanismus unter anderem, dass Schlafmangel vermehrt zum Verzehr kalorienreicher Snacks wie Schokolade, Chips und SĂŒĂigkeiten fĂŒhrt.
Hohe Ăhnlichkeit beim Essen, Unterschiede beim Schlaf
AuffĂ€llig waren die Differenzen zwischen Schlafgewohnheiten und ErnĂ€hrungsmustern innerhalb der Partnerschaften. WĂ€hrend die Ăhnlichkeit bei der DiĂ€tqualitĂ€t unter den Paaren mit einem Intraklassen-Korrelationskoeffizienten (ICC) von 0,49 relativ stark ausgeprĂ€gt war, fiel die SchlafĂ€hnlichkeit mit einem Wert von 0,09 deutlich geringer aus.
Nach einer unruhigen Nacht greifen viele automatisch zu Chips, Schokolade oder SĂŒĂigkeiten â und die guten VorsĂ€tze fĂŒrs gemeinsame Essen geraten ins Rutschen. Genau dort setzt der Leitfaden an: mit einer Checkliste zur Selbstregulation und Snack-Alternativen, die auch an schlechten Tagen funktionieren. Checkliste fĂŒr schlechte NĂ€chte sichern
Geschlechtsspezifische Unterschiede zeigten sich vor allem im Grundverhalten: Frauen berichteten ĂŒber eine gesĂŒndere ErnĂ€hrung und eine stĂ€rkere Selbstregulation als MĂ€nner. Das Geschlecht verĂ€nderte den festgestellten Partnereffekt jedoch nicht.
Studienleiter Gouin folgerte aus den Ergebnissen, dass ErnĂ€hrungsverhalten nicht rein individuell bewertet werden sollte. Partner wĂŒrden sich im Alltag sowohl bewusst als auch unbewusst gegenseitig beeinflussen, was bei MaĂnahmen zur ErnĂ€hrungsumstellung berĂŒcksichtigt werden mĂŒsse.
