Schlaftyp bestimmt Gewicht: Nachteulen haben BMI von 31,4
Veröffentlicht: 13.07.2026 um 14:56 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Schlafrhythmus, Abnehmgeschwindigkeit und Abnehmspritzen: Die Forschung liefert überraschende neue Erkenntnisse zum Thema Gewichtsverlust.
Der Nachteil der Nachteulen
Forscher der neuseeländischen Massey University haben einen klaren Zusammenhang zwischen Schlafrhythmus und Körpergewicht nachgewiesen. Unter der Leitung von Professorin Rozanne Kruger analysierten sie 300 Frauen. Das Ergebnis: Nachteulen – rund 34 Prozent der Probandinnen – hatten einen durchschnittlichen BMI von 31,4. Morgen- und Mischtypen kamen auf deutlich niedrigere 26,1.
Die in „Frontiers in Nutrition“ veröffentlichte Studie zeigt: Abendtypen essen häufiger nach 20 Uhr. Das hängt mit mehr Bauchfett und schlechteren Blutzucker- und Blutfettwerten zusammen. Das Timing der Nahrungsaufnahme spielt also eine entscheidende Rolle für den Stoffwechsel.
Schnell abnehmen – und trotzdem stabil bleiben
Eine norwegische Langzeitstudie räumt mit einem weit verbreiteten Mythos auf. 284 adipöse Erwachsene wurden untersucht, die Ergebnisse im Mai 2026 auf dem Europäischen Adipositas-Kongress vorgestellt. Dr. Line Kristin Johnson vom Vestfold Hospital Trust wollte wissen: Führt schneller Gewichtsverlust wirklich zum Jo-Jo-Effekt?
Die eine Gruppe reduzierte ihre Kalorienzufuhr für acht Wochen auf unter 1.000 Kilokalorien pro Tag, die andere auf moderate 1.400. Nach vier Monaten hatte die Schnell-Abnehm-Gruppe 13 Prozent verloren, die langsame Gruppe 8 Prozent. Nach einem Jahr lag der Verlust bei 14,4 gegenüber 10,5 Prozent. Fazit: Wer schnell abnimmt, nimmt nicht zwangsläufig schneller wieder zu.
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Die Schattenseiten der Abnehmspritzen
Inkretin-Mimetika wie Semaglutid und Tirzepatid sind aktuell in aller Munde – doch Fachleute warnen. Eine medizinische Fachgesellschaft für Ernährungsmedizin weist auf einen gravierenden Nachteil hin: den Verlust von Muskelmasse. Mit Tirzepatid sind im Schnitt 20,9 Prozent Gewichtsverlust möglich, mit Semaglutid 17 Prozent. Aber: Ohne begleitendes Krafttraining und ausreichend Eiweiß leidet die funktionelle Muskelmasse.
Besonders kritisch ist die Lage bei Jugendlichen. Eine Beobachtung von 22 Patienten zwischen 12 und 18 Jahren, die mit Saxenda behandelt wurden, zeigte Gewichtsverluste von bis zu 20 Kilogramm. Doch mehr als die Hälfte brach die Behandlung wegen Nebenwirkungen wie Übelkeit ab. Für Jugendliche mit einem BMI ab 35 wird unter bestimmten Voraussetzungen auch Wegovy in Betracht gezogen.
Der Körper wehrt sich – natürliche Alternativen
Die Set-Point-Theorie besagt: Der Körper verteidigt sein biologisch verankertes Sollgewicht. In Fallbeispielen zeigten selbst radikale Lebensstilumstellungen oft nur geringe Effekte. Neue Medikamente versuchen, diese Mechanismen zu umgehen – die Langzeitwirkungen sind jedoch unklar.
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Parallel dazu rücken natürliche Methoden in den Fokus. Eine Übersichtsarbeit von 2025 deutet darauf hin, dass fermentierte Lebensmittel wie Kimchi oder Joghurt die Produktion des körpereigenen Sättigungshormons GLP-1 anregen. Das ist das natürliche Pendant zu den Wirkstoffen der Abnehmspritzen.
Auch präventive Maßnahmen im öffentlichen Raum werden gefördert. Düsseldorf wurde im Juli 2026 für betriebliche Gesundheitsförderung ausgezeichnet. Im Frühjahr 2026 starteten Kooperationen zwischen Krankenkassen und dem Lebensmitteleinzelhandel in Sachsen und Thüringen – mit speziellen Vollkornprodukten für gesündere Ernährungsgewohnheiten.
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