Schlaganfall: INTERSTROKE-Studie sieht 90,7 Prozent des Risikos als vermeidbar
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 15:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deMedizinische Fachquellen betonen regelmĂ€Ăig, dass die gezielte Kontrolle des Blutdrucks, eine ausgewogene ErnĂ€hrung und ein konsequenter Rauchverzicht zu den wirksamsten Hebeln gehören, um das Risiko fĂŒr einen Schlaganfall zu minimieren.
Ein GroĂteil der vaskulĂ€ren Ereignisse gilt wissenschaftlich als vermeidbar. Nach Angaben der Sociedad Española de NeurologĂa wĂ€ren bis zu 90 Prozent der SchlaganfĂ€lle durch eine konsequente Kontrolle der bekannten Risikofaktoren abwendbar.
Die internationale INTERSTROKE-Studie mit rund 27.000 Teilnehmenden aus 32 LĂ€ndern belegt diese ZusammenhĂ€nge detailliert: Zehn modifizierbare Risikofaktoren erklĂ€ren demnach 90,7 Prozent des populationsbezogenen Schlaganfallrisikos. Bei Personen im Alter von 55 Jahren und jĂŒnger liegt dieser Anteil sogar bei 92,2 Prozent.
Hypertonie als fĂŒhrender GefĂ€ĂschĂ€diger
Unter den identifizierten EinflussgröĂen dominiert die Hypertonie das Geschehen mit einem populationsbezogenen Risikoanteil von 47,9 Prozent. Nach Angaben der Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe erhöht unbehandelter Bluthochdruck das Schlaganfallrisiko um das FĂŒnffache.
Ein normaler Blutdruck liegt systolisch bei Werten zwischen 120 und 129 sowie diastolisch zwischen 80 und 84. In der Altersgruppe der ĂŒber 60-JĂ€hrigen ist mehr als die HĂ€lfte von Bluthochdruck betroffen.
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In Deutschland weisen laut der GEDA-Studie des Robert Koch-Instituts 30,9 Prozent der Frauen und 32,8 Prozent der MÀnner einen Bluthochdruck auf. Wie die Deutsche Hochdruckliga berichtet, bleibt die Erkrankung zudem in rund 30 Prozent der FÀlle gÀnzlich unentdeckt.
Neben dem Blutdruck zĂ€hlen atherogene Lipide sowie Diabetes, der das Risiko um das Zwei- bis Dreifache steigert, und Vorhofflimmern mit einer Herzfrequenz von ĂŒber 100 SchlĂ€gen pro Minute zu den wesentlichen internistischen Risikofaktoren.
Bewegung, Gewicht und ausgewogene Kost
Als zweitwichtigster modifizierbarer Einzelfaktor folgt in der INTERSTROKE-Analyse der Bewegungsmangel mit einem Anteil von 35,8 Prozent, gefolgt von ungesunder ErnÀhrung und abdominaler Adipositas. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt zur Vorbeugung mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche. ErgÀnzend wird eine mediterrane ErnÀhrungsweise empfohlen.
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Ăbergewicht fĂŒhrt zu einer Steigerung des Erkrankungsrisikos um das Zwei- bis Dreifache. Als kritische Schwellenwerte gelten ein Body-Mass-Index ab 25 sowie ein Bauchumfang von maximal 80 Zentimetern bei Frauen und bis zu 102 Zentimetern bei MĂ€nnern.
Einfluss von Genussmitteln und Schlafdauer
Auch Genussmittel belasten das GefĂ€Ăsystem erheblich. Tabakkonsum erhöht das Schlaganfallrisiko um das Dreifache, wobei bereits eine Zigarette pro Tag das Risiko bei MĂ€nnern um rund 25 Prozent steigen lĂ€sst (relatives Risiko 1,25). Nach fĂŒnf Jahren vollstĂ€ndiger Abstinenz sinkt das Risiko wieder auf das Niveau von Nichtrauchern.
Beim Alkoholkonsum gelten Richtwerte von 10 bis 12 Gramm pro Tag fĂŒr Frauen und 20 bei 24 Gramm pro Tag fĂŒr MĂ€nner, verbunden mit der Empfehlung von drei bis vier abstinenten Tagen pro Woche. Ein hoher Konsum von jeweils etwa 28 StandardglĂ€sern Alkohol pro Woche erhöht das Risiko fĂŒr einen ischĂ€mischen Schlaganfall um 27 Prozent und fĂŒr eine intrazerebrale Blutung um 58 Prozent.
Zunehmende Beachtung findet zudem die Schlafdauer: Eine Schlafdauer von unter fĂŒnf Stunden geht mit einem ChancenverhĂ€ltnis von 3,15 einher, wĂ€hrend eine Schlafdauer von ĂŒber neun Stunden einen Wert von 2,67 aufweist. Regionale Initiativen und Gesundheitsstudien greifen diese Faktoren auf, um das Bewusstsein fĂŒr die GefĂ€Ăgesundheit in der Bevölkerung langfristig zu schĂ€rfen.
