TodesfÀlle, Feinstaub

Fast 240.000 TodesfÀlle durch Feinstaub in der EU

10.12.2024 - 10:01:35

Schlechte Luft ist nach wie vor fĂŒr viele TodesfĂ€lle in Europa verantwortlich und schĂ€digt zahlreiche Ökosysteme. Die EU-Umweltagentur hat aber auch einen positiven Trend beobachtet.

SchĂ€tzungsweise mindestens 239.000 TodesfĂ€lle pro Jahr lassen sich in der EU auf eine zu hohe Feinstaubbelastung in der Luft zurĂŒckfĂŒhren. 70.000 TodesfĂ€lle seien im Jahr 2022 einer Belastung mit Ozon sowie 48.000 mit Stickstoffdioxid zuzuschreiben, teilte die EuropĂ€ische Umweltagentur EEA in einem neuen Bericht mit.

Die neuen Daten bestĂ€tigten einmal mehr, dass die Menschen in Europa mit Luftschadstoffkonzentrationen fertig werden mĂŒssten, die deutlich ĂŒber den empfohlenen Werten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) lĂ€gen, schrieb die in Kopenhagen ansĂ€ssige EU-Behörde. Die TodesfĂ€lle hĂ€tten durch das Einhalten der WHO-Richtwerte vermieden werden können.

Die SchĂ€tzwerte gehen auf epidemiologische Analysen zurĂŒck. Sie ermitteln den statistischen Zusammenhang zwischen Risikofaktoren wie der Feinstaub-Belastung und gesundheitlichen Auswirkungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über den Vergleich von Gruppen, die der vermuteten Ursache in unterschiedlichem Maße ausgesetzt sind, lassen sich begrĂŒndete Annahmen zu solchen ZusammenhĂ€ngen ableiten. Epidemiologische Studien zeigen Korrelationen, keine KausalitĂ€ten, sagen also nichts ĂŒber ursĂ€chliche ZusammenhĂ€nge aus. Ergebnis ist eine statistische AbschĂ€tzung, keine exakte Angabe zu klinisch identifizierten TodesfĂ€llen. Der tatsĂ€chliche Wert kann sowohl höher als auch niedriger liegen.

Die EEA-Experten warnten auch vor den Folgen schlechter Luft fĂŒr die europĂ€ischen Ökosysteme. Fast drei Viertel dieser Ökosysteme seien gesundheitsschĂ€dlichen Luftverschmutzungswerten ausgesetzt, hieß es in einer weiteren EinschĂ€tzung der Umweltagentur.

Immer noch seien zu viele Menschen in Europa - insbesondere in den StĂ€dten - von schlechter LuftqualitĂ€t betroffen, die zu Krankheiten und vorzeitigen TodesfĂ€llen fĂŒhre, mahnte EEA-Exekutivdirektorin Leena YlĂ€-Mononen an. Dass die Luftverschmutzung auch weitreichende negative Folgen fĂŒr die Ökosysteme mit sich bringe, mache es umso wichtiger, die BemĂŒhungen fĂŒr eine sauberere Luft zu verdoppeln.

Langfristiger Lichtblick

Die EEA gewinnt den jĂŒngsten Daten auch Positives ab: Sie bestĂ€tigten den Trend, dass sich die Lage hinsichtlich der langfristigen Gesundheitsbelastung durch die Luftschadstoffe Feinstaub (PM2.5), Stickstoffdioxid (NO2) und Ozon (O3) insgesamt bessere, schrieb die Behörde. 

Zwischen 2005 und 2022 sei die Zahl der auf Feinstaub (PM2.5) zurĂŒckzufĂŒhrenden TodesfĂ€lle in der EU um 45 Prozent gesunken. Damit bleibe die EuropĂ€ische Union auf Kurs, um ihr Ziel zu erreichen, diese Zahl bis 2030 um 55 Prozent im Vergleich zu 2005 zu verringern.

In Deutschland betrug der RĂŒckgang von 2005 bis 2022 nach EEA-Angaben sogar 53 Prozent. 2022 ließen sich demnach somit noch rund 32.600 TodesfĂ€lle auf die Feinstaubbelastung zurĂŒckfĂŒhren. 

Neue EU-Richtlinien

Die Veröffentlichung der neuen EEA-Daten fĂ€llt mit dem Inkrafttreten neuer EU-Richtlinien zusammen, die die LuftqualitĂ€t in Europa weiter verbessern sollen. Die Vorschriften bringen die EU-Grenzwerte nĂ€her an die WHO-Standards heran und sollen die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung somit in den kommenden Jahren weiter drĂŒcken.

@ dpa.de