Schmerzforschung, Kegelschneckengift

Schmerzforschung: Kegelschneckengift wirkt ohne Opioiden-Nebenwirkungen

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 21:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschende entdecken schmerzlinderndes Peptid aus Kegelschneckengift ohne Opioid-Nebenwirkungen. Zudem starten zwei große Projekte zu Endometriose-Schmerzen.

Kegelschneckengift und Endometriose: Neue Wege in der Schmerzforschung
Modernes medizinisches Forschungslabor mit hochmoderner Mikroskopietechnologie und visualisierten Molekülstrukturen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein Team der MedUni Wien präsentiert einen Wirkstoff aus Kegelschneckengift, der entzündliche Schmerzen lindert – ohne die typischen Nebenwirkungen von Opioiden. Gleichzeitig starten in Deutschland zwei große Verbundprojekte zu Endometriose-Schmerzen.

Kegelschneckengift: Peptid wirkt ohne Sedierung

Ein internationales Forschungsteam unter Harald Sitte von der MedUni Wien hat ein neuartiges Peptid entdeckt. Der Wirkstoff namens AoIA stammt aus dem Gift der Kegelschnecke Conus araneosus und zeigt im Tiermodell deutliche Erfolge gegen entzündungsbedingte Schmerzen.

Das Besondere: AoIA hemmt den Noradrenalin-Transporter, unterscheidet sich aber grundlegend von Opioiden. Anders als verwandte Peptide lässt es sich subkutan injizieren – ohne die Bewegungskoordination zu beeinträchtigen oder Sedierung auszulösen. Die Forscher klärten die Molekülstruktur mittels Kryo-Elektronenmikroskopie auf. Das schafft die Basis für die weitere pharmakologische Entwicklung.

Die Ergebnisse veröffentlichte das Team heute im Fachjournal Nature Structural and Molecular Biology.

Endometriose: Zwei Großprojekte starten

Mit StEPP-UPP und ENDO-PAIN gehen in Deutschland zwei neue Verbundprojekte zur Erforschung von Endometrioseschmerzen an den Start. Eine Publikation im Fachmagazin Der Schmerz vom gestrigen Montag skizziert die Pläne.

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StEPP-UPP nutzt eine prospektive Kohorte und setzt auf Multi-Omics-Analysen sowie KI-Modelle und maschinelles Lernen. ENDO-PAIN konzentriert sich parallel auf Neuroinflammation, Fibrose und die Suche nach spezifischen Biomarkern. Beide Projekte binden aktiv Patientinnenvertretungen ein – das soll die klinische Relevanz der Ergebnisse sichern.

Ketogene Diät gegen Depressionen?

Im Bereich der integrativen Medizin wächst die Evidenz für diätetische Ansätze. Ein Bericht von Spektrum der Wissenschaft vom Montag zeigt: Eine randomisierte kontrollierte Studie mit 90 Teilnehmenden an therapieresistenter Depression ergab Symptomverbesserungen durch ketogene Ernährung. Als Ursache vermuten die Forscher eine Beeinflussung der Mitochondrienfunktion und eine allgemeine Entzündungshemmung.

Ein weiterer Fall aus der Komplementärmedizin: In einer Serie in JAMA Dermatology vom Montag erhielten 33 Patienten mit toxischem Erythem oder Strahlendermatitis nach Krebstherapie eine einmalige Gabe von 100.000 IE Vitamin D. 87 Prozent berichteten von einer Besserung der Hautschäden innerhalb von fünf Tagen. In 24 der 33 Fälle lief die Krebstherapie ohne Unterbrechung weiter. Schwere Nebenwirkungen traten nicht auf.

Entzündungen bremsen, Wunden heilen

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Wissenschaftler der Universität Bonn und des Forschungszentrums Borstel veröffentlichten heute in Advanced Science Ergebnisse zu einem synthetischen Peptid namens Pep19-2.5. Es hemmt das NLRP3-Inflammasom über eine Interaktion mit Membranlipiden. In Modellen zu Hausstaubmilben-Asthma reduzierte es Entzündungsreaktionen deutlich. Ein Patent ist bereits angemeldet.

Auch physikalische Therapie rückt in den Fokus: Der Gemeinsame Bundesausschuss kündigte gestern den Start einer Erprobungsstudie zur Kaltplasmatherapie bei chronischen Wunden an. Bisher fehlt ausreichende Evidenz für die Regelversorgung. Die Studie soll die Wirksamkeit wissenschaftlich untermauern – und könnte eine neue Behandlungsoption für schwer heilende Wunden schaffen.

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