Schmerzmedizin: DGS baut bundesweite Versorgung in allen Ländern auf
28.06.2026 - 05:02:15 | boerse-global.de
Physiotherapie, kognitive Verhaltenstherapie, Akupunktur und Bewegungstherapie rücken in den Fokus von Forschung und Fachgesellschaften. Ziel: Nebenwirkungen minimieren, Eigenverantwortung stärken.
Bundesweite Strukturen für Schmerzpatienten
Die Deutsche Gesellschaft für Schmerzmedizin (DGS) hat am 26. Juni 2026 den bundesweiten Aufbau ihrer Landeszentren abgeschlossen. Mit der Gründung des letzten Zentrums in Sachsen-Anhalt ist die Fachgesellschaft nun in jedem Bundesland vertreten. Das soll eine flächendeckende, qualitätsgesicherte Versorgung sicherstellen.
Parallel drängen Berufsverbände auf eine stärkere rechtliche Verankerung spezialisierter Therapieformen. Die Osteopathie-Allianz forderte am 26. Juni 2026 die Umsetzung des im Koalitionsvertrag von 2025 vorgesehenen Berufsgesetzes für Osteopathen. Die Verbände kritisierten dabei aktuelle Bewertungen des IGeL-Monitors zur Wirksamkeit von Osteopathie bei Kreuzschmerzen – sie monierten methodische Schwächen bei Studienauswahl und Definition der Interventionen.
Physiotherapie für Musiker und gegen digitalen Stress
Die Hochschule Osnabrück hat im Juni 2026 die weltweit erste Professur für „Performing Arts Physiotherapy“ etabliert. Der Fachbereich widmet sich speziell der Behandlung und Prävention von Beschwerden bei professionellen Musikern. Aufbauend auf einer seit 2007 bestehenden Musikersprechstunde ist zudem ein Masterstudiengang geplant. Forscher analysieren mit Elektromyographie die Muskelspannungen beim instrumentalen Spiel – für schmerzfreies Arbeiten.
Auch die allgemeine Gesundheitsvorsorge gewinnt an Bedeutung. Präventologe Markus Kamps wies am 26. Juni 2026 auf die zunehmende mentale Erschöpfung durch digitalen Stress hin. Über 80 Prozent der deutschen Bevölkerung nutzt stündlich ihr Smartphone. Kamps fordert eine stärkere Förderung der Regenerationskompetenz, um chronischen Erschöpfungszuständen vorzubeugen.
Neue Hoffnung für Long-Covid-Patienten
Die DGS baut flächendeckend Schmerzzentren auf – mit Fokus auf nichtmedikamentöse Therapien. Der kostenlose Wissens-Check zeigt Ihnen, welche Angebote es gibt und wie Sie das passende Zentrum finden. Kein medizinischer Test, keine Diagnose. Wissens-Check per E-Mail anfordern
Für Patienten mit postviralen Syndromen wie ME/CFS und Long Covid wurden im Juni 2026 in Österreich neue Weichen gestellt. Die Bundes-Zielsteuerungskommission verabschiedete am 26. Juni 2026 ein einheitliches Versorgungskonzept für die schätzungsweise 73.600 Betroffenen. Das Modell sieht eine zentrale Rolle der Sozialversicherungsträger und die Entwicklung eines nationalen Referenzzentrums vor. Zudem soll die bestehende S1-Leitlinie zu einer S2-Leitlinie weiterentwickelt werden.
Erfolgsberichte aus der Praxis untermauern die Wirksamkeit komplementärer Methoden. Mediziner in Kayseri berichteten am 26. Juni 2026 über die erfolgreiche Behandlung einer Patientin mit langjährigen chronischen Kopfschmerzen durch ein mehrstufiges Akupunkturverfahren. Auch bei Migräne zeigen Kombinationen aus Bissschienen und Naturheilverfahren individuelle Therapieerfolge.
LSD gegen Depression – und pflanzliche Wirkstoffe
Die klinische Forschung untersucht innovative medikamentöse Ansätze jenseits klassischer Schmerzmittel. Eine am 16. Juni 2026 in Cell Reports Medicine veröffentlichte Studie der Uniklinik Schleswig-Holstein (Lübeck) belegt: Die Gabe von zwei mittleren bis hohen LSD-Dosen verbessert bei schwerer Depression die Vernetzung der weißen Substanz im Gehirn. Die Probanden zeigten über zwölf Wochen eine signifikante Symptombesserung.
Im Bereich pflanzlicher Wirkstoffe rückte im Juni 2026 der Nachtkerzenblattextrakt in den Fokus. Eine südkoreanische Untersuchung bescheinigt der „Heilpflanze des Jahres 2026“ einen potenziellen Nutzen bei Alzheimer-Erkrankungen. Im Tierversuch verbesserte der Extrakt die kognitive Leistung und reduzierte Amyloid-beta-Plaques.
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Datenschutz bei KI-gestützten Neurotechnologien
Angesichts rasanter Entwicklungen von KI-gestützten Neurotechnologien in der Schmerz- und Mentaltherapie mahnen Rechtswissenschaftler zur Vorsicht. Eine im Mai 2026 veröffentlichte Analyse des rechtlichen Rahmens in Deutschland fordert die Einstufung neuronaler Daten als besondere Kategorie gemäß der DSGVO. Nur so lasse sich die Privatsphäre der Patienten schützen – auch angesichts globaler UNESCO-Empfehlungen aus dem Jahr 2025.
