Schmerztherapie-App, HanseMerkur

Schmerztherapie-App ab Juni: HanseMerkur startet digitales Programm

06.06.2026 - 17:52:11 | boerse-global.de

Chronische Schmerzen haben oft ein körperliches GedĂ€chtnis. Neue Studien belegen die Rolle von Faszien und Immunzellen. Ab Juni 2026 ĂŒbernimmt die HanseMerkur die Kosten fĂŒr eine spezielle Schmerztherapie-App.

KörpergedÀchtnis bei Schmerzen: Neue TherapieansÀtze und App-Erstattung
Schmerztherapie-App - Nahaufnahme eines komplexen, leuchtenden Fasziennetzwerks im menschlichen Körper, das die Verbindung zwischen physischen Strukturen und Erinnerungen darstellt. 06.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Die Forschung zeigt: Der Körper speichert Erfahrungen – unabhĂ€ngig vom bewussten Erinnern. Neue TherapieansĂ€tze nutzen dieses Wissen.

Das vergessene GedÀchtnis im Bindegewebe

Die Wissenschaft spricht vom „LeibgedĂ€chtnis". Der Psychiater Thomas Fuchs von der UniversitĂ€t Heidelberg prĂ€gte diesen Begriff. Gemeint ist: Der Körper bewahrt Informationen, ohne dass wir uns bewusst daran erinnern.

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Eine Übersichtsarbeit aus 2024 bestĂ€tigte: Faszien spielen eine zentrale Rolle bei Schmerzsyndromen. Das Bindegewebe reagiert auf Belastungen und speichert sie.

Longevity-Experte Dr. Gerd Wirtz erklĂ€rt das Konzept der „somatischen Marker" – ein Begriff des Neurowissenschaftlers Antonio Damasio. Demnach ist der Körper kein Archiv fĂŒr Ereignisse, sondern ein Ausdrucksmedium fĂŒr aktuelle ZustĂ€nde.

Bei chronischem Stress zeigt sich eine dauerhafte Überaktivierung der HPA-Achse. Die Polyvagal-Theorie von Stephen Porges beschreibt, wie Nervensystem und emotionale Regulation zusammenspielen.

Trauma stört die VorhersagefÀhigkeit des Gehirns

Eine Studie aus 2026 in „Frontiers in Systems Neuroscience" unter Leitung von Karl Friston definiert Trauma neu. Ergebnis: Das zentrale Nervensystem verliert die FĂ€higkeit, eintreffende Reize korrekt vorherzusagen.

Die Folge sind dauerhafte Fehlsteuerungen in der körperlichen Wahrnehmung.

Immunologische Prozesse rĂŒcken ebenfalls in den Fokus. Eine Untersuchung in „Nature Communications" vom FrĂŒhjahr 2026 belegt die Rolle von Killer-T-Zellen bei EntzĂŒndungen im Gehirn. Forscher der UniversitĂ€t Heidelberg und des DKFZ unter Prof. Dr. Dr. Lukas Bunse leiteten die Studie.

Sie konzentrierte sich zwar auf Alzheimer-Plaques. Doch sie unterstreicht die KomplexitĂ€t der körpereigenen Abwehr- und Kommunikationsnetzwerke – zu denen auch das Lymphsystem zĂ€hlt.

Erste Krankenkasse bietet digitale Schmerztherapie

Die Erkenntnisse fließen in die Praxis. Ab Juni 2026 bietet die HanseMerkur als erste private Krankenversicherung die Schmerztherapie-App HELP an.

Das Programm basiert auf wissenschaftlich fundierten AnsÀtzen: Pain Reprocessing Therapy (PRT) und Emotional Awareness and Expression Therapy (EAET).

Die Anwendung umfasst 24 Module ĂŒber 90 Tage. TĂ€glicher Aufwand: 10 bis 15 Minuten. Ziel ist es, die Schmerzverarbeitung im Gehirn positiv zu beeinflussen und die gestörte Wahrnehmung von Körpersignalen zu normalisieren.

Von der Biologie zur Robotik

Das VerstÀndnis komplexer Systeme wÀchst. Eine Studie der Goethe-UniversitÀt Frankfurt aus 2026 untersuchte die Rolle der Emergenz bei molekularen Strukturen. Die Autoren identifizierten 13 Merkmale komplexer Systeme.

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Fazit: EvolutionĂ€re Prozesse wĂŒrden sich bei Wiederholung nicht exakt reproduzieren.

Dieser biologische Fokus beeinflusst die Robotik. Unternehmen wie Eyroq unter Dr. Andreas Krensel entwickeln technische Systeme nach biologischen Prinzipien: Fehlertoleranz und KontextverstÀndnis statt reiner Code-Optimierung.

Der Trend ist klar: Wissenschaft begreift den Körper und seine Netzwerke zunehmend als antizipierende Systeme – weit ĂŒber eine rein reaktive Funktion hinaus.

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