Schmerztherapie, GKV-Ausgaben

Schmerztherapie: GKV-Ausgaben verdoppelt, Erfolge stagnieren

Veröffentlicht: 11.07.2026 um 02:01 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Trotz massiv gestiegener Kosten für Heilmittel bleiben Behandlungserfolge in der Schmerztherapie aus. Eine Gesundheitsreform soll 19 Milliarden Euro einsparen.

GKV-Ausgaben verdoppelt: Schmerztherapie-Erfolge stagnieren
Eine Gruppe von Fachkräften im Gesundheitswesen nimmt an einer Schulung zur Schmerztherapie teil, mit Fokus auf Lernen und Zusammenarbeit. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die gesetzlichen Krankenkassen geben immer mehr Geld für Heilmittel aus – doch die Behandlungsergebnisse verbessern sich nicht im gleichen Maße. Ein neuer Report zeigt: Zwischen 2015 und 2024 stiegen die GKV-Ausgaben von 6,1 auf rund 13,3 Milliarden Euro. Experten wie Prof. Christian Kopkow kritisieren, dass der Behandlungserfolg aus Patientensicht zu wenig erfasst wird.

Blankoverordnung als erster Schritt

Viele Therapien wirken laut Fachleuten nicht so gut wie möglich, weil Ärzte und Therapeuten zu wenig zusammenarbeiten. Gefordert wird eine konsequentere Umsetzung bestehender Leitlinien. Die Blankoverordnung bei Schultererkrankungen gilt als erster Schritt: Sie gibt Therapeuten mehr Eigenverantwortung bei der Behandlung.

Ausbildung: Zwischen Spezialisierung und Kosten

Wer ganzheitlicher Schmerztherapeut werden will, muss investieren. Bei Anbietern wie Paracelsus sind 288 Unterrichtsstunden Vorleistung nötig, bevor das Abschlussmodul mit neun Stunden startet. Die Prüfungsgebühren liegen bei rund 195 Euro.

Die Spezialisierungsmöglichkeiten wachsen:

  • Manuelle Therapie (Hannover): 400 Stunden für rund 3.220 Euro
  • Osteopathie (Berlin): Module für HWS-Techniken zwischen 500 und 700 Euro
  • Akupunkt-Meridian-Massage (Leipzig/Dresden): Modulpreis rund 720 Euro

Für Frühjahr 2027 sind Seminare angekündigt, die Chiropraktik mit Massage kombinieren. Dozent Rafael Hauth legt den Fokus auf chronische Schmerzbilder.

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Trotz steigender GKV-Ausgaben stagnieren die Behandlungserfolge. Mit der richtigen Checkliste und Blankoverordnung können Sie Ihre Schmerztherapie leitlinien-gerecht optimieren. Jetzt Praxis-Leitfaden anfordern

Forschung: Neuropathische Beckenschmerzen im Fokus

Eine Fachpublikation vom 10. Juli 2026 widmet sich komplexen Schmerzsyndromen. Die Experten Thalhammer und Dangl untersuchten neuropathische Beckenschmerzen (CPPS). Sie betonen die Bedeutung von Nervenkompressionen, etwa der Pudendusneuralgie. Zur Diagnose dienen die sogenannten Nantes-Kriterien. Die Therapie sollte interdisziplinär und multimodal erfolgen – mit GUP-Physiotherapie als Erstlinienbehandlung.

Das Zentrum für Interdisziplinäre Schmerztherapie (ZiS) in Würzburg wird im Wissensmagazin GEO (Ausgabe 07/2026) als größte Schmerzklinik Deutschlands genannt. Unter Leitung von Prof. Heike Rittner forscht das Team im Projekt ResolvePAIN an besseren Versorgungsmöglichkeiten.

Gesundheitsreform: 19 Milliarden Einsparungen geplant

Die Zukunft der Schmerztherapie hängt auch von der Politik ab. Das am 10. Juli 2026 beschlossene Gesundheitsreformgesetz sieht für 2027 Einsparungen von 19 Milliarden Euro vor. Patienten müssen mit höheren Zuzahlungen rechnen.

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Die mediane Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz beträgt 97 Tage – ein Kernproblem multimodaler Schmerztherapie. Erfahren Sie, wie Sie mit interdisziplinären Ansätzen und Fortbildungen die Versorgungslücke schließen. Interdisziplinäre Strategien jetzt sichern

Fachverbände schlagen Alarm wegen der Psychotherapie – einem Kernbestandteil multimodaler Schmerztherapie. Die Bundespsychotherapeutenkammer und die Deutsche Gesellschaft für Psychologie warnen vor geplanten Honorarkürzungen. Aktuelle Daten zeigen: Die mediane Wartezeit auf einen Therapieplatz beträgt 97 Tage.

Hinzu kommt: Die Finanzierung der Weiterbildung für Psychotherapeuten nach dem Master-Abschluss ist zwischen Bund und Ländern ungeklärt. Laut NDR fehlen allein in Niedersachsen Hunderte Plätze.

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