Schmerztherapie, Deutschland

Schmerztherapie in Deutschland: Milliarden-Markt setzt auf Hightech und Akupressur

15.05.2026 - 03:27:48 | boerse-global.de

Millionen-Förderung für HiFu-Ultraschall in Mannheim. Neue Studien entkräften Demenzangst bei Migräne. Akupressur hält Einzug in Kliniken.

Schmerztherapie in Deutschland: Milliarden-Markt setzt auf Hightech und Akupressur - Foto: ĂĽber boerse-global.de
Schmerztherapie in Deutschland: Milliarden-Markt setzt auf Hightech und Akupressur - Foto: ĂĽber boerse-global.de

Rund 23 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen – doch nur jeder Elfte erhält eine spezialisierte Behandlung. Die medizinische Fachwelt setzt zunehmend auf multimodale Konzepte, die Psyche, Bewegung und Technologie vereinen.

Millionen-Förderung für Ultraschall-Verfahren

Ein Meilenstein in der nicht-invasiven Schmerzbehandlung wurde diese Woche in Mannheim erreicht. Das dortige Zentrum für Neuromodulation und Neuroprothetik (MCNN) erhält 2,85 Millionen Euro von der Dr. Rolf M. Schwiete Stiftung. Das Geld fließt in die Entwicklung von High Intensity Focused Ultrasound (HiFu) – einer Technik, die chronische Schmerzen ohne Skalpell behandeln soll.

Das Verfahren nutzt MRT-gesteuerten Ultraschall, um gezielt Nervenareale zu beeinflussen. Professor Thomas Kinfe und Professor Andreas Meyer-Lindenberg leiten das Projekt. Das erst 2025 gegrĂĽndete MCNN will HiFu als Standardmethode etablieren.

Parallel dazu gewinnen CGRP-Antikörper – umgangssprachlich Migräne-Spritzen genannt – an Bedeutung. Klinische Beobachtungen zeigen: Die Wirkung stellt sich erst nach drei bis zwölf Monaten ein, dafür sinken dann Intensität und Dauer der Attacken deutlich. Allerdings klagen manche Patienten über Nebenwirkungen wie Verstopfung.

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Studie entwarnt: Migräne schädigt Gehirn nicht dauerhaft

Gute Nachrichten für Migräne-Patienten: Eine US-Studie mit über 12.000 Teilnehmern über 20 Jahre fand keinen statistischen Zusammenhang zwischen Migräne und einem erhöhten Demenzrisiko. Eine niederländische Untersuchung mit 7.000 Probanden deutet sogar auf ein um ein Drittel geringeres Demenzrisiko hin. Allerdings bleibt die Gefahr von Schlaganfällen bei Migräne mit Aura bestehen – besonders bei Frauen.

Der Teufelskreis aus Schmerz und Schlaflosigkeit

Auf den Schmerz- und Palliativtagen in Frankfurt am 14. Mai stand die Wechselwirkung zwischen Schlaf und Schmerz im Fokus. Die Botschaft der Experten: Schmerz stört den Schlaf – Schlafmangel verstärkt den Schmerz. Laut PD Dr. Walter Magerl leiden 70 bis 75 Prozent aller chronischen Schmerzpatienten unter Schlafstörungen.

Professor Ingo Fietze von der Charité belegte mit Daten: Wer weniger als sechs Stunden schläft, dessen Schmerzempfindlichkeit steigt um bis zu 30 Prozent. Die Leitlinien empfehlen 7,5 bis 8,5 Stunden Nachtruhe, darin 60 Minuten Tiefschlaf und 90 Minuten REM-Phase. Fehlt dieser erholsame Schlaf, steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Ärzte Opioide verschreiben.

Therapeuten setzen daher zunehmend auf das DRAMMA-Modell – ein Akronym für sechs Erholungsfaktoren: Abgrenzung, Entspannung, Autonomie, Meisterschaft, Sinn und Zugehörigkeit. Bewegung gilt dabei als neurobiologischer Schlüssel zur Schmerzreduktion.

Akupressur erobert die Kliniken

Traditionelle Methoden feiern ein Comeback – diesmal wissenschaftlich fundiert. Akupressur-Punkte zwischen den Augenbrauen, am Schädelbasis oder an Händen und Füßen können Spannungskopfschmerzen und Migräne lindern. Spezielle Edelstahlringe für Fingermassagen und Akupressur-Matten mit kleinen Plastikspitzen boomen im Handel.

Die Hospiz-Akademie Bamberg bietet ab Oktober 2026 ein professionelles Workshop-Programm an. Geschult wird das „peac-touch"-Schema, das Akupressur, Moxibustion und Goldkügelchen in die Palliativmedizin integriert. Ziel: nicht nur Schmerzen lindern, sondern auch Übelkeit, Angst und Unruhe bei Schwerstkranken.

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Da traditionelle Heilmethoden wie die Akupressur zunehmend Einzug in die klinische Versorgung halten, suchen immer mehr Betroffene nach verlässlichen Anleitungen für die Heimanwendung. Der bebilderte Guide einer Schmerzexpertin zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie mit dem einfachen 3-Finger-Trick 101 Druckpunkte zur Linderung von Arthrose-Beschwerden selbst aktivieren können. Kostenlosen Arthrose-Druckpunkt-Guide jetzt sichern

VersorgungslĂĽcke bleibt das Kernproblem

Deutschland hat rund 27.800 ambulante Psychotherapeuten – doch die Wartezeiten auf schmerzspezifische Therapie sind lang. Die multimodale Therapie – Kombination aus Medizin, Physiotherapie und Psychologie – gilt als Goldstandard, erreicht aber die meisten Patienten nicht.

Bei Kniegelenksarthrose etwa setzen Experten wie Professor Sven Ostermeier auf konservative Behandlung: Gewichtsreduktion und Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur statt sofortiger OP. Auch bei Rückenschmerzen helfen oft Matratzenwechsel und Yoga mehr als der Skalpell.

Ausblick: Zwei Wege in die Zukunft

Die Schmerztherapie der Zukunft bewegt sich auf zwei Schienen: Hightech ohne Skalpell auf der einen, gestärkte Eigenverantwortung auf der anderen Seite. Die HiFu-Forschung in Mannheim könnte invasive Wirbelsäulen-Operationen überflüssig machen. Gleichzeitig etablieren sich fernöstliche Methoden in der Palliativversorgung.

Der 15. Aktionstag gegen Schmerz am 2. Juni 2026 wird zeigen, ob die neuen multimodalen Botschaften bei den Millionen Betroffenen ankommen. Eine kostenlose Hotline soll dann über moderne Behandlungswege informieren. Der Erfolg hängt davon ab, ob die Versorgungslücke zwischen ambulanten Spezialisten und der wachsenden Nachfrage endlich geschlossen werden kann.

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