Schmerztherapie-Schließungen, Kliniken

Schmerztherapie-Schließungen: Kliniken bauen Spezialbereiche ab

Veröffentlicht am: 18.07.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Marienhospital Stuttgart stellt Schmerzambulanz ein. Studie belegt erhebliche Umsetzungsschwierigkeiten der Krankenhausreform.

Kliniksterben in Deutschland: Schmerztherapie unter Druck
Ein leerer, steriler Krankenhauskorridor oder eine geschlossene Kliniktür, die die Schließung von Schmerzambulanzen andeutet. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Besonders spezialisierte Bereiche wie die Schmerztherapie geraten unter Druck.

Das Marienhospital Stuttgart stellt seine Schmerzambulanz und die stationäre Schmerztherapie zum 31. August 2026 ein. Geschäftsführer Jan Schlenker begründet den Schritt mit wirtschaftlichen Zwängen. Ein Zusammenhang mit laufenden Insolvenzverfahren bestehe nicht, so die Klinik.

Der Stellenabbau fällt mit weniger als einer Vollzeitstelle gering aus. Für Patienten in der Region wird der Verlust dennoch schmerzhaft. Bestehende Fälle werden noch bis Ende August behandelt, Neuaufnahmen gibt es nicht mehr. Die Klinik verweist auf Alternativen im Raum Stuttgart – räumt aber lange Wartezeiten ein.

Nach 146 Jahren ist Schluss

Der Fall Stuttgart ist kein Einzelfall. In Niedersachsen schließt das St.-Bernhard-Hospital in Brake nach 146 Jahren. Rund 350 Mitarbeiter und das angeschlossene Medizinische Versorgungszentrum sind betroffen. Das Haus versorgte jährlich etwa 36.000 Patienten.

Als Hauptgründe nennen Verantwortliche steigende Kosten und das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Eine Petition mit über 5.000 Unterschriften konnte die Schließung nicht verhindern. Immerhin: Radiologie, Dialyse und Physiotherapie könnten am Standort erhalten bleiben.

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Reform kommt kaum voran

Eine Studie von ProHealth Real Estate zeigt: 15 Monate nach Inkrafttreten der Krankenhausreform Anfang 2025 hakt es gewaltig. Nur Bremen hat einen konkreten Schließungsplan mit Nachnutzungskonzept.

Der 50-Milliarden-Euro-Transformationsfonds wird kaum abgerufen. Branchenkenner halten eine Umsetzung bis 2029 für unrealistisch. Dazu kommt ein massiver Investitionsstau: Das Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK) beziffert den jährlichen Bedarf auf rund 7 Milliarden Euro. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) beklagt, dass die Länder nur etwa die Hälfte decken.

Proteste gegen den Kahlschlag

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Ganz ohne Lichtblicke geht es nicht: Die OsteMed Klinik in Bremervörde hat Mitte Juli einen Neubau für Geriatrie und Schmerztherapie eingeweiht. Solche Investitionen bleiben aber die Ausnahme.

Der Widerstand wächst. In Potsdam und Stuttgart formieren sich Proteste gegen Schließungen in Orthopädie, Neurologie und Geburtshilfe. Das Bündnis Kommunen am Limit und ver.di kritisieren nicht nur die Klinikreform, sondern auch Kürzungen im Sozialbereich. Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) warnt vor den Folgen des GKV-Gesetzes: Ab 2027 drohen Begrenzungen des Pflegebudgets – mit schweren Folgen für die Versorgungssicherheit.

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