Schokoladenpreise, Vivani

Schokoladenpreise: Vivani senkt im September 17 Sorten um bis zu 50 Cent

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 10:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Lidl und Vivani geben gesunkene Rohstoffkosten weiter; Lindt plant mögliche Rabatte, während Edeka Preisanpassungen prüft.

Schokolade vor Weihnachten: Lidl und Vivani senken bereits Preise
Edelstahlmaschinen in einer modernen Schokoladenproduktion bei der Herstellung von Saisonware. Illustration mit AI erstellt.

In der deutschen Süßwarenindustrie laufen knapp drei Monate vor dem Weihnachtsfest die Vorbereitungen für das saisonale Hauptgeschäft. Während spezialisierte Betriebe wie das Schokoladenwerk Ruth in Bochum bereits unter Hochdruck produzieren, zeichnet sich im Handel eine signifikante Veränderung der Preisstrategien ab.

Nach massiven Verteuerungen in den vergangenen Jahren reagieren erste Hersteller und Händler mit Preissenkungen auf die Entspannung an den Rohstoffmärkten.

Manufakturbetrieb und saisonale Logistik

Im Schokoladenwerk Ruth in Bochum findet die Herstellung von Weihnachtsfiguren derzeit in vollem Umfang statt. Geschäftsführer Max Ruth zufolge setzt der Betrieb dabei auf eine Kombination aus traditioneller Fertigung und moderner Technik: Rund 70 Prozent der Produktion erfolgt händisch, während 30 Prozent maschinell abgewickelt werden.

Das Sortiment umfasst über 600 Produkte, wobei das Unternehmen sowohl die Eigenmarke Ruth bedient als auch zu 60 bis 70 Prozent für andere Marken produziert. Allein im Pralinensegment werden fast 50 verschiedene Sorten geführt.

Die Arbeitsbedingungen in der Produktion erfordern angesichts der Empfindlichkeit des Rohstoffs besondere Maßnahmen. Bei einer Hallentemperatur ab 23 Grad erhalten die 35 bis 40 Produktionsmitarbeiter hitzefrei. Um die Fertigung stabil zu halten, wurden zuletzt zwei neue Klimaanlagen angeschafft.

Der zeitliche Vorlauf für solche saisonalen Waren ist erheblich; laut Alina Thieme vom Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) finden die entscheidenden Ordertermine für das Weihnachtsgeschäft oft bereits im Frühjahr oder Frühsommer statt.

Preiswende bei Handelsmarken und Markenherstellern

Nachdem Schokolade laut Daten des Statistischen Bundesamtes im Januar 2026 noch 21,0 Prozent teurer war als im Vorjahresmonat, deutet sich für das kommende Weihnachtsgeschäft eine Entlastung für Verbraucher an. Im April 2026 lag die Teuerungsrate gegenüber dem Vorjahr bereits bei knapp 10 Prozent. Aktuelle Marktbewegungen im September 2026 verstärken diesen Trend.

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Erstmals seit Jahren dreht sich der Preistrend bei Schokolade: Ein Discounter hat seine Eigenmarke bereits um bis zu 20 Cent pro Tafel gesenkt, ein Bio-Hersteller gleich 17 Sorten um bis zu 50 Cent. Wer vor dem Weihnachtsgeschäft gezielt einkaufen will, findet hier die wichtigsten Senkungen und Preisvergleiche auf einen Blick. Kostenlosen Preis-Ratgeber jetzt anfordern

Der Discounter Lidl hat als erster Anbieter die Preise für seine Eigenmarke fin CARRÉ sowie weitere Schokoladenartikel um bis zu 20 Cent gesenkt. So kosten die 200g-Tafeln der Hausmarke nun 1,99 Euro statt zuvor 2,19 Euro.

Auch Produkte der Marken Vemondo und Mister Choc wurden im Preis reduziert. Das Unternehmen begründete diesen Schritt mit der Weitergabe gesunkener Rohstoffpreise. Während Edeka eine ähnliche Prüfung angekündigt hat, gab Aldi bislang keine Stellungnahme zu künftigen Preisanpassungen ab.

Auch Markenhersteller passen ihre Kalkulationen an. Der Bio-Hersteller Vivani senkte im September 2026 die Preise für 17 Sorten um bis zu 50 Cent pro Tafel. Medienberichten zufolge plant zudem Lindt Preissenkungen, die bei bestimmten Weihnachtsmann-Sorten mehr als ein Fünftel des bisherigen Preises ausmachen könnten.

Marktanalyse und Rohstoffentwicklung

Hintergrund dieser Entwicklungen ist die Situation am Kakaomarkt. Laut der International Cocoa Organization (ICCO) lag der Kakaopreis Anfang 2026 bei rund 4.956 Euro pro Tonne. Dies entspricht fast einer Halbierung gegenüber dem Stand vom Januar 2025, als der Preis über 10.300 Euro pro Tonne betragen hatte.

Eine Studie der Bank Vontobel bestätigt, dass der Kakaopreis aktuell mit etwa 4500 Pfund rund 60 Prozent unter seinem historischen Höchststand liegt, wenngleich er den historischen Durchschnitt immer noch um das Doppelte übersteigt.

Die Branche blickt auf ein schwieriges Jahr 2025 zurück, in dem der Absatz von Weihnachtsschokolade laut NIQ-Daten insgesamt um 12 Prozent zurückging. Besonders Schweizer Hersteller standen unter Druck: Chocosuisse berichtete für das Jahr 2025 von einem Rückgang der verkauften Menge um 7,9 Prozent, während der Umsatz aufgrund der Preiserhöhungen um 11,8 Prozent stieg.

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2025 brach der Absatz von Weihnachtsschokolade um 12 Prozent ein — viele griffen bei den hohen Preisen seltener zu. Jetzt sinken die Kakaopreise, und erste Hersteller geben die Entlastung weiter. Dieser Ratgeber zeigt, wo die Preise bereits gefallen sind und worauf Sie beim Einkauf achten sollten. Preisvergleich jetzt kostenlos sichern

Aktuelle Daten deuten auf eine Stabilisierung hin. Die weltweite Kakaovermahlung wuchs im zweiten Quartal 2026 erstmals nach sechs Rückgängen in Folge. Der Finanzchef von Barry Callebaut, Peter Vanneste, bezeichnete eine Wiederholung der vorangegangenen Krise trotz klimatischer Einflüsse durch El Niño als unwahrscheinlich, da der Markt derzeit über höhere Bestände und Überschüsse verfüge.

Dennoch wird für die kommenden Monate weiterhin mit Schwankungen gerechnet, da Wetterphänomene die Ernten in den Hauptanbaugebieten Westafrikas, die rund drei Viertel der Weltproduktion ausmachen, beeinträchtigen könnten.

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