Schottergärten: Bremen erzwingt Rückbau bis Ende 2026
Veröffentlicht am: 08.08.2026 um 23:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Urin als Dünger, Wasserschosse abreißen statt schneiden, und der Mondkalender als Terminplaner: Moderne Gärtner kombinieren zunehmend traditionelles Wissen mit effizienten Methoden. Das spart Ressourcen und schont die Umwelt.
Biologische Düngung: Urin für Starkzehrer
Ein überraschender Tipp aus Fachkreisen: Urin eignet sich als Stickstoffdünger für Starkzehrer wie Tomaten, Rosen oder Kürbisgewächse. Das Zeitfenster dafür endet allerdings Anfang August. Die Anwendung erfolgt stark verdünnt – im Verhältnis 1:10 bis 1:20. Die Obergrenze liegt bei 200 Millilitern reinem Urin pro Quadratmeter und Jahr. Vorsicht gilt bei Nitratspeichern wie Salat oder Spinat: Hier ist die Methode tabu.
Auch die Bodenqualität entscheidet über den Ernteerfolg. Regelmäßige pH-Wert-Prüfungen gehören daher zur Grundausstattung. Der Zielwert für die meisten Kulturböden liegt zwischen 6,5 und 7,0. Organisches Material und systematische Kompostierung halten die Bodenstruktur langfristig stabil.
Clevere Schnitttechniken sparen Arbeit
Bei Obstbäumen schwört Gartenexperte Klaus Fischer auf eine ungewöhnliche Methode: Wasserschosse sollte man im Sommer mit einem kräftigen Ruck abreißen statt schneiden. Das unterbindet den Neuaustrieb effektiver als ein glatter Schnitt.
Gewächshausgurken profitieren vom konsequenten Entfernen der Geiztriebe – das beugt Falschem Mehltau vor. Dabei dürfen die Blütentriebe mit den Fruchtansätzen nicht beschädigt werden. Auch die Bewässerung spielt eine Rolle: Gurken gehören ausschließlich bodennah gegossen, damit die Blätter trocken bleiben.
Ein weiteres Ärgernis bleibt der Buchsbaumzünsler. Ein Weibchen legt bis zu 150 Eier auf den Blattunterseiten ab. Biologische Fünf-Schritte-Pläne zur Überwachung und Bekämpfung gelten als wesentlich für den Bestandserhalt.
Bremen schreibt den Rückbau von Schottergärten bis Ende 2026 vor – betroffen sind viele Eigentümer. Wer jetzt handelt, vermeidet Ärger und schafft eine grüne, klimafeste Oase. Unser Leitfaden zeigt in 3 Schritten, wie Sie die Fläche rechtssicher umgestalten – inklusive dürretoleranter Pflanzen-Liste. Jetzt kostenlosen Umgestaltungs-Leitfaden anfordern
Klimaresiliente Pflanzen für den Garten von morgen
Trockenperioden setzen Gärten zunehmend zu. Die Wahl der richtigen Gehölze wird daher zur strategischen Entscheidung. Schlehdorn, Liguster, Ungarische Eiche und Lederhülsenbaum gelten als besonders dürretolerant. Die beste Pflanzzeit für diese Arten ist der Herbst.
Auch exotischere Gewächse halten Einzug in mitteleuropäische Gärten. Winterharte Feigensorten und die Chinesische Hanfpalme überstehen Frost bis etwa minus 15 Grad. Olivenbäume bleiben dagegen Kübelpflanzen – schon Temperaturen unter minus 10 Grad verursachen erhebliche Schäden.
In Städten verschärfen sich die Regeln für die Flächengestaltung. Bremen etwa schreibt per Ortsgesetz den Rückbau von Schottergärten bis zum 31. Dezember 2026 vor. Der BUND empfiehlt, Unkrautvliese zu entfernen und die Flächen mit Stauden und Sträuchern zu begrünen.
Mondkalender und Kräuterbrauchtum
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Die Terminplanung orientiert sich wieder stärker an traditionellen Zyklen. Der Mondkalender für August 2026 weist günstige Intervalle aus: Fruchtpflanzen gedeihen besonders gut am 5. bis 6. und 12. bis 15. August. Blattpflanzen pflegt man am besten am 11. und 12. August. Neumond ist für den 12. August prognostiziert, Vollmond für den 28. August.
Rund um Maria Himmelfahrt am 15. August erlebt das Kräuterbinden eine Renaissance. Workshops wie am 14. August in Marienmünster vermitteln das Wissen um Königskerze, Beifuß und Johanniskraut. Die Leitung hat Fachkräfte wie Carmen Basener. Experten warnen allerdings vor Verwechslungen mit giftigen Pflanzen – besonders das Jakobskreuzkraut sieht einigen Kräutern täuschend ähnlich.
