Schrittzahlen, Gehirn

Schrittzahlen und Gehirn: 8.900 Schritte gingen mit besserer Aufmerksamkeit einher

Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 15:45 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Aktivere Menschen erzielten teils bessere kognitive Testergebnisse; Beobachtungsdaten belegen jedoch keinen ursÀchlichen Schutzeffekt.
Ein von der Sonne beleuchteter Spazierweg in einem herbstlichen Wald. Illustration mit AI erstellt.

Der Erhalt der geistigen Fitness im Alter hĂ€ngt eng mit dem persönlichen Lebensstil zusammen. Zahlreiche wissenschaftliche Veröffentlichungen und Analysen untersuchen derzeit den Einfluss von Alltagsbewegung, gezieltem Krafttraining und regelmĂ€ĂŸigen SpaziergĂ€ngen auf die kognitiven FĂ€higkeiten sowie die Vorbeugung von VerwirrtheitszustĂ€nden.

Die gesammelten Daten verdeutlichen, wie stark körperliche AktivitĂ€t mit neurologischen Funktionen verknĂŒpft ist, zeigen aber auch die methodischen Grenzen von Beobachtungsstudien auf.

Schrittzahlen und kognitive Funktionen im Fokus

Eine Untersuchung des Baylor College of Medicine in Houston analysierte die Daten von 3.093 Erwachsenen im Alter von 18 bis 93 Jahren aus dem Forschungsprogramm All of Us.

Die Forscher um den Psychiater Olaoluwa Okusaga werteten ĂŒber Tracker erfasste Schrittdaten aus und setzten diese in Beziehung zu kognitiven Tests. Dabei zeigte sich, dass eine höhere tĂ€gliche Schrittzahl im Schnitt mit besseren Werten bei der Daueraufmerksamkeit, der Konzentration und der Selbstkontrolle einherging.

In der in Scientific Reports publizierten Arbeit bildeten die Forscher Gruppen mit durchschnittlich rund 5.100, 8.900 und 14.200 Schritten pro Tag. Die beiden aktiveren Gruppen schnitten bei Aufmerksamkeits- und Selbstkontrolltests signifikant besser ab als die Gruppe mit der geringsten Schrittzahl.

Ein einmaliger Testdurchlauf erlaubt jedoch keinen Nachweis von Ursache und Wirkung. Zudem konnte keine exakte optimale Mindestschrittzahl bestimmt werden.

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Beobachtungen in großen Kohorten

Eine weitere Auswertung aus dem All-of-Us-Programm, die auf der 151. Jahrestagung der American Neurological Association prĂ€sentiert wurde, untersuchte 22.517 Erwachsene ab 40 Jahren ĂŒber einen mehrjĂ€hrigen Zeitraum.

Bei den Teilnehmern wurden AktivitÀtsmuster mit spÀteren Diagnosen von Demenzerkrankungen, Parkinson oder SchlaganfÀllen verglichen. In der Gruppe mit rund 4.800 Schritten pro Tag traten 3,81 Ereignisse pro 1.000 Personenjahre auf, wÀhrend der Wert in der aktivsten Gruppe mit durchschnittlich 12.600 Schritten bei 2,12 Ereignissen lag.

Die Autoren wiesen jedoch darauf hin, dass wenig aktive Probanden auch hÀufiger an Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Depressionen litten und einen höheren Body-Mass-Index aufwiesen. Nach der statistischen Bereinigung um weitere Gesundheitsfaktoren verlor der Zusammenhang seine statistische Signifikanz, weshalb auch hier keine KausalitÀt abgeleitet werden kann.

Empfehlungen fĂŒr den Alltag

Die Bedeutung prĂ€ventiver Maßnahmen wird auch durch die Lancet Commission unterstrichen. Demnach könnten weltweit rund 45 Prozent der DemenzfĂ€lle verzögert oder verhindert werden, wenn 14 verĂ€nderbare Risikofaktoren konsequent adressiert wĂŒrden. Neben Faktoren wie Bluthochdruck, Übergewicht oder starkem Alkoholkonsum zĂ€hlt körperliche InaktivitĂ€t zu den wesentlichen EinflussgrĂ¶ĂŸen.

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Fachorganisationen wie die Alzheimer Forschung Initiative raten dazu, Bewegung fest in den Alltag zu integrieren. Körperliche AktivitÀt reguliert den Blutdruck, den Blutzucker und das Gewicht, garantiert aber keinen vollstÀndigen Schutz vor Demenz.

Medizinische Fachgesellschaften, darunter die American Academy of Neurology und das US National Institute on Aging, empfehlen Erwachsenen als Orientierungsrahmen 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive aerobe AktivitĂ€t pro Woche. Schon regelmĂ€ĂŸige SpaziergĂ€nge oder leichtes Training können dazu beitragen, den allgemeinen Gesundheitszustand bis ins höhere Alter zu stabilisieren.

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