Schröpfen, Abnehmen

Schröpfen zum Abnehmen: Direkte Wirkung auf das Gewicht ist nicht belegt

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 05:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Traditionelle Anwendungen nennen Schröpfpunkte zur Gewichtskontrolle, doch ein direkter Abnehmerfolg ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.

Schröpfen zum Abnehmen: Wirkung nicht wissenschaftlich belegt
Traditionelle Schröpfgläser aus Glas auf einem weißen Leinentuch in einem ruhigen Behandlungsraum. Illustration mit AI erstellt.

In der traditionellen Medizin und auf diversen Gesundheitsportalen wird das Schröpfen an spezifischen Akupunkturpunkten als begleitende Maßnahme zur Regulierung des Körpergewichts diskutiert. Verfechter der Methode stellen dabei Verbindungen zwischen der Reizung bestimmter Körperzonen, dem Stoffwechsel und der Verdauung her. Wissenschaftlich belegt ist eine direkte Wirkung auf die Gewichtsabnahme allerdings nicht.

Spezifische Zonen und Ablauf der Behandlung

In Darstellungen zur traditionellen Anwendung werden für die Unterstützung einer Gewichtsreduktion verschiedene Leitpunkte herangezogen. Zu den häufig genannten Regionen zählen der Punkt Zhongwan sowie mehrere Areale am Rücken wie Pi Shu, Gan Shu, Da Chang Shu und Shen Shu. Darüber hinaus finden Huatuo-Jiaji, Tianshu, Daheng, Qihai, Liangqiu, Zusanli, Fenglong, Xuehai und Gongsun Erwähnung.

Bei spezifischen Beschwerdebildern wie der traditionell beschriebenen Schleim-Feuchtigkeit wird eine Anwendungsdauer von 15 bis 20 Minuten pro Sitzung angeführt. Obwohl Befürworter erklären, dass das Verfahren Stoffwechselprozesse und die Verdauungstätigkeit anregen könne, fehlen fundierte Belege für diese Effekte.

Während der Behandlungskonzepte wird mitunter auch der Verzehr von Datteln als unbedenklich eingestuft. Fachleute mahnen jedoch zur Vorsicht: Werde das Schröpfen zu häufig durchgeführt, drohten Verbrennungen der Haut. Zudem wird ausdrücklich davor gewarnt, die Methode als alleiniges Mittel zur Gewichtsreduktion einzusetzen.

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Abgrenzung zu anderen Methoden und Kontraindikationen

Vom unblutigen Schröpfen abzugrenzen ist das Blutlassen, bei dem typischerweise etwa 5 bis 10 cc Blut entnommen werden. Diese Maßnahme dient vorrangig der Linderung von Blutergüssen oder Schwellungen und führt nachweislich nicht zu einer echten Gewichtsabnahme.

Bei längerfristigen Beschwerden gelten nach einer ärztlichen Diagnose etwa zwei bis drei Sitzungen pro Woche als Rahmen. Für geschwächte Personen sowie Menschen mit Blutarmut ist das Verfahren ungeeignet.

Neben dem Schröpfen finden sich in Konzepten zur Gewichts- und Appetitkontrolle weitere stimulative Techniken. Dazu zählt die Ohr-Akupressur mithilfe von Samen an Zonen für Magen, Dickdarm, Milz, Lunge, das endokrine System, die Talgdrüse sowie am Punkt Shenmen.

Empfohlen wird hierbei ein Druck von fünf- bis sechsmal täglich jeweils zehn Minuten vor den Mahlzeiten. Weitere Beschreibungen umfassen Akupunkturnadeln mit Längen von 0,5 bis 2,5 Zoll bei einer Verweildauer von 30 bis 50 Minuten an Bauch und Beinen.

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Akupressur und Bauchakupunktur

Ebenfalls beschrieben werden Akupressurprogramme an fünf Punkten: drei Minuten zweimal täglich am Ohr, fünf Minuten zweimal täglich an der Stelle zwischen Oberlippe und Nase, fünf Minuten neunmal täglich am Beinpunkt Zu San Li (jedoch nicht unmittelbar vor dem Schlafengehen), eine Minute täglich an einem Armpunkt sowie tägliche Reize an einer Stelle fünf Zentimeter oberhalb des inneren Knöchels.

Als gesonderter Bereich gilt die Bauchakupunktur an Punkten wie Shenque (Nabel), Qihai und Daheng. Ihr wird zugeschrieben, Verstopfungen sowie Blähungen lindern und die Fettverteilung beeinflussen zu können, was wissenschaftlich jedoch ungesichert bleibt.

Bei starkem Übergewicht werden Zeiträume von sechs Monaten bis zu einem Jahr für die Intervention genannt; das erreichte Niveau solle danach ein bis drei Jahre anhalten können. Angesichts möglicher Risiken wird vor unsachgemäßen Eingriffen gewarnt und die Durchführung durch qualifiziertes Fachpersonal angeraten.

Dass Schröpfen unabhängig von Diäten als regeneratives Verfahren geschätzt wird, zeigt auch der Leistungssport: So setzt etwa der Fußballer André Onana Schröpfgläser gezielt zur Förderung der Durchblutung ein.

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