Schul-Burnout, Freiburger

Schul-Burnout: Freiburger Studie zeigt mehr Erschöpfung nach Schulwechsel

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 11:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Präventionsprojekte, spezielle Klassen und regionale Anlaufstellen sollen Schüler bei psychischen Belastungen und im Schulalltag unterstützen.

Schulen stärken die psychische Gesundheit mit neuen Unterstützungsangeboten
Ein heller, ruhiger Flur in einer Schule mit Holzboden, großen Fenstern und Pflanzen. Illustration mit AI erstellt.

Bildungseinrichtungen führen neue Wellness-Zentren und umfassende Initiativen ein, um die psychische Gesundheit sowie das Wohlbefinden von Schülern gezielt zu unterstützen. Angesichts wachsender Belastungen im Schulalltag erproben Schulen und Träger vielseitige Konzepte, die von gezielter Präventionsarbeit über neue Klassenstrukturen bis hin zu außerschulischen Resilienzangeboten reichen.

Präventionsprogramme und Pilotprojekte im Schulalltag

Ein zentraler Baustein der aktuellen Bemühungen sind strukturierte Präventionsprojekte im Unterricht. An der Hauptschule Rüningen in Braunschweig wird das Programm „Verrückt? Na und!“ in der Klasse 8b umgesetzt.

Wie evangelisch.de am 26. September 2026 berichtete, sind daran die Sozialarbeiterin Jessica Wedrich vom Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst der Stadt Braunschweig, die Schulsozialpädagogin Katharina Giblewska sowie Luisa Mathias vom Verein „Der Weg“ beteiligt. Bei dem Vorhaben handelt es sich um ein vor 25 Jahren in Leipzig gegründetes, bundesweites Präventionsprogramm.

Parallel dazu entstehen neue organisatorische Ansätze für spezifische Zielgruppen. An der Grundschule Oberasbach-Altenberg im Landkreis Fürth startete in Kooperation von Schulamt und Jugendamt das Pilotprojekt einer AIDPlus-Klasse für Kinder mit sozial-emotionalem Förderbedarf.

In dieser Gruppe verbleiben sechs Schülerinnen und Schüler der ersten bis dritten Klasse für einen Zeitraum von sechs bis zwölf Monaten. Nach einer anschließenden Evaluation ist die Rückkehr in die jeweilige Regelklasse vorgesehen.

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Der Bedarf an solchen Maßnahmen ist hoch: Laut dem Bayerischen Kultusministerium verzeichneten bayerische Grundschulen im Schuljahr 2025/2026 mehr als 5.000 Kinder mit sonderpädagogischer Förderung im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung.

Belastungsfaktoren und außerschulische Unterstützungsangebote

Wissenschaftliche Erhebungen verdeutlichen die Notwendigkeit frühzeitiger Unterstützung. Eine Studie der Universität Freiburg begleitete 162 Schülerinnen und Schüler mit einem Durchschnittsalter von zu Beginn knapp zwölf Jahren während des Übertritts von der Primar- in die Sekundarschule.

Die Ergebnisse zeigen, dass der Schul-Burnout nach dem Stufenwechsel signifikant höher ausfällt, wobei der Effekt in der höchsten Leistungsstufe besonders stark ausgeprägt ist. Zu den dokumentierten Symptomen zählen Erschöpfung, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Schlafprobleme, Müdigkeit und Zynismus.

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Zugleich heben die Forscher hervor, dass die Unterstützung durch Lehrpersonen eine schützende Wirkung entfaltet. René Keller, Vizepräsident von Visenti Aargau, stellte fest, dass Erschöpfung, Rückzug und Fehlzeiten in den letzten fünf Jahren zugenommen haben.

Als Ergänzung zum Unterricht entstehen auch lokale Rückzugsorte und Beratungsstätten. In Mühlhausen-Ehingen öffnet am 2. Oktober 2026 in der Kirchstraße 9 eine Resilienzwerkstatt offiziell ihre Türen.

Die Schulsozialarbeiterin Carina Frank, die seit etwa eineinhalb Jahren entsprechende Workshops und kunsttherapeutische Angebote durchführt, bietet dort Mädchenkreise, gemischte Gruppen, Jugendtreffs, Waldbaden sowie Projekte für Schulklassen und Kindergartengruppen ab etwa fünf Jahren an.

Auf regionaler Ebene machen zudem Initiativen auf psychische Erkrankungen aufmerksam. In Villingen richtet der Verein Gedankengewitter aus der Region Schwarzwald-Baar am 10. Oktober 2026 anlässlich des Welttags der psychischen Gesundheit erneut den Black Dog Day aus.

Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Miteinander statt nebeneinander – für eine Gesellschaft, in der jede Psyche zählt“. Der Verein geht auf ein im Jahr 2018 veröffentlichtes, gleichnamiges Buch des Gründungsmitglieds Andy Feind über dessen chronische Depression zurück; die Premiere des Aktionstags fand 2025 statt.

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