Schulbarometer 2025/ 26: 25% der Kinder zeigen psychische AuffÀlligkeiten
23.06.2026 - 03:04:19 | boerse-global.de
Aktuelle Zahlen des Deutschen Schulbarometers 2025/26 zeigen: 25 Prozent der 8- bis 17-JĂ€hrigen sind von psychischen AuffĂ€lligkeiten betroffen â im Vorjahr waren es noch 21 Prozent.
Die reprĂ€sentative Studie, durchgefĂŒhrt von forsa und der Robert Bosch Stiftung, befragte 1.507 Kinder und Jugendliche. 61 Prozent berichten von hohen Anforderungen, rund 26 Prozent von geringer LebensqualitĂ€t. Ein weiteres Problem: Mobbing. Rund ein Drittel der 11- bis 17-JĂ€hrigen ist regelmĂ€Ăig betroffen.
Der wachsende Leistungsdruck fĂŒhrt oft schon in jungen Jahren zu belastenden Verhaltensmustern wie dem Aufschieben wichtiger Aufgaben. Dieser kostenlose Ratgeber hilft dabei, die wahren Ursachen von Blockaden zu verstehen und mit vier bewĂ€hrten Methoden den Stress im Alltag nachhaltig zu reduzieren. Ratgeber gegen Aufschieberitis kostenlos anfordern
Wenn Kinder zu Ăbersetzern werden
Hinzu kommen familiĂ€re Belastungen. Prof. Dr. Havva Engin von der PH Heidelberg wies im Bildungsbericht 2026 darauf hin: Rund 40 Prozent der 5,1 Millionen Kinder mit Migrationshintergrund fungieren regelmĂ€Ăig als Ăbersetzer fĂŒr ihre Eltern. Diese Parentifizierung kann traumatisieren und die schulische Entwicklung beeintrĂ€chtigen. Der Bericht hĂ€lt zudem fest: 8 Prozent der Jugendlichen verlassen die Schule ohne Abschluss.
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, fördert das Bundesministerium fĂŒr Bildung, Technik und Ressourcen (BMFTR) im Wissenschaftsjahr 2026 mehrere Projekte in Heidelberg und Mannheim mit rund 330.000 Euro.
Social-Media-Kampagne fĂŒr psychische Gesundheit
Ein zentrales Vorhaben: die Kampagne â#ABCderPsycheâ der Medizinischen FakultĂ€t Heidelberg. Mit rund 80.000 Euro Budget will das Team um Prof. Dr. Svenja Taubner und Peter Maluche 16- bis 30-JĂ€hrige auf Instagram, TikTok und YouTube erreichen. 26 Wochen lang geht es um ADHS, Zukunftsangst und Doomscrolling â das exzessive Konsumieren negativer Nachrichten.
Die Heidelberg School of Education ergĂ€nzt das Angebot mit Vortragsreihen zum Konzept der âResilienzrĂ€umeâ. Prof. Dr. Annette HauĂmann und Rieke Deborah KoĂmann zeigen, wie Mental Health Literacy den Schulalltag stĂ€rken kann.
Um die eigene Resilienz im fordernden Alltag zu stĂ€rken, ist ein bewusstes Gegensteuern zu Stressfaktoren entscheidend. Erfahren Sie in diesem kostenlosen E-Book, wie Sie mit minimalem Zeitaufwand und alltagstauglichen Ăbungen zu mehr innerer Ruhe und Achtsamkeit finden. Gratis PDF: Mehr Achtsamkeit im Alltag erleben
Spielerisch lernen: Rollenspiel zu Gesundheitsdaten
Neben Wissensvermittlung setzen Projekte auf interaktive Formate. âMEDILARPâ entwickelt ein Live-Action-Rollenspiel fĂŒr Jugendliche ab 12 Jahren. Das mit rund 75.000 Euro geförderte analoge Spiel beschĂ€ftigt sich mit digitaler Medizin und DatensouverĂ€nitĂ€t. PD Dr. Nadia Primc leitet das Projekt.
Auch die berufliche Bildung reagiert. Ende Juni bieten die IHKs und Handwerkskammern in Magdeburg und Halle-Dessau Workshops fĂŒr Ausbildungsverantwortliche an. Themen: GesprĂ€chsfĂŒhrung und PrĂ€vention. FĂŒr akute Krisen nach der Notenvergabe halten LandesĂ€mter wie in Niedersachsen spezialisierte schulpsychologische Hotlines bereit.
Internationale Impulse fĂŒr die PrĂ€vention
Die Relevanz des Themas zeigt sich auch global. Google.org erhöhte Mitte Juni seinen Digital-Wellbeing-Fonds in den USA auf ĂŒber 50 Millionen US-Dollar. Gefördert werden Organisationen wie âActive Mindsâ und das âChild Mind Instituteâ. Letzteres entwickelt eine KI-gestĂŒtzte Plattform zur Förderung der psychischen Gesundheit von Teenagern.
Auf kommunaler Ebene in Deutschland arbeitet der Bildungsgipfel âeducon 2026â an Strategien gegen Schulabsentismus. StĂ€dte wie Heidelberg und Mannheim diskutieren mit SchulĂ€mtern, wie psychische Belastungen frĂŒhzeitig erkannt werden können. Projekte wie âHealthScience4Allâ in Mannheim untersuchen zudem, wie PrĂ€ventionsforschung auch schwer erreichbare Bevölkerungsgruppen in stĂ€dtischen Quartieren erreicht.
