Schwarze, Johannisbeeren

Schwarze Johannisbeeren: Anthocyane bremsen Blutzuckeranstieg messbar

26.06.2026 - 15:04:26 | boerse-global.de

Finnische Studie belegt: Anthocyane in schwarzen Johannisbeeren senken den Blutzuckeranstieg nach dem Essen deutlich.

Schwarze Johannisbeeren: NatĂŒrlicher Blutzucker-Booster aus Finnland
Schwarze - Nahaufnahme von reifen schwarzen Johannisbeeren an einem Ast mit verschwommenem Hintergrund, der ein Labor andeutet. 26.06.2026 - Bild: ĂŒber boerse-global.de

Das zeigt eine Studie der UniversitĂ€t Ostfinnland aus dem Jahr 2020. 26 gesunde Erwachsene aßen 75 Gramm der Beeren – mit messbarem Effekt.

Verantwortlich dafĂŒr sind offenbar die enthaltenen Anthocyane. Diese sekundĂ€ren Pflanzenstoffe stecken auch in Blaubeeren, die zwischen Juni und September Saison haben. Wilde Heidelbeeren gelten als besonders nĂ€hrstoffreich, der Pro-Kopf-Verzehr in Deutschland liegt bei 800 Gramm bis einem Kilo jĂ€hrlich.

Was auf den Tisch kommt, zÀhlt

Nicht nur feste Nahrung beeinflusst den Stoffwechsel. Auch die Wahl der GetrĂ€nke spielt eine Rolle. Schwarzer Tee soll das Risiko fĂŒr Typ-2-Diabetes um bis zu 14 Prozent senken können. GrĂŒner Tee wird wegen seiner positiven Wirkung auf die InsulinsensitivitĂ€t empfohlen.

Auch Tomatensaft zeigt Effekte: Vor den Mahlzeiten getrunken, verbessert er die Blutzuckerwerte. Kuhmilch wiederum verzögert den Anstieg der Glukosekonzentration. Forscher betonen zudem, dass ausreichende Hydrierung unkontrollierte Blutzuckerspitzen verhindern kann.

DĂŒsseldorfer Kongress: Neue Medikamente, alte Grundlagen

Rund 250 Experten diskutierten Ende Juni auf einem Diabetes-Kongress in DĂŒsseldorf ĂŒber die Zukunft der Diabetologie. Ein Schwerpunkt: die PrĂ€zisionsdiabetologie. Moderne Abnehmspritzen ermöglichen Gewichtsverluste von bis zu 20 Prozent des Körpergewichts.

Das Deutsche Diabetes-Zentrum mahnte jedoch vor Eigentherapien. Basis jeder Behandlung bleiben gesunde ErnĂ€hrung und Sport. Als pharmazeutische Entwicklung wurde Trelagliptin-Succinat vorgestellt – ein DPP-4-Hemmer, der nur wöchentlich eingenommen werden muss und das HypoglykĂ€mie-Risiko minimiert.

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Frauen und MĂ€nner: Unterschiedliche Risiken, unterschiedliche Therapien

Hormonelle Schwankungen beeinflussen die Insulinwirkung erheblich. In der zweiten ZyklushĂ€lfte steigt der Insulinbedarf bei Frauen um bis zu 15 Prozent. Nach der Menopause berichten zwei Drittel der Patientinnen mit Typ-1-Diabetes ĂŒber instabilere Glukosewerte.

Schwangerschaftsdiabetes betrifft rund 10 Prozent der Schwangeren – und erhöht das Risiko fĂŒr spĂ€teren Typ-2-Diabetes um das Sieben- bis Achtfache. Die psychische Belastung ist ungleich verteilt: Frauen beschĂ€ftigen sich tĂ€glich rund 60 Minuten aktiv mit ihrer Erkrankung, MĂ€nner nur 30 Minuten. Gleichzeitig sinkt die Chance auf eine leitliniengerechte Therapie bei Frauen um etwa ein Drittel.

Jo-Jo-Effekt widerlegt: Schnell abnehmen kann langfristig wirken

Eine norwegische Studie, vorgestellt im Mai 2026 auf dem EuropĂ€ischen Kongress fĂŒr Adipositas in Istanbul, rĂ€umt mit einem Mythos auf. 284 Erwachsene nahmen entweder schnell ab (unter 1000 kcal/Tag in den ersten acht Wochen) oder langsam. Nach einem Jahr lag die schnelle Gruppe mit 14,4 Prozent Gewichtsreduktion vor der langsamen mit 10,5 Prozent.

Vorsicht bei Leinsamen – Entwarnung bei Kirschen

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Das Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR) empfiehlt Erwachsenen maximal 15 bis 20 Gramm rohe, geschrotete Leinsamen pro Tag. Grund: die Freisetzung von BlausĂ€ure beim Kauen oder Schroten. Kleinkinder sollten ganz auf rohe Leinsamen verzichten. Erhitzen kann die verantwortlichen Enzyme inaktivieren.

Gute Nachricht fĂŒr Kirschliebhaber: Das Verbot, Wasser nach dem Verzehr von Kirschen zu trinken, ist wissenschaftlich widerlegt. Der Mythos stammt aus Zeiten mangelhafter TrinkwasserqualitĂ€t.

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