Schweizer Bundesverwaltung: Souveräne Software und Easygov 2.0 werden Schlüsselprojekte
Veröffentlicht am: 06.10.2026 um 19:42 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Schweizer Bundesverwaltung stellt wichtige Weichen für ihre digitale Infrastruktur. Bundeskanzler Viktor Rossi und die Bundeskanzlei haben nach Konsultation der Generalsekretärenkonferenz am 1. Oktober 2026 beschlossen, das Programm für souveräne Arbeitsplatzsoftware sowie die Plattform Easygov 2.0 künftig als Schlüsselprojekte des Bundes zu führen. Dies geht aus Medienberichten vom 6. Oktober 2026 hervor. Die Einstufung bringt eine erhöhte strategische Aufmerksamkeit sowie eine strengere Überwachung mit sich.
Open-Source-Plattform soll Abhängigkeiten verringern
Mit dem Vorhaben für eine souveräne Arbeitsplatzsoftware will die Bundeskanzlei die Abhängigkeit von ausländischen IT-Anbietern senken. Geplant ist, dass die neue Open-Source-Plattform ab Ende 2027 rund 3.000 Mitarbeitenden der Bundesverwaltung zur Verfügung steht.
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Für die erste Phase des Projekts sind 9 Millionen Franken vorgesehen. Die Lösung soll dabei parallel zu Microsoft 365 betrieben werden, um den Betrieb abzusichern und bestehende Arbeitsabläufe schrittweise zu ergänzen.
Ausbau der Unternehmensplattform Easygov 2.0
Als weiteres Vorhaben erhält Easygov 2.0 den Status eines Schlüsselprojekts. Dieses Programm soll die technische und organisatorische Grundlage für die Weiterentwicklung des zentralen Behördenportals für Unternehmen schaffen.
Derzeit besteht bei der Digitalisierung der Dienstleistungen weiterhin Ausbaubedarf: Von insgesamt 356 identifizierten Behördenleistungen, die für Unternehmen relevant sind, stehen 88 vollständig und 140 teilweise auf digitalem Weg zur Verfügung. Davon sind bislang 62 Leistungen direkt in Easygov integriert.
Veränderungen im Portfolio der IT-Grossprojekte
Die Liste der Schlüsselprojekte unterliegt regelmässigen Anpassungen. Das Vorhaben Nepro beim Bundesamt für Landestopografie (Swisstopo) wurde nach einer Redimensionierung im März 2026 und einer daraus resultierenden verbesserten Risikolage abgestuft und von der Liste gestrichen.
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Hinsichtlich der Gesamtgrösse des Portfolios nannten Berichte vom 6. Oktober 2026 leicht voneinander abweichende Zahlen: Laut Angaben der Bundeskanzlei umfasst die Liste 19 Schlüsselprojekte, während in einer Bundesmitteilung von insgesamt 22 Schlüsselprojekten die Rede ist.
Unabhängig von dieser Zählung verdeutlicht das Finanzvolumen das Gewicht der Vorhaben. Ihr Gesamtvolumen entspricht mehr als der Hälfte des Aufwands aller laufenden zivilen Informatikprojekte des Bundes.
Aufgrund dieser Tragweite unterliegen die ausgewählten Massnahmen einer besonderen Kontrolle. Die Eidgenössische Finanzkontrolle prüft die als Schlüsselprojekte deklarierten IT-Vorhaben systematisch, um Risiken bei Kosten, Terminen und der technischen Umsetzung frühzeitig zu erkennen.
