Schwimmbadförderung, Anträge

Schwimmbadförderung: 960 Anträge übersteigen Budget um fast das 13-Fache

Veröffentlicht am: 23.09.2026 um 17:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Für Schwimmbadsanierungen stehen 250 Millionen Euro bereit, doch Anträge über 3,2 Milliarden Euro übersteigen das Budget deutlich. Eine weitere Förderrunde ist vorgesehen.

Sportmilliarde: 250 Millionen Euro für kommunale Schwimmbäder
Leeres, sanierungsbedürftiges kommunales Schwimmbecken mit Gerüsten in einer Schwimmhalle ohne Personen. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“, das in Fachkreisen als „Sportmilliarde“ bezeichnet wird, wurden umfangreiche Mittel für die Instandsetzung der sportlichen Infrastruktur in Deutschland bereitgestellt.

Für das Jahr 2026 sieht das Programm bundesweit insgesamt 916 Millionen Euro vor. Ein signifikanter Anteil dieser Summe, konkret 250 Millionen Euro, ist gezielt für die Sanierung kommunaler Schwimmbäder reserviert. Die Finanzierung erfolgt dabei aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität.

Hohe Nachfrage übersteigt das verfügbare Budget deutlich

Die Bilanz des jüngsten Projektaufrufs verdeutlicht einen massiven Sanierungsstau in den Kommunen. Berichten zufolge gingen bundesweit rund 960 Interessenbekundungen ein. Das damit beantragte Fördervolumen belief sich auf etwa 3,2 Milliarden Euro. Angesichts der tatsächlich verfügbaren 250 Millionen Euro für die Schwimmstättenförderung war das Programm somit nahezu 13-fach überzeichnet.

Aufgrund dieser Diskrepanz zwischen Bedarf und Budget konnten nur ausgewählte Projekte Berücksichtigung finden. In einigen Regionen wurden nur wenige Vorhaben zur Förderung zugelassen, da das beantragte Volumen die Mittel der gesonderten Förderrunde für Schwimmstätten massiv überstieg.

Regionale Verteilung und Schwerpunkte der Modernisierung

Die freigegebenen Mittel fließen in eine Vielzahl lokaler Projekte mit unterschiedlichen Schwerpunkten. In Sachsen-Anhalt erhalten beispielsweise drei Vorhaben zusammen mehr als 6,4 Millionen Euro.

Anzeige

Rund 960 Interessenbekundungen, 3,2 Milliarden Euro beantragtes Volumen — bei nur 250 Millionen Euro für Schwimmstätten. Wer in der nächsten Runde zum Zug kommen will, braucht einen sauber aufgebauten Antrag. Unser kostenloser Leitfaden zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Förderfähigkeit belegen, energetische Maßnahmen priorisieren und den Eigenanteil realistisch kalkulieren. Förderleitfaden Schwimmbad-Sanierung jetzt anfordern

Dazu gehört der Ersatzneubau der Schwimmhalle in Merseburg, für den 2 Millionen Euro zugesagt wurden. Da dies rund ein Drittel der veranschlagten Kosten abdeckt, sucht die Stadt für die verbleibende Finanzierung nach weiteren Geldgebern, um die marode Bestandshalle zu ersetzen.

Weitere Beispiele für die Mittelzuteilung sind:
- Castrop-Rauxel: Für die Sanierung des Parkbads Nord wurden 4,35 Millionen Euro bei einer Gesamtsumme von rund 5,8 Millionen Euro bewilligt.
- Gemeinde Uetze: Das Freibad Hänigsen erhält 277.500 Euro bei einem Gesamtvolumen von 370.000 Euro, was einer Förderquote von 75 Prozent entspricht.
- Bad Säckingen: Die Sanierung des Aqualon Thermalbads wird mit 1.476.000 Euro unterstützt, womit der Bund zwei Drittel der Kosten übernimmt.
- Landkreis Aschaffenburg: Hier werden zwei Bäder mit insgesamt mehr als 1,8 Millionen Euro gefördert.
- Emmendingen und Herbolzheim: Die beiden Städte erhalten gemeinsam rund 3,1 Millionen Euro für ihre Freibäder.

In der technischen Umsetzung stehen vor allem energetische Aspekte und die Barrierefreiheit im Fokus. Geplante Maßnahmen umfassen häufig die Installation von Photovoltaikanlagen, die Umstellung auf Wärmepumpen (etwa Sole-Wasser-Systeme), den Einbau von Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung sowie die energetische Sanierung von Fenstern und Türen. Auch die Installation von Pool-Liftern und der barrierefreie Ausbau von Sanitäranlagen sind wiederkehrende Bestandteile der Förderanträge.

Gesellschaftliche Bedeutung und Ausblick auf weitere Mittel

Die Notwendigkeit funktionstüchtiger Schwimmstätten wird durch Daten zur Schwimmfähigkeit in der Bevölkerung unterstrichen. Laut einer Erhebung im Auftrag der DLRG können rund 58 Prozent der Kinder am Ende ihrer Grundschulzeit nicht sicher schwimmen. Kommunale Bäder fungieren hierbei als kritische Infrastruktur für das Schulschwimmen sowie das Training von Rettungsorganisationen.

Anzeige

Ihr Bad ist in der aktuellen Runde nicht berücksichtigt worden? Für die folgende Förderrunde zur Sanierung kommunaler Sportstätten sind bereits 333 Millionen Euro vorgesehen, der Projektaufruf startet voraussichtlich im Herbst. Dieser Leitfaden hilft Ihnen, die Ablehnung auszuwerten und den nächsten Antrag von Anfang an belastbar aufzustellen — von der Kostenberechnung bis zur Barrierefreiheit. Leitfaden für die nächste Förderrunde sichern

Während viele Projekte noch in der Planungsphase stehen oder gerade erst die Förderzusage erhalten haben, konnten andere Vorhaben bereits abgeschlossen werden. So wurde in Windeck das Dattenfelder Hallenbad nach einer halbjährigen Bauzeit wiedereröffnet. Dort wurden 1,5 Millionen Euro investiert, wovon 1,2 Millionen Euro durch Bundesförderung gedeckt wurden.

Für Kommunen, die in der aktuellen Runde nicht berücksichtigt wurden, stehen weitere Mittel in Aussicht. Für eine folgende Förderrunde zur Sanierung kommunaler Sportstätten sind bereits 333 Millionen Euro vorgesehen. Der entsprechende Projektaufruf wird voraussichtlich im Herbst starten. Parallel dazu unterstützen Organisationen wie Aktion Mensch mit Beträgen von bis zu 50.000 Euro die inklusive Gestaltung von Sportangeboten im Sozialraum.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70168435 |