SCREEN-Projekt: DFG fördert Smartphone-Forschung mit 355.000 Euro
Veröffentlicht am: 25.10.2026 um 04:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert ein neues wissenschaftliches Verbundprojekt zur datenschutzkonformen Erforschung der Mobilfunknutzung.
Unter dem Namen SCREEN â einer AbkĂŒrzung fĂŒr âSmartphone Content Research EcosystEm for TrackiNgâ â soll eine innovative Methode etabliert werden, um Nutzungsgewohnheiten auf MobilgerĂ€ten transparent und unter strenger Wahrung der PrivatsphĂ€re zu analysieren.
Das Projekt ist auf eine Laufzeit von 36 Monaten angelegt. Wie aus einem Bericht vom 24. Oktober 2026 hervorgeht, wurden allein fĂŒr den Anteil der Hochschule DĂŒsseldorf Fördermittel in Höhe von rund 355.000 Euro bewilligt.
An dem interdisziplinĂ€ren Verbund sind mehrere wissenschaftliche Einrichtungen beteiligt. Seitens der Hochschule DĂŒsseldorf leitet Prof. Dr. Philipp Krieter aus dem Fachbereich Medien die Projektarbeiten. ErgĂ€nzt wird die Kooperation durch Prof. Dr. Cornelius Puschmann von der UniversitĂ€t Bremen sowie Dr. Lukas Rahnke-Otto und Dr. Mareike Wieland vom GESIS â Leibniz-Institut fĂŒr Sozialwissenschaften.
Lokale Datenverarbeitung direkt auf dem EndgerÀt
Bisherige Tracking-Verfahren zur Untersuchung des digitalen Nutzerverhaltens stieĂen oft an methodische und datenschutzrechtliche Grenzen, insbesondere bei der Weiterleitung sensibler Inhalte an zentrale Server. Das SCREEN-Konsortium verfolgt daher einen Ansatz, der die Analyse der Bildschirminhalte unmittelbar auf dem Smartphone vornimmt.
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Bei diesem Verfahren verlassen private Bildschirmaufnahmen das EndgerĂ€t zu keinem Zeitpunkt. Unmittelbar nach der automatisierten Verarbeitung werden die erfassten Aufnahmen vollstĂ€ndig gelöscht. FĂŒr die wissenschaftliche Auswertung werden ausschlieĂlich anonymisierte oder pseudonymisierte DatensĂ€tze bereitgestellt, sodass schutzwĂŒrdige persönliche Informationen der Studienteilnehmer nicht offengelegt werden.
Texterkennung und Erfassung von Nutzungszeiten
Technisch setzt das Forschungsteam auf mehrere modular aufgebaute Komponenten. Unter Einsatz von Texterkennung und maschinellem Lernen ermöglicht das System die automatisierte Erkennung vorab definierter Begriffe sowie ĂŒbergeordneter Themenbereiche im laufenden Betrieb.
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Neben den thematischen Schwerpunkten registriert das System zudem die Nutzungsdauer der jeweils geöffneten Applikationen, um ein detailliertes Bild der Verweildauer auf verschiedenen Plattformen zu gewinnen.
Integration in Open-Source-Plattform und Pilotstudie
Im Rahmen des Vorhabens ist eine praktische Anwendung in Form einer Pilotstudie zum individuellen Nachrichtenkonsum geplant. In dieser Untersuchung soll das automatisierte Tracking direkt mit mobilen Befragungen kombiniert werden, um das Nutzungsverhalten im Zusammenspiel mit subjektiven EinschÀtzungen der Probanden zu betrachten.
Um die entwickelten Instrumente auch der breiteren wissenschaftlichen Gemeinschaft zugĂ€nglich zu machen, sieht das SCREEN-Konsortium eine Einbindung in das GESIS AppKit vor. Die Integration in diese Open-Source-Infrastruktur soll sicherstellen, dass die Methoden und Softwarekomponenten auch fĂŒr kĂŒnftige sozialwissenschaftliche Erhebungen frei zur VerfĂŒgung stehen.
