Secure-Boot-Zertifikate: Microsoft entwarnt vor Systemausfällen
Veröffentlicht am: 29.07.2026 um 00:11 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Umstieg auf aktualisierte Secure-Boot-Zertifikate wird keine Systemausfälle verursachen. Das hat Microsoft am heutigen Dienstag klargestellt und damit wachsende Sorgen vieler Windows-Anwender zerstreut.
Selbst Geräte, die das Update noch nicht erhalten haben, starten normal und bleiben für künftige Aktualisierungen berechtigt. Der Konzern betont: Die Migration zu den 2023er Secure-Boot-Zertifikaten ist ein mehrjähriges Projekt, das die ursprünglich 2011 ausgestellten Sicherheitszertifikate ersetzt.
Warum der Austausch nötig ist
Die Ablösung der veralteten Zertifikate wurde durch konkrete Sicherheitslücken erzwungen. Besonders der BlackLotus-Bootkit hatte gezeigt: Der Schutz auf Systemstart-Ebene muss dringend modernisiert werden. Microsoft startete die Auslieferung der neuen Zertifikate in drei Phasen über den regulären Windows-Update-Dienst.
In einem Update vom 14. Juli (KB5101650) präzisierte das Unternehmen den Zeitplan: Es gibt keine unmittelbare Frist, die zu Systemausfällen führen würde. Zwar ist der Umstieg für die langfristige Sicherheit verpflichtend, doch Microsoft hat die Aktualisierung für bestimmte Systeme mit erkannten Firmware-Problemen vorerst gestoppt. Stabilität geht vor.
Ampelsystem zeigt Update-Status
Windows-Nutzer können den Fortschritt ihrer Zertifikatsmigration direkt in der Windows-Sicherheits-App überwachen. Seit den Builds 26100.8246 und 26200.8246 zeigt ein farbcodiertes System den Status an:
- Grün: Das System ist vollständig auf dem neuesten Stand mit den 2023er Zertifikaten.
- Gelb: Der Update-Prozess läuft oder wurde noch nicht gestartet.
- Rot: Handlungsbedarf. Microsoft warnt: Ein rotes Stopp-Symbol kann ab Juni 2026 für Systeme erscheinen, die nicht konform sind.
Für Fortgeschrittene und Administratoren stehen Skripte und manuelle Bootloader-Updates über die EFI-Partition bereit. Allerdings berichten einige Nutzer von technischen Fehlern bei manuellen Reparaturversuchen.
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Update-Infrastruktur und aktuelle Probleme
Die Entwarnung kommt nur wenige Tage nach einer Störung am 23. Juli, die Azure, Microsoft 365 und Windows Update betraf. Der Ausfall blockierte kurzzeitig die Auslieferung von Updates an Windows-11-Systeme. Microsoft testet derzeit Verbesserungen in den Insider-Builds 26100.8968 und 26200.8968. Diese enthalten eine verfeinerte Logik für die Orchestrator- und Arbiter-Komponenten, um die Berechnung des Update-Fortschritts und die Bereinigungsprozesse zu optimieren.
Weitere Sicherheitslücke: Certighost
Parallel zu den Zertifikats-Updates sorgt eine weitere Sicherheitslücke für Aufsehen. Am heutigen Dienstag veröffentlichten Forscher einen Proof-of-Concept-Exploit für die Schwachstelle Certighost. Sie betrifft die Windows Active Directory Certificate Services und könnte authentifizierten Angreifern ermöglichen, ganze Domänen zu kompromittieren. Microsoft empfiehlt dringend Patches und eine strenge Überwachung von Zertifikatsanfragen.
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Universitäten planen eigene Zeitpläne
Neben den Kern-Updates des Systems managen auch Institutionen ihre eigenen Migrationsfahrpläne. So kündigte die Old Dominion University am 27. Juli an, Mitarbeitern und Lehrkräften einen frühen Zugang zum Windows 11 25H2-Upgrade anzubieten – noch vor der verpflichtenden Einführung im Oktober. Diese Version, die ursprünglich im September 2025 veröffentlicht wurde, wird für Bildungs- und Unternehmensumgebungen bis Ende 2028 unterstützt.
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