DĂ€nemark, Schweden

«Höllenraupen» beunruhigen nordische LÀnder

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 15:11 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Seine Brennhaare sind nun auch in nordischen LĂ€ndern gefĂŒrchtet: Dank des Klimawandels breitet sich der Eichenprozessionsspinner aus. Mit Schuld an der Ausbreitung ist eine Lieferung aus Deutschland.
  • Der Eichenprozessionsspinner profitiert vom Klimawandel. (Archivbild) - Bild: Philip Dulian/dpa
  • Die Raupen leben in Gespinsten. (Archivbild) - Bild: Pia Bayer/dpa
Der Eichenprozessionsspinner profitiert vom Klimawandel. (Archivbild) - Bild: Philip Dulian/dpa Die Raupen leben in Gespinsten. (Archivbild) - Bild: Pia Bayer/dpa

Nachdem der Eichenprozessionsspinner in diesem Sommer schon große Teile Deutschlands das FĂŒrchten gelehrt hat, versetzt das Tier nun DĂ€nemark in helle Aufregung. Es vergeht kaum ein Tag ohne eine neue Meldung zu den dort oft «Höllenraupen» genannten Tieren, die wegen ihrer Brennhaare fĂŒr Menschen und Haustiere gefĂ€hrlich sind. Das Norwegische Institut fĂŒr Naturforschung (Nina) warnte, die Tiere könnten sich auch nach Norwegen ausbreiten.

Besonders stark betroffen ist derzeit Odense auf der dĂ€nischen Insel FĂŒnen. Der massenhafte Befall dort sei auf die Einfuhr von Eichen aus Deutschland zurĂŒckzufĂŒhren, auf denen die Falter Eier gelegt hĂ€tten, sagte der Waldökologe Hans Peter Raven der Zeitung «Politiken». Die Hauptstadt Kopenhagen meldete die ersten Eichenprozessionsspinner Anfang Juli.

Allergische Reaktionen und Reizungen

Der Eichenprozessionsspinner ist ein unscheinbarer Nachtfalter. Seine etwa drei Zentimeter langen Raupen kriechen vor allem auf Eichen wie in einer Prozession hintereinander ĂŒber die Rinde. Nach Angaben des dĂ€nischen Natur- und Tierschutzministeriums können sie pro Exemplar Zehntausende winzige Brennhaare ausbilden, die Juckreiz, HautausschlĂ€ge und in seltenen FĂ€llen Atembeschwerden verursachen können. 

Die Larven verpuppen sich schließlich und schlĂŒpfen dann als Falter. Ihre leeren Puppen und zurĂŒckgebliebenen Brennhaare bleiben jedoch gefĂ€hrlich, selbst dann, wenn sie Menschen mit dem Wind auf die Haut, in die Augen oder in die Atemwege getragen werden.

Klimawandel macht den Norden fĂŒr die Raupen interessant

Der Eichenprozessionsspinner stammt ursprĂŒnglich aus SĂŒdosteuropa. Noch vor wenigen Jahrzehnten kam er auch in Deutschland nur sehr selten vor, mittlerweile vermehrt er sich hierzulande massenhaft. Nach Angaben der UniversitĂ€t Kopenhagen wird der Falter nun immer weiter im Norden gesichtet, unter anderem in den Niederlanden und auch in DĂ€nemark. 

In Odense wurden Teile des Zoos geschlossen, weil sich die Raupen auch dort breitgemacht hatten. Die Behörden rĂŒcken den Raupen und ihren Nestern mit einer Art Klebstoff und Staubsaugern zu Leibe. Der Zoo Odense kĂŒndigte an, NistkĂ€sten fĂŒr Meisen anzubringen, die die Raupen vertilgen sollen.

Auch Schweden rechnet mit den gefÀhrlichen Raupen

Das benachbarte Schweden bereitet sich ebenfalls auf einen Raupenbefall vor. Es sei sehr wahrscheinlich, dass die Raupe ĂŒber den Öresund gelange, sagte der Ökologe Mats WirĂ©n aus dem nur 15 Kilometer von Kopenhagen entfernten Malmö dem Sender Sveriges Radio.

Sein norwegischer Nina-Kollege Anders EndrestĂžl sagte, Eichenprozessionsspinner könnten auch in Norwegen auftauchen. «Sie könnten durch natĂŒrliche Ausbreitung infolge des wĂ€rmeren Klimas hierhergelangen. Sie könnten aber auch mit importierten Eichen eingeschleppt werden», wie in DĂ€nemark, sagte er.

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