Semicon 2.0: Indien fördert Halbleiterindustrie mit 1,27 Billionen Rupien
Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 22:40 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die indische Regierung hat am 31. August 2026 das Förderprogramm Semicon 2.0 offiziell notifiziert. Mit einem Gesamtvolumen von ?1,27,500 crore (entspricht ?1,27 Lakh Crore beziehungsweise ?1,28 Billionen Indischen Rupien) zielt die Initiative darauf ab, die heimische Halbleiterindustrie massiv auszubauen und Indien tiefer in die globale Lieferkette zu integrieren. Die Genehmigung durch das Kabinett fĂŒr dieses Vorhaben war bereits am 15. Juli 2026 erfolgt.
Sechs SĂ€ulen fĂŒr ein umfassendes Ăkosystem
Das Programm Semicon 2.0 ist auf sechs strategische SĂ€ulen aufgebaut: Chipdesign, FertigungsausrĂŒstung und Materialien, Halbleiterfabriken (Fabs), ATMP/OSAT (Assembly, Testing, Marking and Packaging), Forschung und Entwicklung sowie die gezielte Talentförderung.
AntrĂ€ge im Rahmen dieses Programms können ĂŒber einen Zeitraum von drei Jahren gestellt werden, wĂ€hrend die Laufzeit der Projekte bis zu sechs Jahre betragen kann. Eine erste Zwischenbewertung der Fortschritte ist nach drei Jahren vorgesehen.
Ein zentrales Element der Förderung ist die finanzielle UnterstĂŒtzung der Kapitalkosten. FĂŒr den Bau von Silizium-Fabs stellt die Regierung eine Förderung von 40 Prozent der Kosten in Aussicht, sofern eine Mindestinvestition von ?20.000 crore (circa 2,1 Milliarden US-Dollar) getĂ€tigt wird.
Bewerber mĂŒssen zudem im GeschĂ€ftsjahr 2026 einen Umsatz von mindestens ?7.500 crore vorweisen können. Das strategische Ziel ist die Errichtung einer zweiten kommerziellen Silizium-Fab bis zum Jahr 2031.
Differenzierte Anreize fĂŒr Fertigung und Verpackung
Neben den groĂen Silizium-Fabs sieht das Programm differenzierte FördersĂ€tze fĂŒr andere Bereiche vor. FĂŒr Compound-Halbleiter- und Display-Fabs sowie fĂŒr Advanced Packaging ist eine UnterstĂŒtzung von 35 Prozent vorgesehen. Eine erste Display-Fab ist bereits mit einer Mindestinvestition von ?10.000 crore geplant. FĂŒr konventionelle Verpackungsdienstleistungen (Packaging) wird ein Fördersatz von 25 Prozent gewĂ€hrt.
Im Bereich des Chipdesigns setzt die indische Regierung auf eine Kombination aus ZuschĂŒssen, Eigenkapital-Co-Investitionen und Lizenzfinanzierung. Start-ups sowie kleinen und mittleren Unternehmen (MSMEs) wird ein Seed-Funding von bis zu ?15 crore in Aussicht gestellt.
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Laut Ashok Chandak, dem PrĂ€sidenten der India Electronics and Semiconductor Association (IESA), könnten durch Semicon 2.0 in den kommenden Jahren zusĂ€tzliche Investitionen in Höhe von ?5 bis ?7 Lakh crore freigesetzt werden. Das Programm decke nun auch UnterstĂŒtzung fĂŒr hochentwickelte 7nm- bis 3nm-Chips sowie Silizium-Photonik ab.
Talentförderung und strategische Eigenentwicklungen
Ein wesentlicher Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung von FachkrÀften. Die Regierung strebt die Ausbildung von weiteren 1 Lakh Chip-Ingenieuren an. In den vergangenen vier Jahren wurden im Rahmen eines Zehnjahresziels bereits 85.000 Ingenieure an 355 beteiligten UniversitÀten geschult, wobei bereits 255 Chips entworfen wurden. Insgesamt erwartet die Regierung durch das Programm die Schaffung von 50.000 bis 60.000 direkten ArbeitsplÀtzen.
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Parallel dazu treibt das Center for Development of Advanced Computing (C-DAC) mit einem Budget von 200 Millionen US-Dollar fĂŒr die GeschĂ€ftsjahre 2026 bis 2030 die Entwicklung spezialisierter Hardware voran. Ein Team von 30 Ingenieuren in Bengaluru arbeitet an einem KI-Chip, der unter BerĂŒcksichtigung von US-BeschrĂ€nkungen fĂŒr Nvidia entwickelt wird.
Zudem befindet sich ein 2nm-RISC-V-Chip seit August 2026 in der Versuchsfertigung. Dieser soll bis 2029 produktionsreif sein und ab 2030 in Bereichen wie der Verteidigung, der Luft- und Raumfahrt sowie in öffentlichen Diensten eingesetzt werden.
IT-Minister Ashwini Vaishnaw erklÀrte, dass das Ziel eine Marktanteilsbeteiligung von 10 Prozent an der globalen Lieferkette sei. Dabei liege der Fokus der indischen Strategie klar auf QualitÀt vor QuantitÀt. PrioritÀt haben dabei rund 100 Chips aus sechs Kategorien, darunter Rechenleistung, Speicher, Hochfrequenz (RF), Leistungselektronik, Networking und Sensorik.
