ServiceNow, Claude

ServiceNow nutzt Claude: 29.000 Mitarbeiter sparen 95% Zeit

Veröffentlicht am: 18.08.2026 um 22:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Claude erhält strukturierte Arbeitsumgebungen, neue Integrationen und Zertifizierungen. ServiceNow meldet deutliche Effizienzsteigerungen durch den KI-Einsatz.

Anthropic Claude: Neues Agentic OS und KI-Funktionen für Unternehmen
Ein moderner, aufgeräumter Arbeitsplatz mit einem Laptop, der eine strukturierte digitale Arbeitsumgebung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der professionellen Anwendung von Künstlicher Intelligenz zeichnet sich ein Trend zur stärkeren Strukturierung von Arbeitsumgebungen ab. Aktuelle Berichte von Mitte August 2026 beschreiben die Implementierung eines sogenannten „Agentic OS“. Dabei handelt es sich um eine zentrale Ordnerstruktur innerhalb der Anwendung Claude, die darauf ausgelegt ist, die Markenidentität, die visuelle Gestaltung sowie das Profil des idealen Kunden (ICP) systemisch zu verankern.

Ziel dieser Strukturierung ist es, Routineaufgaben wie die Erstellung von Berichten, den Abgleich von Rechnungen und detaillierte Wettbewerbsanalysen weitgehend zu automatisieren.

Integration in bestehende Infrastrukturen

Die Funktionalität von Claude wird zunehmend durch die Einbindung externer Datenquellen erweitert. Das System ermöglicht mittlerweile eine tiefe Integration mit Plattformen wie Google Drive und Notion. Parallel dazu gewinnt das sogenannte Model Context Protocol (MCP) an Bedeutung. Für den Vertriebsbereich ist beispielsweise ein neuer Connector für Pipedrive im Claude Marketplace erschienen.

In den ersten vier Wochen nach der Einführung nutzten bereits mehr als 6 % der zahlenden Kunden diese Verbindung. Die Nutzungsdaten zeigen dabei ein klares Profil: 65 % der Operationen entfallen auf Lesevorgänge, während 35 % auf Schreibvorgänge entfallen. Ein Großteil der Interaktionen findet dabei direkt auf den Oberflächen von Anthropic statt.

Zudem ermöglicht eine neue Integration des Anbieters Seamless den Zugriff auf B2B-Daten für das Prospecting, ohne dass dafür individuelle Schnittstellen konfiguriert werden müssen. Nutzer können dabei Modelle wie Claude Opus oder Sonnet in speziellen KI-Feldern auswählen, um gezielt Entscheidungsträger in bestimmten Branchen und Regionen zu identifizieren.

Auch im Logistiksektor kommen spezialisierte Werkzeuge zum Einsatz: Mit SiftedAI steht ein Dienst zur Analyse von Versandkosten und zum Vergleich von Frachtführern zur Verfügung, der laut dem Management des Unternehmens ohne manuelle Konfiguration auskommt.

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Funktionserweiterungen und Fehlerreduktion

Für die technische Umsetzung stehen Anwendern im August 2026 diverse spezialisierte Fähigkeiten zur Verfügung. Dazu gehören Werkzeuge für systematisches Debugging, das Erstellen von Anforderungsdokumenten (PRD) sowie die Analyse von YouTube-Transkripten. Ein spezieller Skill, der auf vier Prompts basiert und mit dem Namen Karpathy assoziiert wird, zielt darauf ab, die Häufigkeit von KI-Halluzinationen signifikant zu reduzieren.

Im Bereich der Software-Automatisierung befindet sich zudem eine Funktion zur Computer-Nutzung in der Beta-Phase. Diese ist für Modelle wie Opus 5 und Sonnet 5 verfügbar und erfordert einen API-Schlüssel. Sie soll insbesondere Legacy-Software ohne eigene Schnittstellen automatisieren, etwa bei der Qualitätssicherung oder in komplexen Arbeitsabläufen über mehrere Anwendungen hinweg.

Hintergrund dieser Entwicklung ist die Beobachtung, dass herkömmliche Skripte zur Prozessautomatisierung (RPA) oft instabil auf Änderungen der Benutzeroberfläche reagieren.

Effizienzsteigerung im Unternehmenseinsatz

Große Organisationen setzen die Technologie bereits in erheblichem Umfang ein. So nutzt das Unternehmen ServiceNow die Modelle von Anthropic als Standard für seinen Build Agent. Rund 29.000 Mitarbeiter greifen dort auf das System zu, was die Vorbereitungszeit für bestimmte Aufgaben um 95 % reduziert haben soll. Das Ziel ist eine Beschleunigung der Implementierungsprozesse um 50 %.

Um die Effizienz bei der Nutzung zu steigern, werden für das Werkzeug „Claude Code“ spezifische Verhaltensregeln empfohlen. Dazu gehört das regelmäßige Leeren des Kontextspeichers zwischen Aufgaben sowie die gezielte Auswahl des Modells vor Beginn einer Sitzung. Der Prompt-Cache kann die Kosten für den Input auf das 0,1-fache senken, während der Output mit dem 5-fachen des Inputs berechnet wird. Diese Cache-Speicherung läuft nach einer Stunde ab.

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Professionalisierung durch Zertifizierungen

Parallel zur technischen Entwicklung professionalisiert sich das Ökosystem durch formale Qualifizierungen. Eine neue Zertifizierung namens CCA-F umfasst 60 Fragen, die in 120 Minuten bearbeitet werden müssen. Die Prüfung wird über Pearson VUE abgewickelt und kostet 125 US-Dollar. Zum Bestehen sind 720 von 1000 Punkten erforderlich.

Die Inhalte beziehen sich unter anderem auf Produktionsszenarien mit dem Modell Fable 5, das Anfang Juni 2026 eingeführt wurde. Die Kosten für dieses Modell liegen bei 10 US-Dollar für eine Million Eingabe-Tokens und 50 US-Dollar für eine Million Ausgabe-Tokens. Im Bereich der technischen Standards wird für MCP-Server seit dem Frühjahr 2026 die Nutzung von Streamable HTTP empfohlen.

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