ServiceNow und OpenAI: ChatGPT soll Unternehmensabläufe direkt verknüpfen
Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 22:15 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Softwarekonzern ServiceNow und der KI-Entwickler OpenAI erweitern ihre bestehende Kooperation. Durch den Ausbau der Partnerschaft sollen zusätzliche KI-Modelle und autonome Agenten von OpenAI tiefer in die Produktpalette von ServiceNow integriert werden. Gleichzeitig ist vorgesehen, betriebliche Abläufe von ServiceNow direkt mit Anwendungen wie ChatGPT und dem Programmierwerkzeug Codex zu verknüpfen.
Ziel der Initiative ist es, Unternehmenskunden die Entwicklung von Softwareanwendungen, die Bearbeitung von IT-Service-Anfragen sowie die Bewältigung von Sicherheitsproblemen mithilfe künstlicher Intelligenz zu erleichtern. Der Schritt baut auf einer bereits im Januar vereinbarten, mehrjährigen Kooperation beider Parteien auf.
Schrittweise Integration über Schnittstellen und neue Funktionen
Im Rahmen der erweiterten Zusammenarbeit steht das sogenannte ServiceNow-MCP-Plugin auf dem OpenAI-Marktplatz zur Verfügung. Zusätzliche, erweiterte Funktionen werden bis Ende 2026 erwartet. Anwender können ihre jeweilige ServiceNow-Instanz direkt anbinden und die benötigten Werkzeuge auswählen. Dabei sorgt die sogenannte Action Fabric dafür, dass bestehende betriebliche Geschäftsregeln und Zugriffsrechte automatisch eingehalten werden.
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Auch die weitere Roadmap für die kommenden Jahre steht bereits fest: Die Integration von Codex in die AI Workflow Factory von ServiceNow ist für das Jahr 2027 angesetzt. Zudem sollen im ersten Quartal 2027 neue Sprachfunktionen im Super Intelligence Control Tower bereitstehen.
Spezifische, auf OpenAI-Technologie gestützte Sicherheitsfunktionen sollen im Januar 2027 in eine frühe Testphase gehen und im zweiten Quartal 2027 für alle Kunden allgemein verfügbar sein. Parallel dazu plant ServiceNow, die eigenen Mitarbeiter flächendeckend mit ChatGPT Work sowie Codex auszustatten.
Strategische Ausrichtung und offene Finanzfragen
Nach Angaben von John Aisien, Senior Vice President bei ServiceNow, streben Unternehmen zunehmend danach, von isolierten KI-Experimenten zu einem flächendeckenden praktischen Einsatz überzugehen.
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Marktbeobachter von Info-Tech, Moor Insights und Greyhound werten das Vorgehen als Teil einer Multi-Modell-Strategie: Während hochentwickelte Spitzenmodelle als Kernintelligenz dienen, sollen unternehmenseigene Modelle von ServiceNow für bereichsspezifische Aufgaben eingesetzt werden, bei denen strengere Leitplanken erforderlich sind.
Finanzielle Rahmenbedingungen, ein konkreter neuer Vertragswert oder Preise für die neuen Angebote wurden von den Partnern nicht bekannt gegeben. Der Analysedienst Newsquawk ordnete die Ankündigung als richtungsweisend, jedoch nicht als fundamental ein.
Partnerschaftsmitteilungen ohne genaue Angaben zur Monetarisierung führten an den Märkten erfahrungsgemäß oft nur zu kurzfristigen Reaktionen. Zu den offenen Punkten zählten laut Newsquawk neben den genauen finanziellen Konditionen vor allem das Tempo bei der gemeinsamen Neukundengewinnung sowie mögliche vergleichbare Vereinbarungen OpenAIs mit anderen Partnern aus dem Unternehmenssektor.
An den Finanzmärkten notierte die ServiceNow-Aktie an der Börse Cboe BZX zuletzt bei 149,38 US-Dollar. Dies entsprach einem Tagesverlust von 3,49 Prozent. Über einen Zeitraum von fünf Tagen summierte sich der Rückgang auf 2,27 Prozent, während das Minus seit dem 1. Januar bei 2,32 Prozent lag.
