Shilajit-Risiko: Schwermetalle und fehlende Sicherheitsdaten
Veröffentlicht am: 01.06.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.deDas Naturprodukt aus dem Himalaya enthĂ€lt zwar viele Mineralien, die wissenschaftliche Datenlage ist aber dĂŒnn. Und es gibt gesundheitliche Risiken.
Die schwarz-braune Substanz, auch Mumijo genannt, besteht zu etwa 80 Prozent aus Huminstoffen und zu 20 Prozent aus Mineralien wie Kalzium, Kalium und Magnesium. Besonders bekannt ist Shilajit fĂŒr seinen Gehalt an FulvinsĂ€ure.
Zusammensetzung bleibt rÀtselhaft
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Eine polnisch-australische Untersuchung aus dem Jahr 2023 stellte fest: Eine umfassende chemische Analyse des Produkts steht noch aus. Die genaue Zusammensetzung variiert stark je nach Herkunft. Das macht eine standardisierte Bewertung der Wirksamkeit schwierig.
Neben den Huminstoffen enthĂ€lt Shilajit zahlreiche Spurenelemente. Hersteller bewerben gern die Kombination dieser Inhaltsstoffe. Doch die Identifizierung aller Bestandteile bleibt eine Herausforderung fĂŒr die Forschung.
Was die Wissenschaft wirklich weiĂ
Die Studienlage ist dĂŒnn â aber es gibt einzelne Hinweise. Bereits 2011 deutete eine Studie darauf hin, dass die Inhaltsstoffe die Hemmung von Tau-Proteinen beeinflussen könnten. Das wĂ€re fĂŒr die Alzheimer-Forschung interessant.
Zur hormonellen Wirkung gibt es ebenfalls Daten: Eine Untersuchung mit 28 MĂ€nnern aus dem Jahr 2010 zeigte einen signifikanten Testosteronanstieg nach der Einnahme. Eine Studie mit 43 Frauen aus dem Jahr 2023 berichtete ĂŒber verbesserte Sexualfunktionen. Und eine Untersuchung mit 60 Frauen zwischen 45 und 65 Jahren dokumentierte 2022 eine Verlangsamung des Knochenabbaus bei Osteopenie.
Doch Vorsicht: Das sind Einzelergebnisse. Die EuropĂ€ische Behörde fĂŒr Lebensmittelsicherheit (EFSA) erkennt bisher keine gesundheitsbezogenen Wirkungen von FulvinsĂ€ure an.
Regulatorische Tricks der Hersteller
Weil die EFSA keine Health Claims fĂŒr FulvinsĂ€ure zulĂ€sst, mĂŒssen Hersteller kreativ werden. Sie kombinieren den Mumijo-Extrakt mit anderen Inhaltsstoffen, fĂŒr die es zugelassene Werbeversprechen gibt.
Ein Beispiel: Das Unternehmen Serotalin mischt Shilajit mit Zink. FĂŒr Zink gibt es einen von der EFSA bestĂ€tigten Claim zur Erhaltung eines normalen Testosteronspiegels. Clever â aber auch problematisch.
Das Problem mit Schwermetallen
Ein erhebliches Risiko ist die Belastung mit Schwermetallen. In Shilajit-PrĂ€paraten wurden wiederholt RĂŒckstĂ€nde von Blei, Arsen, Quecksilber und Cadmium nachgewiesen.
Hinzu kommen mögliche Wechselwirkungen mit Medikamenten. Fachleute warnen vor der gleichzeitigen Einnahme mit Blutdrucksenkern, BlutverdĂŒnnern, Diabetes-Medikamenten und SchilddrĂŒsenprĂ€paraten.
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Anwender berichten ĂŒber Ăbelkeit, Durchfall, BauchkrĂ€mpfe und SchwindelgefĂŒhle. Die Verbraucherzentrale rĂ€t: Bei ersten Vergiftungssymptomen das Produkt sofort absetzen.
Bestimmte Personengruppen sollten ganz auf Shilajit verzichten. Schwangere, Stillende, Kinder und chronisch Kranke â fĂŒr sie gibt es keine ausreichenden Sicherheitsdaten.
Das Problem: In Deutschland gibt es keine verbindlichen Höchstmengen fĂŒr viele pflanzliche Inhaltsstoffe in NahrungsergĂ€nzungsmitteln. Die Verantwortung fĂŒr Dosierung und Sicherheit liegt letztlich beim Verbraucher und den Herstellern.

