International, Naturschutz

Unesco: WeltnaturerbestĂ€tten entscheidend fĂŒr Artenschutz

31.08.2023 - 09:29:08

Sie gelten als letzte RĂŒckzugsorte fĂŒr zahlreiche Tiere und Pflanzen. Doch auch die WelterbestĂ€tten sind zunehmend bedroht - durch Klimawandel, Wilderei und vorrĂŒckende Landwirtschaft.

  • Ein einjĂ€hriges Berggorillababy hĂ€ngt kopfĂŒber an einem Ast im Regenwald des Bwindi Impenetrable Nationalparks im SĂŒdwesten von Uganda. - Foto: Uncredited/AP/dpa

    Uncredited/AP/dpa

  • Die Pflanzen der Grube Messel bei Darmstadt strahlen in einem satten GrĂŒn. Das Areal wurde 1995 erstes Weltnaturerbe in Deutschland auf der Liste der Weltkulturorganisation Unesco. - Foto: Arne Dedert/dpa

    Arne Dedert/dpa

  • Eine Gruppe Eiderenten fliegt ĂŒber das Watt vor der Hallig Oland. - Foto: Christian Charisius/dpa

    Christian Charisius/dpa

Ein einjĂ€hriges Berggorillababy hĂ€ngt kopfĂŒber an einem Ast im Regenwald des Bwindi Impenetrable Nationalparks im SĂŒdwesten von Uganda. - Foto: Uncredited/AP/dpaDie Pflanzen der Grube Messel bei Darmstadt strahlen in einem satten GrĂŒn. Das Areal wurde 1995 erstes Weltnaturerbe in Deutschland auf der Liste der Weltkulturorganisation Unesco. - Foto: Arne Dedert/dpaEine Gruppe Eiderenten fliegt ĂŒber das Watt vor der Hallig Oland. - Foto: Christian Charisius/dpa

Die mehr als 200 WeltnaturerbestĂ€tten rund um den Globus sind der UN-Kulturorganisation Unesco zufolge essenziell fĂŒr den Schutz der BiodiversitĂ€t. «Wir können die WelterbestĂ€tten heute als quasi letztes Bollwerk gegen das Aussterben betrachten», sagte Lazare Eloundou Assomo, Leiter des Welterbezentrums der in Paris ansĂ€ssigen Unesco.

Einer am Donnerstag erschienen Studie der Kulturorganisation und der Weltnaturschutzunion IUCN zufolge beherbergen die WeltnaturerbestĂ€tten etwa ein FĂŒnftel der weltweit verzeichneten Spezies, obwohl sie nur ein Prozent der ErdoberflĂ€che ausmachten.

Ein Komitee der Unesco entscheidet darĂŒber, welche Gebiete als Weltnaturerbe gelistet werden. In Deutschland gibt es drei solcher StĂ€tten, unter anderem die FossillagerstĂ€tte Grube Messel in Hessen und das Wattenmeer.

Letzte RĂŒckzugsorte

«Die WelterbestĂ€tten, die die BiodiversitĂ€t betreffen, gelten ein bisschen als letzte RĂŒckzugsorte fĂŒr all diese Arten», sagte Eloundou Assomo. Dem Bericht zufolge befinden sich in den StĂ€tten mehr als 75.000 Pflanzenarten und mehr als 30.000 Tierarten. Auch einige der bedrohtesten Spezies leben in den geschĂŒtzten Gebieten, die meisten davon Pflanzen, doch unter den gut 20.000 gefĂ€hrdeten Arten sind in den StĂ€tten auch Java-Nashörner, Berggorillas und Kalifornische Schweinswale. Etwa ein Drittel der verbleibenden Elefanten, Tiger und Pandas lebe in den WelterbestĂ€tten, bei Giraffen, Löwen, Nashörnern und Menschenaffen sei es eines von zehn Tieren.

Unesco und IUCN warnen aber auch: Die WelterbestĂ€tten gerieten durch den Klimawandel sowie Wilderei, dem Ausbau der Landwirtschaft und der ĂŒbermĂ€ĂŸigen Ausbeutung von Ressourcen unter Druck. Um die Schutzwirkung der Gebiete fĂŒr die BiodiversitĂ€t zu wahren, mĂŒssten LĂ€nder sie in ihren nationalen AktionsplĂ€nen zum Artenschutz berĂŒcksichtigen. Die WelterbestĂ€tten sollten eine PrioritĂ€t in diesen Strategien sein, forderte Eloundou Assomo.

FĂŒr die Analyse haben IUCN und Unesco neben den mehr als 200 WeltnaturerbestĂ€tten auch etwa 20 Prozent der WeltkulturerbestĂ€tten berĂŒcksichtigt, denen eine Rolle fĂŒr den Artenschutz zugeschrieben wurde - etwa als Kulturerbe gelistete Nationalparks.

@ dpa.de