Siemens beschäftigt 30.000 Softwareingenieure: KI macht Erfahrung unverzichtbar
Veröffentlicht am: 20.10.2026 um 14:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deDer Technologiekonzern Siemens warnt vor den langfristigen Folgen eines vorschnellen Abbaus von Einstiegspositionen durch den Einsatz Künstlicher Intelligenz. Personalvorständin Judith Wiese betonte laut Medienberichten, dass Unternehmen Berufsanfänger nicht zugunsten automatisierter Systeme einsparen sollten.
Wenn Nachwuchskräfte keine eigenen Erfahrungskurven mehr durchlaufen könnten, gingen der Arbeitswelt auf lange Sicht entscheidende Kompetenzen und Fachkenntnisse verloren.
Praktische Erfahrung als Voraussetzung für Qualitätskontrolle
Hintergrund der Warnung ist die zunehmende Leistungsfähigkeit moderner KI-Systeme in wissensintensiven Arbeitsbereichen. Als konkretes Beispiel verweist Wiese auf die Softwareentwicklung. Dort seien KI-Anwendungen und autonome Agenten inzwischen in der Lage, sowohl einfachen als auch komplexeren Programmcode eigenständig zu erstellen.
Gerade vor diesem Hintergrund verschiebe sich das Anforderungsprofil an die Fachkräfte. Zu einer der zentralen Aufgaben für Entwicklerinnen und Entwickler werde künftig die kritische Überprüfung und Plausibilisierung der automatisch generierten Arbeitsergebnisse.
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Um Fehleinschätzungen vorzubeugen und Unstimmigkeiten in KI-Systemen überhaupt erkennen zu können, benötigten Beschäftigte jedoch ein tiefes fachliches Verständnis.
Nach Ansicht der Personalvorständin müssen junge Nachwuchskräfte die notwendige praktische Erfahrung in der betrieblichen Realität sammeln können, da nur so das Urteilsvermögen entstehe, das für eine verlässliche Qualitätskontrolle automatisierter Prozesse unerlässlich sei.
Festhalten an Nachwuchskräften und offene Beschäftigungseffekte
Siemens plant nach eigenen Angaben ungeachtet des technologischen Wandels weiterhin, gezielt Berufseinsteiger einzustellen und in deren Qualifizierung zu investieren. Dabei wird der Einsatz von Künstlicher Intelligenz nicht als Ersatz für Nachwuchskräfte verstanden, sondern als Werkzeug: Richtig angewendet könne die Technologie dazu beitragen, den individuellen Kompetenzaufbau von Einsteigern zu beschleunigen.
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Welche konkreten Auswirkungen der wachsende KI-Einsatz mittelfristig auf das gesamte Beschäftigungsniveau des Unternehmens haben wird, gilt konzernintern derzeit noch als offen und lässt sich noch nicht abschließend bewerten.
Die Relevanz des Themas für den Konzern ist hoch: Siemens beschäftigt weltweit rund 30.000 Softwareingenieure. Deren künftige Arbeitsorganisation und die Integration neuer Generationen von Entwicklern stehen damit exemplarisch für die Herausforderungen der industriellen Transformation.
