Siemens-Steuerungen, CISA

Siemens-Steuerungen: CISA warnt vor KI-gestützten Angriffen

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 00:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

US-Behörden warnen vor KI-gestützten Angriffen auf Siemens-SPS-Systeme. Betroffen sind kritische Infrastrukturen wie Energie- und Wasserversorgung.

CISA-Warnung: KI-gestützte Cyberangriffe auf Siemens-Steuerungen
Ein Rack mit Siemens S7 speicherprogrammierbaren Steuerungen in einer industriellen Umgebung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die US-Cybersicherheitsbehörde CISA hat in einer gemeinsamen Warnmeldung mit der NSA, dem FBI sowie den Energie- und Umweltschutzbehörden (DOE und EPA) vor einer akuten Bedrohung für industrielle Steuerungssysteme gewarnt. Das Advisory mit der Kennung AA26-231A rückt dabei insbesondere Siemens-Steuerungen der S7-Serie in den Fokus, die Ziel von hochentwickelten Cyberangriffen geworden sind.

Die Bedrohungsakteure setzen nach Erkenntnissen der Behörden verstärkt auf künstliche Intelligenz, um Angriffe auf die Betriebstechnologie (OT) vorzubereiten. Dabei kommen KI-generierte Python-Skripte zum Einsatz, welche die Programmbibliothek snap7.dll nutzen.

Diese Skripte ermöglichen den unbefugten Lese- und Schreibzugriff auf die Speicherbereiche der Speicherprogrammierbaren Steuerungen (SPS). Ein besonderes Risiko besteht darin, dass diese schädlichen Skripte als legitime Überwachungstools getarnt werden, was ihre Entdeckung in industriellen Netzwerken erschwert.

Geringere Hürden durch den Einsatz von KI

Ein zentraler Aspekt der Warnung ist die Rolle der künstlichen Intelligenz bei der Erstellung der Exploits. Laut CISA reduziert der Einsatz von KI das erforderliche Fachwissen erheblich, das bisher für Angriffe auf komplexe industrielle Protokolle notwendig war. Damit steigt der Kreis potenzieller Angreifer, da auch weniger spezialisierte Akteure in der Lage sind, effektive Angriffswerkzeuge für Siemens-Systeme zu entwickeln.

Von der Sicherheitswarnung sind mehrere weit verbreitete Modellreihen betroffen, darunter die Serien S7-200, S7-300 und S7-400 sowie die moderneren Varianten S7-1200 und S7-1500. Die Angreifer nehmen dabei gezielt Geräte ins Visier, die direkt über das Internet erreichbar sind.

In der Advisory wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine offizielle Zuordnung der Aktivitäten zu staatlichen Akteuren aus dem Iran vorgenommen wird.

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Gefährdung kritischer Infrastrukturen

Die Tragweite der Bedrohung wird durch die betroffenen Sektoren deutlich. Die Behörden sehen Risiken für die kritische Fertigung, den Energiesektor sowie die Chemieindustrie. Ebenfalls gefährdet seien die Bereiche Wasser und Abwasser, Lebensmittel und Landwirtschaft sowie gewerbliche Einrichtungen.

Die möglichen Auswirkungen eines erfolgreichen Angriffs reichen von der Störung industrieller Prozesse über schwere Sicherheitsvorfälle bis hin zu langanhaltenden Ausfallzeiten und physischen Schäden an den Anlagen.

Hintergrund der verschärften Warnlage sind unter anderem jüngste Vorfälle im Bereich der Wasserversorgung. Berichten zufolge kam es in Minnesota zu Angriffen auf insgesamt 36 kommunale Wassersysteme. Solche Ereignisse verdeutlichen die Verwundbarkeit lokaler Infrastrukturen gegenüber Angriffen auf die Steuerungsebene.

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Empfohlene Schutzmaßnahmen für Anlagenbetreiber

Um die Risiken zu minimieren, haben die beteiligten Behörden einen Katalog an Sicherheitsmaßnahmen veröffentlicht. Betreiber von Industrieanlagen werden dringend dazu aufgefordert, eine vollständige Inventarisierung ihrer eingesetzten SPS-Geräte durchzuführen und sicherzustellen, dass diese nicht direkt über das Internet zugänglich sind. Eine konsequente Isolierung der OT-Netzwerke von öffentlichen Netzwerken gilt als wesentlicher Schutzfaktor.

Zusätzlich wird empfohlen, zeitnah verfügbare Firmware-Updates und Patches zu installieren. Die Stärkung der Zugriffskontrollen, insbesondere durch die Aktivierung der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), soll den unbefugten Zugriff auf die Steuerungssysteme weiter erschweren.

Die Behörden betonen, dass eine proaktive Absicherung angesichts der durch KI beschleunigten Bedrohungslage für die Aufrechterhaltung der Betriebssicherheit unerlässlich sei.

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