SIM-Swapping: Polnische Bande plünderte Krypto-Konten für 5 Mio. Euro
26.06.2026 - 22:25:44 | boerse-global.de
Sie sollen mit einer perfiden Methode Krypto-Konten geplündert haben.
Die Centralne Biuro Zwalczania Cyberprzest?pczo?ci (CBZC), die polnische Zentralstelle zur Bekämpfung von Cyberkriminalität, schlug Anfang der Woche zu. Unterstützt wurde die Aktion vom US-amerikanischen FBI und der Heimatschutzbehörde HSI. Die Ermittlungen standen unter der Aufsicht der Regionalstaatsanwaltschaft in Krakau.
So funktionierte der Betrug
Die Bande soll Telefonnummern gekapert haben, indem sie in die Systeme von Telekommunikationspartnern eindrang und Mitarbeiterkonten übernahm. Mit der Kontrolle über die Nummern umgingen die Täter die Sicherheitsmaßnahmen von Kryptobörsen und leerten die digitalen Geldbörsen der Opfer.
Der Blockchain-Ermittler ZachXBT identifizierte einen der Verdächtigen als Wojtek Kulisz, der unter dem Online-Pseudonym "Merry" agierte. Den Festgenommenen drohen Anklagen wegen Mitgliedschaft in einer organisierten kriminellen Vereinigung, Hacking, Diebstahl und Geldwäsche. Im Falle einer Verurteilung müssen sie mit bis zu 25 Jahren Haft rechnen.
Millionenschwere Geldwäsche
Die finanzielle Dimension ist beträchtlich. Die Ermittler schätzen, dass die Bande mindestens fünf Millionen Euro wusch. Einige Berichte gehen von einem Gesamtschaden aus, der mehrere zehn Millionen Z?oty übersteigt. Das Geld floss durch ein komplexes Netzwerk aus Bankkonten und digitalen Wallets in mehreren Ländern.
Smartphones als Einfallstor
SIM-Swapping ist weltweit auf dem Vormarsch. Die Methode erlaubt es Kriminellen, Einmalpasswörter abzufangen und die Zwei-Faktor-Authentifizierung zu umgehen. Laut FBI wurden seit 2022 mehr als 5.000 solcher Vorfälle gemeldet.
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Auch andere Regionen kämpfen mit mobilen Betrugsmethoden. In Mumbai nahm die Cyberpolizei kürzlich sechs Personen fest, die mit manipulierten APK-Dateien agierten – getarnt als Banking- oder Versorgungs-Apps. Die Masche ist mit tausenden Fällen und einem Schaden von umgerechnet rund 4,7 Millionen Euro verbunden.
In den USA setzen Betrüger derweil auf direkte soziale Manipulation. In Hoboken, New Jersey, gaben sich Täter an Bahnhöfen als Spendensammler aus, liehen sich Handys und leerten über Zahlungsdienste wie Venmo und Zelle die Konten der ahnungslosen Opfer.
Datenlecks als Brandbeschleuniger
Die Verwundbarkeit der Nutzer wird durch massive Datenschutzverstöße noch verschärft. Im März 2026 behauptete ein Angreifer, eine Datenbank mit 49,1 Millionen Datensätzen von Mint Mobile gestohlen zu haben. Obwohl der Vorfall nicht bestätigt ist, warnen Sicherheitsexperten: Namen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen sind der ideale Nährboden für Phishing und künftige SIM-Swapping-Angriffe.
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Schutz vor SIM-Swapping
Cybersicherheitsexperten raten dringend von SMS-basierten Codes ab. Besser: Hardware-basierte Authentifizierung oder spezielle Authentifikator-Apps. Auch die Mobilfunkanbieter sind gefordert – strengere SIM-Schutzprotokolle sollen unbefugte Nummernübertragungen verhindern.
