SIM-Swapping, Cyberkriminelle

SIM-Swapping: Vier Cyberkriminelle stehlen 15 Millionen Euro

26.06.2026 - 10:15:49 | boerse-global.de

Vier mutmaßliche Hacker in Polen festgenommen. Sie sollen durch SIM-Tausch 15 Millionen Euro in Kryptowährungen erbeutet haben.

Polnische Polizei fasst SIM-Swapping-Bande: 15 Mio. Euro Krypto-Schaden
SIM-Swapping - Eine Hand hält ein Smartphone mit einem digitalen Schloss-Symbol, umgeben von abstrakten Datenströmen, die Cyberkriminalität darstellen. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Vier mutmaßliche Cyberkriminelle wurden in Polen festgenommen – ihnen wird vorgeworfen, in großem Stil Kryptowährungen gestohlen und gewaschen zu haben. Die Aktion gelang mit Unterstützung des FBI.

SIM-Swapping: Die Masche der Hacker

Am 25. Juni 2026 gab das polnische Zentralamt für Cyberkriminalität (CBZC) die Festnahme von vier Verdächtigen bekannt. Die Bande soll sich auf sogenannte SIM-Swapping-Angriffe spezialisiert haben. Dabei übernehmen die Täter die Kontrolle über die Telefonnummer ihrer Opfer. Das gelingt ihnen durch Social Engineering oder technische Tricks – sie verschaffen sich Zugang zu den IT-Systemen der Telekommunikationsanbieter.

Ist die Nummer erst gekapert, können die Angreifer SMS-basierte Zwei-Faktor-Authentifizierungscodes (2FA) abfangen. Genau diese Codes nutzen viele Kryptobörsen als Sicherheitsschicht. Mit den abgefangenen Codes gelangen die Hacker in die Konten der Nutzer und räumen sie leer.

Millionenverluste und internationale Fahndung

Die Ermittler schätzen den Schaden als erheblich ein. Die gewaschenen Erlöse sollen sich auf umgerechnet rund 15 Millionen Euro belaufen. Das Geld floss durch ein Netzwerk aus Bankkonten, Zahlungsplattformen und digitalen Wallets – ein klassischer Geldwäsche-Vorgang, um die Herkunft zu verschleiern.

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Die Operation wurde maßgeblich vom FBI und der US-Heimatschutzbehörde HSI unterstützt. Ein solcher Schulterschluss ist kein Zufall: Kryptokriminalität macht an Landesgrenzen nicht halt. Die Zusammenarbeit zeigt, wie ernst die Behörden das Problem inzwischen nehmen.

Bekannter Name im Darknet

In der Folge der Festnahmen identifizierte der bekannte Blockchain-Ermittler ZachXBT einen der Verdächtigen als Wojtek Kulisz, in der Szene unter dem Pseudonym „Merry" bekannt. Die offizielle Anklageschrift nennt noch keine Namen, doch die Vorwürfe wiegen schwer: organisierte Kriminalität, Hacking und Geldwäsche. Im Falle einer Verurteilung drohen den Beschuldigten bis zu 25 Jahre Haft.

SMS-Sicherheit in der Kritik

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Der Fall rückt ein altbekanntes Problem wieder ins Licht: SMS-basierte Sicherheitsmaßnahmen sind anfällig. „Die Angreifer haben nicht die Kryptobörsen selbst geknackt, sondern die Infrastruktur der Telekommunikationsanbieter", analysieren Sicherheitsexperten. Das zeigt: Wer sich allein auf SMS-2FA verlässt, sitzt auf einem wackligen Stuhl.

Die Ermittlungen laufen weiter. Bislang nannte das CBZC weder betroffene Kryptobörsen noch einzelne Opfer. Die vier Festgenommenen müssen sich nun vor der polnischen Justiz verantworten.

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