Bayern, Deutschland

Trau Dich! Wo man unerklÀrbare HimmelsphÀnomene melden kann

29.12.2025 - 11:33:02

Sind wir allein? Diese Frage beschĂ€ftigt weltweit nicht nur Heerscharen von Wissenschaftlern. Meldungen ĂŒber unidentifizierte Flugobjekte gibt es seit Jahrzehnten - was ist dran?

Es ist noch nicht lange her, da wurden Wissenschaftler, die sich mit Ufos und Außerirdischen beschĂ€ftigen, belĂ€chelt. Doch seit die US-Regierung im Juni 2021 bekanntgegeben hat, dass sie bislang keine ErklĂ€rungen fĂŒr rund 140 Himmelserscheinungen aus den vergangenen zwei Jahrzehnten habe, kommt Bewegung in das Thema. 

Der WĂŒrzburger Raumfahrt-Techniker Hakan Kayal sammelt Informationen ĂŒber die Sichtung von unbekannten Flugobjekten (Ufos) und unidentifizierten HimmelsphĂ€nomenen (Unidentified Anomalous Phenomena/UAP), gibt aber zu: «Wir haben eigentlich keine Ahnung.»

Wie wahrscheinlich ist intelligentes Leben außerhalb der Erde?

Forscher Frank Drake prĂ€sentierte 1961 eine spĂ€ter nach ihm benannte Gleichung, mit der sich die Wahrscheinlichkeit fĂŒr die Existenz anderen Lebens beschreiben lĂ€sst. Viele der darin genannten Faktoren sind aber bis heute nicht bekannt. «Er hat versucht, abzuschĂ€tzen, wie viele intelligente Zivilisationen es in unserer Milchstraße geben könnte», erklĂ€rt Kayal. Die Berechnung von Drake berĂŒcksichtigt Parameter wie die Entstehungsrate von Sternen, den Anteil von Sternensystemen mit Planeten und die Anzahl der bewohnbaren Planeten in jedem dieser Systeme. 

Kayal schĂ€tzt auf Basis der Gleichung und neuesten Informationen zu dem Thema, dass es etwa 50.000 Zivilisationen in unserer Milchstraße geben könnte. «Das ist nicht viel, wenn man bedenkt, dass es etwa 100 Milliarden Sterne sind. Dann ist das eigentlich sehr wenig.»

GrĂ¶ĂŸtes Problem sei, dass bisher noch kein Leben außerhalb der Erde entdeckt worden sei, auch nicht in primitiver Form. Möglich sei alles: kein Leben außerhalb der Erde oder mehrere Millionen. «Wir haben eigentlich keine Ahnung.»

Was sind Ufos, was UAPs?

Mit Ufo ist nicht automatisch etwas Außerirdisches gemeint. Unidentifizierte fliegende Objekte meint, dass man (noch) nicht weiß, worum es sich handelt. Fliegend bedeutet, es befindet sich am Himmel oder bewegt sich in der Luft. Das kann ein Licht sein, ein GerĂ€t oder ein PhĂ€nomen. 

Berichte ĂŒber die angebliche Sichtung von Ufos gibt es seit Jahrzehnten. Oft entpuppt sich das Gesehene als Stern, Satellit, Drohne, Wetterballon oder verglĂŒhender Weltraumschrott - aber lĂ€ngst nicht alles lĂ€sst sich so erklĂ€ren. 

Wer checkt Meldungen ĂŒber Ufos und UAPs?

Meldungen ĂŒber Ufos - die Wissenschaft spricht lieber von unidentifizierten HimmelsphĂ€nomenen (Unidentified Anomalous Phenomena/UAP) - werden vor allem in den USA gesammelt, etwa von der Raumfahrtbehörde Nasa oder dem MilitĂ€r. Aber auch in Frankreich beschĂ€ftigen sich Forscher damit. 

In den USA wurde im Sommer 2022 die sogenannte All-Domain Anomaly Resolution Office (AARO) gegrĂŒndet, eine Behörde, die Meldungen etwa von Piloten zu unidentifizierten HimmelsphĂ€nomenen untersucht.

In Deutschland gibt es Ufo-Meldestellen wie zum Beispiel die Gesellschaft zur Erforschung des Ufo-PhĂ€nomens (GEP). Diese ist eine Anlaufstelle fĂŒr BĂŒrger, die nach einer wissenschaftlichen ErklĂ€rung fĂŒr ihre Beobachtungen am Himmel suchen. Seit ihrer GrĂŒndung 1972 sind bei der GEP mit Sitz in LĂŒdenscheid (NRW) Tausende Ufo-Sichtungen eingegangen. Seit 2022 ist der Verein gleichzeitig assoziiertes Mitglied beim interdisziplinĂ€ren Forschungszentrum fĂŒr Extraterrestrik (IFEX) an der UniversitĂ€t WĂŒrzburg.

FĂŒr Piloten - sei es von Privatflugzeugen oder Linienmaschinen - haben auch der Raumfahrt-Techniker Kayal und sein Team vor wenigen Wochen eine Meldeplattform geschaffen. Ziel sei es, das Thema in der Bevölkerung und insbesondere auch unter Piloten von seinem Stigma zu befreien. «Es hat natĂŒrlich auch den Zweck, dass wir hochwertige Daten sammeln und mehr Daten sammeln können als bisher», erklĂ€rt Kayal. 

Warum braucht es ein Ufo-Meldeformular fĂŒr Piloten?

«Viele Piloten trauen sich nicht, haben Angst davor, solche Dinge zu melden, weil sie befĂŒrchten, dass sie belĂ€chelt werden oder sogar noch schlimmer, dass sie vielleicht ihre Lizenz verlieren», sagt Kayal. Diese BefĂŒrchtung existiere seit Jahrzehnten weltweit.

Dabei sei es wichtig, Daten von professionellen Beobachtern zu haben, «die berufsmĂ€ĂŸig den Himmel beobachten mĂŒssen und auch geĂŒbt darin sind». Es gibt SchĂ€tzungen, dass etwa 30 Prozent aller Flugzeugbesatzungen schon einmal etwas am Himmel gesehen haben, wofĂŒr es keine ErklĂ€rung gibt. 

Das Pilotenmeldeformular wird im Zuge einer Zusammenarbeit vom Luftfahrtbundesamt (LBA) unterstĂŒtzt. 

Welche Beobachtungen werden gemeldet und sind die glaubwĂŒrdig?

«Es gibt verschiedene Formen, die beschrieben werden», erzĂ€hlt der Wissenschaftler. «Oft sind es sehr helle Objekte, meistens fĂŒnf bis zehn Meter oder zwei bis zehn Meter im Durchmesser.» Diese Objekte seien in der Regel extrem schnell unterwegs und vollfĂŒhrten sehr schwierige Flugmanöver, «die wir mit normalen Flugzeugen nicht machen können. Hohe Beschleunigungen oder abrupte Wendemanöver sind oft im Spiel.»

Um die Glaubhaftigkeit besser einschĂ€tzen zu können, versuchen Forschende, die Angaben mit anderen Quellen zu vergleichen. Unter anderem wird geprĂŒft, ob man auch Planeten wie Venus oder Jupiter gesehen haben könnte, welche Satelliten gerade gestartet wurden oder ob Flugzeuge in der Umgebung waren. 

«GlaubwĂŒrdig wird das Ganze, wenn weitere Quellen ĂŒber das gleiche PhĂ€nomen berichten, unabhĂ€ngig voneinander», erlĂ€utert Kayal. «Es gibt solche FĂ€lle.» Piloten etwa melden, sie hĂ€tten etwas UnerklĂ€rliches gesehen, und «dasselbe PhĂ€nomen wird von Controllern am Boden mit einem Radar detektiert, zum selben Zeitpunkt am gleichen Ort».

Seit der Einrichtung des Formulars vor wenigen Wochen hÀtten sich bereits mehrere Piloten gemeldet.

@ dpa.de

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