Siri-Revolution mit Gemini: Apple zahlt Google eine Milliarde pro Jahr
30.05.2026 - 20:30:35 | boerse-global.deSiri bekommt eine Hybrid-Architektur aus lokaler Verarbeitung und Cloud-Intelligenz.
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Drei Schichten für mehr Leistung
Apple stellt seinen virtuellen Assistenten Siri grundlegend neu auf. Das unter dem Codenamen „Campos" entwickelte System kombiniert künftig drei Verarbeitungsebenen: einfache Anfragen werden direkt auf dem Gerät bearbeitet, komplexere Aufgaben wandern in die Cloud. Die zentrale Neuerung: Apple integriert Googles Gemini-KI in die eigene Infrastruktur.
Dabei schrumpft Apple das riesige Gemini-Modell mit seinen rund 1,2 Billionen Parametern auf eine Version, die direkt auf dem iPhone läuft. Für die Cloud-Verarbeitung setzt der Konzern auf eine Partnerschaft mit Google – und zahlt dafür rund eine Milliarde Euro pro Jahr. Nach dem Start von iOS 27 sollen so weltweit rund 1,4 Milliarden iPhones von der neuen Technik profitieren.
Nvidia sichert die Privatsphäre
Der Knackpunkt: Wie bleibt die Datenhoheit gewahrt, wenn Anfragen über externe Server laufen? Apples Antwort heißt Nvidia Confidential Computing. Diese Technik verschlüsselt Nutzerdaten selbst während der aktiven Verarbeitung in der Cloud. Daten werden nur für die Dauer einer Anfrage gespeichert – und dann gelöscht.
Das System ist als Erweiterung von Apples eigener Private Cloud Compute konzipiert, die auf hauseigenen M-Serie-Chips läuft. Doch genau dort liegt das Problem: Die Apple-Chips stoßen bei den größten KI-Modellen an ihre Grenzen. Die Nvidia-Lösung erlaubt nun den Zugriff auf massive externe Rechenleistung – ohne dass Google oder Dritte die unverschlüsselten Daten einsehen können.
Ein Blick auf die Investitionen zeigt die strategische Bedeutung: Apple gibt für KI-Infrastruktur rund 12,7 Milliarden Euro aus. Zum Vergleich: Meta investiert etwa 72 Milliarden Euro. Allerdings: Die geballte Rechenleistung aller aktiven Apple-Geräte wird auf rund 50 Milliarden Euro geschätzt.
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Neues Design und KI-Agent
Mit iOS 27, das voraussichtlich Mitte September 2026 erscheint, bekommt Siri ein komplett neues Gesicht. Die Oberfläche wird ins Dynamic Island integriert. Zwei Zugangswege stehen zur Wahl: die klassische Sprach- oder Seitenknopf-Aktivierung sowie eine neue Wisch-Geste für die „Search and Ask"-Funktion.
Darüber hinaus testet Apple eine eigenständige Siri-App mit Gesprächsverlauf – ähnlich wie bei spezialisierten KI-Chatbots. Der Assistent soll als echter KI-Agent arbeiten können:
- Analyse von Bildschirminhalten und persönlichen Daten
- Terminverwaltung und E-Mail-Entwürfe
- KI-gestützte Websuchen
- Direkte Integration mit Kamera und Foto-App für Bildbearbeitung
Spannend: Apple plant offenbar, den Nutzern die Wahl zwischen verschiedenen KI-Backends zu lassen. Neben Gemini als primärem Partner sollen auch ChatGPT und Claude angebunden werden können.
Zeitplan
Erste Vorstufen der KI-Erweiterung kamen bereits mit iOS 26.4 im Frühjahr 2026 auf die Geräte. Die große Siri-Revolution bleibt aber dem iOS-27-Zyklus vorbehalten. Nach der offiziellen Ankündigung Anfang Juni auf der WWDC sollen die neuen Funktionen im September für alle Nutzer verfügbar sein.
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